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Verhandlungen von EU und GB - Und wenn der No-Deal-Brexit wirklich kommt?

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In dieser Woche sollte das Handelsabkommen zwischen EU und Großbritannien unter Dach und Fach sein. Wenn es einen No-Deal-Brexit gibt, hätte das Folgen für uns - eine Übersicht.

Eine morgendliche Pendlerin überquert die Themse auf der London Bridge im Zentrum von London, Großbritannien
Eine Frau geht gegenüber der London Bridge mit einem Regenschirm durch Niedelregen.
Quelle: AP

Tourismus nach einem No-Deal-Brexit

Grundsätzlich gelten auf der britischen ‎Insel die EU-Regeln zunächst weiter, ‎solange bis Großbritannien sein ‎nationales Recht anpasst. ‎

  • Für die Einreise nach ‎Großbritannien benötigen EU-‎Bürger von Oktober 2021 an ‎jedoch einen Reisepass. Das ‎geht aus einem Modell hervor, ‎das die britische Regierung für ‎die künftigen Abläufe im ‎europäischen Grenzverkehr ‎veröffentlicht hat. Die ‎Begründung: Der ‎Personalausweis sei nicht ‎sicher genug. Ob EU-Bürger ‎künftig bei der Einreise auch ‎ein Visum benötigen, ist noch ‎nicht geklärt. ‎
  • ‎Wird man auf der Reise krank, ‎wird es schwieriger: "Mit der ‎Europäischen ‎Krankenversicherungskarte ‎kommen Sie nicht mehr weit", ‎sagt Linn Selle vom ‎Verbraucherzentrale ‎Bundesverband (VZBV). Bisher ‎kann man in Krankheitsfällen in ‎Großbritannien einen Arzt ‎aufsuchen, die eigene ‎Krankenversicherung kommt ‎dafür auf. Deshalb sollte man ‎künftig eine ‎Reisekrankenversicherung ‎abschließen. ‎
Großbritanniens Premier Boris Johnson.

Nach verstrichenem Ultimatum -
Brexit: London verhandelt weiter
 

Trotz Ultimatum und harscher Worte: Großbritannien nimmt die festgefahrenen Verhandlungen über ein Post-Brexit-Abkommen mit der EU wieder auf.

  • ‎Für die Reise selbst gelten die ‎EU-Rechte als Flug- oder ‎Fahrgast wahrscheinlich nur ‎noch auf dem Hinweg. Startet ‎man also in Deutschland mit ‎Verspätung oder der Flug fällt ‎ganz aus, dann hätte man ‎Anspruch auf Entschädigung. ‎‎"Für die Rückreise in die EU ‎könnten diese Rechte bei Nicht-EU-Airlines nicht ‎mehr gelten", sagt Linn Selle. ‎Das komme letztlich auf die ‎Regelungen eines möglichen ‎Austrittsabkommens an.‎
  • Telefonieren, SMS oder im ‎Internet surfen darf seit Mitte ‎‎2017 in der EU nicht teurer sein ‎als daheim. Vom kommenden ‎Jahr an könnten ‎Mobilfunkanbieter für die ‎Handynutzung in ‎Großbritannien Aufpreise ‎verlangen.

Shopping nach einem No-Deal-Brexit

Online einkaufen könnte teurer ‎werden, denn auf manche Produkte ‎könnte Zoll fällig werden. ‎Kauft man ein Produkt in einem ‎britischen Onlineshop, dann kann ‎man es innerhalb von zwei Wochen ‎zurückgeben gegen Erstattung des ‎Kaufpreises. "Die ‎Gewährleistungsrechte in ‎Großbritannien sind deutlich besser ‎als in der EU", sagt Hermann-Josef ‎Tenhagen vom Verbraucherportal ‎Finanztip.

Zollkontrolle von Lastwagen im Hafen von Dover

Es droht ein harter Brexit -
Deutsche Wirtschaft verkraftet No-Deal
 

Es droht ein harter Brexit: Aber größere Verwerfungen erwartet die deutsche Wirtschaft nicht, sollte es dazu bis zum Jahresende kommen. Doch ganz ohne Folgen bliebe er auch nicht.

von Brigitte Scholtes

Ist das Produkt defekt, kann ‎es innerhalb von zwei Jahren ‎zurückgegeben werden. Das Problem ‎sei der Gerichtsstand, meint ‎Tenhagen. Denn ob man seine Rechte ‎durchsetzen kann, das entscheidet am ‎Ende nicht nur ein EU-Gericht, auch ‎das zuständige britische Gericht muss ‎das Urteil anerkennen.

Medikamentenversorgung ‎nach einem No-Deal-Brexit

"Deutsche Patienten müssen sich ‎keine Sorgen machen", heißt es beim ‎Verband forschender ‎Arzneimittelhersteller. In Deutschland ‎werde es auch im Fall eines ‎ungeregelten Austritts nicht zu ‎Versorgungsproblemen mit ‎Arzneimitteln kommen, denn anders ‎als in Großbritannien müsse nicht das ‎ganze Wirtschafts-, Zoll- und ‎Gesundheitssystem umgestellt ‎werden. Das bestätigt auch das ‎Bundesgesundheitsministerium. ‎

Außerdem dürften Arzneimittel und ‎Medizinprodukte, die vor Ende der ‎Übergangszeit rechtmäßig in Verkehr ‎gebracht worden seien, auch noch ‎nach der Übergangszeit auf den ‎Märkten der EU und Großbritanniens ‎weiter gehandelt werden. Dazu sind, ‎so das ‎Bundesgesundheitsministerium, ‎Produktänderungen oder neue ‎Kennzeichnungen nicht nötig.

Genuss nach einem No-Deal-Brexit‎

Selbst wenn es am Ende des Jahres ‎keine Regelung gibt: Die Liebhaber ‎schottischen Whiskys brauchen sich ‎nicht zu sorgen. Denn nach den ‎Regeln der Welthandelsorganisation ‎wird EU auch beim No-Deal keinen Zoll ‎erheben. Bei Privatimporten darf ‎jedoch die bisher zulässige Menge von ‎‎zehn Litern nicht überschritten werden. ‎Das Stück englischer Schokolade ‎dazu könnte jedoch teurer werden - ‎auf Kakao und Milchprodukte könnte ‎dann Zoll fällig werden. ‎

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