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Rechtsextremisten - Seehofer verbietet "Nordadler"-Gruppe

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Sie verherrlichen Adolf Hitler und sympathisieren mit dem antisemitischen Attentäter von Halle. Nun hat das Innenministerium die rechtsextremistische Gruppe "Nordadler" verboten.

Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister. Archivbild
Horst Seehofer (CSU) hat die rechtsextremistische Organisation "Nordadler" verboten. Sie sei vor allem im Netz aktiv.
Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rechtsextremistische Vereinigung "Nordadler" verboten. "Seit den Morgenstunden laufen in vier Bundesländern polizeiliche Maßnahmen", teilte der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter, am Dienstagmorgen auf Twitter mit. Derzeit werden Beweismittel gesichert. Es sei der erste verbotene Verein, der "überwiegend im Internet agiert", sagte Steve Alter gegenüber ZDFheute.

Gruppe "Nordadler" bekennt sich zu Adolf Hitler

Die Gruppierung verfolgt nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums eine nationalsozialistische Ideologie und firmiert auch unter den Bezeichnungen "Völkische Revolution", "Völkische Jugend", "Völkische Gemeinschaft" und "Völkische Renaissance".

Die Rechtsextremisten bekennen sich demnach zu Adolf Hitler und nutzen Symbole und Sprache des Nazi-Regimes. Dazu plane "Nordadler" ein nationalsozialistisches Siedlungsprojekt mit Gleichgesinnten im ländlichen Raum. Die Gruppe wird als ausgeprägt antisemitisch beschrieben.

Nach ZDF-Informationen ist Wladislav S. aus Niedersachsen der Anführer und Kopf der rechtsextremistischen Gruppierung. S. ist kein Unbekannter. Er hatte sich 2018 in der ARD-Sendung Panorama als Nationalsozialist bezeichnet.

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"Nordadler"-Anführer befürwortet Anschlag von Halle

Der Anführer habe in einer öffentlichen Gruppe des Messenger-Dienstes Telegram Sympathien geäußert für den Anschlag auf die Synagoge in Halle, so das Ministerium. Beim Attentat von Halle hatte ein 28-jähriger Deutscher im vergangenen Oktober versucht, in ein jüdisches Gotteshaus einzudringen. Als das misslang, tötete er auf der Straße und in einem Döner-Imbiss zwei Menschen. Er muss sich ab Juli vor Gericht verantworten.

Das Verbot von "Nordadler" ist laut Ministerium das 20. Verbot einer rechtsextremistischen Vereinigung durch einen Bundesinnenminister und das dritte in diesem Jahr. Im Januar wurde der Verein "Combat 18" verboten und im März die Reichsbürger-Vereinigung "Geeinte deutsche Völker und Stämme".

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