Sie sind hier:

Grünen-Chef bei "Lanz" : Nouripour will Waffen schneller liefern

Datum:

Grünen-Chef Nouripour berichtet von sich häufenden Kriegsverbrechen der russischen Streitkräfte: Ganze Familien würden verschleppt. Er will schnellere Waffenlieferungen.

Über den Krieg in Osteuropa und die Reaktion der Nato darauf, die deutsche Wirtschaftspolitik und die Arbeit der Bundesregierung

Beitragslänge:
79 min
Datum:

Die russische Armee geht an der Front im Osten der Ukraine immer brutaler vor. Unter anderem sollen inzwischen gezielt Wasserleitungen zerstört werden, um den Ukrainern entweder ihren Zugang zu Trinkwasser zu nehmen oder um es zu verseuchen.

"Da ranzugehen, ist ein ganz übles Kriegsverbrechen", kommentierte Grünen-Chef Omid Nouripour diese Taktik am Donnerstagabend bei Markus Lanz.

Der Co-Vorsitzende der Grünen Omid Nouripour berichtet von den Kriegsverbrechen in der Ukraine. Es gäbe keine Moral, die das rechtfertigen könnte, so der Politiker.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Viele Familien mutmaßlich nach Ostsibirien verschleppt

Von diesen Kriegsverbrechen habe man aber auch schon viele weitere seit dem 24. Februar gesehen. Verschleppung sei nur ein Beispiel, so Nouripour. Er habe viele Freunde in der Ukraine. Ein Freund aus Mariupol habe ihm erzählt, dass die Hälfte seiner Verwandtschaft mittlerweile völlig verzweifelt anrufe, weil sie nicht wüssten, wo sie seien - wahrscheinlich irgendwo in Ostsibirien.

"Man hat ihnen erzählt: Ihr seid ab jetzt Russen", sagte Nouripour. "Es gibt keine Konvention auf der Welt, keine Moral, (…) die das irgendwie rechtfertigen könnte." So etwas passiere - "und nicht zu knapp", so der Grünen-Chef weiter.

Verschleppt und gefoltert?

Beitragslänge:
8 min
Datum:

Die Front im Donbass ist hart umkämpft

Diese Beschreibung passt auch in das Bild, das Politologin Jana Puglierin vom derzeitigen Kriegsverlauf skizzierte.

Die Situation in der Ukraine, gerade im Osten der Ukraine, ist verheerend.
Jana Puglierin, European Council on Foreign Relations

Die Russen hätten sich nach anfänglich breiten Angriffen nun auf den Osten und Süden des Landes konzentriert. Die Front im Donbass sei am härtesten umkämpft. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt mitgeteilt, dass täglich 60 bis 100 Ukrainer sterben und 500 Ukrainer verletzt würden.

Puglierin stellt dazu fest: "Das ist eine Zahl, wenn man das auf die Länge denkt, das kann die Ukraine nicht lange durchhalten."

Die Kämpfe um die ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk gehen weiter. Präsident Selenskyj kündigte die Sammlung von Informationen über mutmaßliche russische Kriegsverbrechen an.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Puglierin: Russland setzt auf Zermürbungskrieg

Nachdem die russische Armee zunächst eine schlechte Figur gemacht habe, setze sie nun auf einen Zermürbungskrieg. Zwölf bis 18 Stunden am Tag gebe es Beschuss mit Raketenartillerie. "Da wird alles plattgeschossen", sagte die Politologin, "das geht Tag und Nacht, das ist ein Dauerbeschuss."

Hinzu komme, dass die russischen Streitkräfte bei Artillerie und schweren Waffen überlegen seien. Die Ukraine habe dem nichts ausreichend entgegenzusetzen.

"Für die Ukrainer geht es gerade im Donbass darum, man muss es leider so zynisch sagen, den Russen möglichst viele Verluste zuzufügen", sagte Puglierin. Denn, wenn der Artilleriebeschuss beendet sei, würden die Russen versuchen vorzurücken und Land zu nehmen. Die Ukraine versuche dann, dieses "Land gegen Leben" einzutauschen.  

Ukraine benötigt dringend schwere Waffen

Ein Mittel zur besseren Verteidigung wäre laut Puglierin Aufklärung. Die Ukrainer müssten herausfinden, woher der Beschuss komme und dann auch die Möglichkeit haben, zurückzuschießen.

Zwar lobte die Politologin vor diesem Hintergrund die Ankündigungen, die Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zuletzt zur Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine gemacht hatte. Sie sagte aber auch:

Fakt ist heute, dass keine einzige deutsche schwere Waffe vor Ort im Donbass in der Ukraine eingesetzt wird.
Jana Puglierin, European Council on Foreign Relations

Panzerhaubitzen, an denen ukrainische Streitkräfte gerade ausgebildet werden, oder das von Scholz angekündigte Flugabwehrsystem Iris-T würden einen Unterschied machen. Bei letzterem werde aber gemunkelt, dass es erst im November geliefert werden könne.

Bundeskanzler Olaf Scholz besucht Truppen in Litauen, Vilnius 07.06.2022

Scholz-Aussage zu Waffen - Wie groß ist Militärhilfe für die Ukraine? 

Olaf Scholz nennt Deutschland "einen der wichtigsten militärischen Unterstützer der Ukraine". Stimmt das? Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Auch kleinere Länder sind sehr engagiert.

von Jan Schneider

Nouripour will Lieferungen beschleunigen

"Das Problem ist der Zeithorizont", so Puglierin. "Im Donbass kommt es jeden Tag darauf an, dass die Ukraine sich behauptet. Und sie haben einfach nicht genug schweres Gerät."

Nouripour sagte abschließend dazu, dass der Frust der ukrainischen Seite, dass das alles viel zu langsam laufe, nachvollziehbar sei. Zur Lieferung von Iris-T sagte der Grünen-Chef noch: "Wir versuchen, das jetzt früher hinzukriegen als November."

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Recep Tayyip Erdogan
Liveblog

Russland greift die Ukraine an - Aktuelles zum Krieg in der Ukraine 

Russlands Angriff auf die Ukraine dauert an. Es gibt Sanktionen gegen Moskau, Waffen für Kiew. Aktuelle News und Hintergründe zum Krieg im Blog.

Aktuelle Nachrichten zur Ukraine

Putin auf Landkarte mit Russland, Ukraine, Georgien und Syrien
Story

Nachrichten | Politik - Putins Kriege, Putins Ziele 

Tschetschenien, Georgien, Syrien, Ukraine: Russland hat unter Putin schon in mehreren Ländern gekämpft. Zwischen den Kriegen gibt es Parallelen – hier die Hintergründe verstehen.

Ukraine, Donezk: Ein ukrainischer Soldat steht an der Trennlinie zu pro-russischen Rebellen in der Region Donezk. In der Ukraine-Krise haben die USA und Russland bei Gesprächen in Genf zunächst auf ihren bekannten Standpunkten beharrt.
Thema

Nachrichten | Thema - Alles zum Russland-Ukraine-Konflikt 

Russland führt Krieg gegen die Ukraine. Es gibt zahlreiche Sanktionen des Westens gegen Russland und in der Nato abgestimmte Waffenlieferungen an die Ukraine. Alle Nachrichten und Hintergründe.

Durch einen Raktetenangriff zerstörte Wohngebäude in Saporischschja

Raketenangriff in der Ukraine - Saporischschja erneut unter Beschuss 

Bei einem Raketenangriff auf einen Wohnblock in der ukrainischen Stadt Saporischschja sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Mehrere Bewohner werden noch vermisst.

07.10.2022
Videolänge
ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf in Charkiw / Ukraine

Nachrichten | ZDF-Morgenmagazin - Ukraine: "Gebiete weitgehend vermint" 

Die Gebietsrückeroberung sei zwar eine "Erfolgsmeldung", die Ukrainer müssten nun jedoch "diese Gebiete überhaupt erstmal wieder bewohnbar machen", so ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf.

07.10.2022
von Katrin Eigendorf
Videolänge
Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.