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Militärische Provokation - Nordkorea feuert offenbar Flugkörper ins Meer

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Südkorea berichtet von zwei "Geschossen", die von Nordkoreas Ostküste abgefeuert wurden. Japans Premierminister Suga und die US-Streitkräfte sprechen von ballistischen Raketen.

Menschen verfolgen den Start einer nordkoreanischen Rakete auf dem Bildschirm eines Fernsehers.
Norkorea testet seit Jahren Marschflugkörper und Raketen.
Quelle: Epa/Jeon Heon-Kyun (Archiv)

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs und der USA zwei "Geschosse" in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) abgefeuert. Die Flugkörper seien im Osten des Landes abgeschossen worden, 450 Kilometer weit geflogen und außerhalb des japanischen Gewässers ins Meer gestürzt.

Einer ersten Einschätzung der US-Streitkräfte zufolge habe der Norden zwei ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert, hieß es. "Diese Aktivität unterstreicht die Bedrohung, die das unzulässige Waffenprogramm Nordkoreas für seine Nachbarn und die internationale Gemeinschaft darstellt", sagte Mike Kafka vom Indo-Pazifik-Kommando.

Japan: Es waren ballistische Raketen

Auch der japanische Premierminister Yoshihide Suga sagte, dass es sich um zwei ballistische Raketen handelte, sie Sie hätten aber nicht japanische Gewässer erreicht:

Die Raketenstarts bedrohen den Frieden und die Sicherheit ihn Japan und der Region.
Yoshihide Suga, Premierminister Japan

Er werde bezüglich der nordkoreanischen Testaktivitäten eng mit den USA und Südkorea zusammenarbeiten, so Yoshihide Suga weiter.

Südkorea: Nationaler Sicherheitsrat tagt

Südkoreas Nationaler Sicherheitsrat will sich nach Angaben des Präsidialamts in Seoul in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Waffentest befassen. UN-Resolutionen verbieten dem wegen seines Atomwaffenprogramms isolierten Land den Test solcher Raketen, die je nach Bauart auch einen Nuklearsprengkopf tragen können.

Nordkorea hatte Südkorea zufolge bereits am vergangenen Sonntag zwei mutmaßliche Marschflugkörper von kurzer Reichweite an der Westküste abgefeuert. Auch die USA bestätigten den Test, doch spielte ihn US-Präsident Joe Biden herunter. Tests von Lenkflugkörpern unterliegen nicht den Sanktionen gegen das abgeschottete Land.

Er ist allgegenwärtig und äußerst rätselhaft: Kim Jong Un, Nordkoreas Machthaber. 2011 beerbte er seinen verstorbenen Vater, als dritter Machthaber der Kim-Dynastie in Folge.

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Nordkorea: "USA ist größter Feind"

Anders als ballistische Raketen verfügen Marschflugkörper über einen permanenten eigenen Antrieb. Nordkorea testet seit vielen Jahren Raketen mit verschiedenen Reichweiten. Auch entwickelt es Langstreckenraketen, die Ziele in den USA treffen könnten.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte die USA kürzlich als "größten Feind" des Landes bezeichnet. Die USA haben 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert und auch eine bedeutsame Militärpräsenz in Japan.

Atom-Verhandlungen liegen auf Eis

Kim hatte in den vergangenen Jahren auf eine Annäherung an Bidens Vorgänger Donald Trump gesetzt, um eine Aufhebung von Sanktionen zu erreichen, die wegen des nordkoreanischen Atomprogramms verhängt worden waren. Beide Staatenlenker trafen sich drei Mal persönlich.

Das letzte Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim im Februar 2019 in Hanoi scheiterte jedoch. Seitdem liegen die Verhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang über einen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms auf Eis. Auch die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea verschärften sich wieder.

Biden sucht erneute Annäherung

Nordkorea hat seine Waffentests wieder aufgenommen, um sein Militär aufzurüsten und Druck auf die USA auszuüben. Den USA wirft die kommunistische Regierung in Pjöngjang eine feindselige Politik vor.

Bidens Regierung hofft, die Verhandlungen mit Nordkorea über dessen Atomwaffenarsenal wieder in Gang bringen zu können. Nach Regierungsangaben ist Washington in Kontakt mit den Regierungen in Seoul und Tokio über eine Strategie zur Wiederbelebung der Gespräche.

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