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EU-Umweltauflagen später : Özdemir will mehr Getreideanbau erlauben

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Angesichts steigender Lebensmittelpreise schlägt Agrarminister Özdemir vor, dass Bauern mehr Flächen zum Anbau von Getreide nutzen können. Dies gelte für das kommende Jahr.

Landwirtschaft in Bayern
Die Bundesregierung will die Ausweisung zusätzlicher Artenschutzflächen erst 2024 vorschreiben.

Landwirte in Deutschland sollen angesichts angespannter internationaler Agrarmärkte infolge des Ukraine-Kriegs mehr Flächen zum Getreideanbau nutzen können. Dazu sollen die EU-Neuregelungen zu Flächenstilllegung und Fruchtwechsel im kommenden Jahr einmalig ausgesetzt werden. Ziel ist es, die Versorgung mit Lebensmitteln zu sichern. Das sieht ein Kompromissvorschlag von Agrarminister Cem Özdemir (Grüne) vor. Er betonte:

Ich schließe diesen Kompromiss für den Teller, nicht damit Getreide im Tank oder Trog landet - und unsere Ausnahme gilt ausdrücklich nur für 2023.
Cem Özdemir, Agrarminister

Er werde keine Verordnung unterschreiben, "die den Hunger in der Welt als Argument missbraucht, um mehr für Tank und Trog zu produzieren und beim Artenschutz hinter das, was wir schon erreicht haben, zurückzufallen".

Die Inflation lag im Juni noch immer bei 7,6%, steigende Preise treffen vor allem Einkommensschwache. Wirtschaftsforscher sprechen von einer sozialen Notsituation.

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Greenpeace kritisiert Özdemirs Pläne

Der Bauernverband begrüßte den Schritt und betonte, der Vorschlag des Grünen-Politikers komme in letzter Minute. Zustimmung kam auch aus Bundesländern sowie vom Koalitionspartner FDP. Greenpeace warf Özdemir vor, dem Druck der Agrarlobby nachgegeben zu haben. Die Deutsche Umwelthilfe sieht eine "Torpedierung des Artenschutzes".

Özdemir will Landwirten ermöglichen, Agrarflächen für den Anbau bestimmter Pflanzen zur Nahrungsmittelproduktion länger zu nutzen. So sollen die eigentlich geplanten zusätzlichen Artenschutzflächen erst 2024 eingeführt werden. Bauern könnten dann im kommenden Jahr auf diesen Flächen weiter Nahrungsmittel anbauen.

Nach der monatelangen Getreide-Blockade durch Russland sind Anfang August die ersten Schiffe aus dem Hafen Odessa ausgelaufen.

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EU will Fruchtwechsel auf Ackerflächen

Hintergrund sind ab 2023 greifende EU-Vorgaben, wonach ein Teil der Agrarflächen dem Artenschutz dienen und zudem der Anbau derselben Ackerpflanze zwei Jahre in Folge auf derselben Fläche zum Bodenschutz nicht mehr möglich sein soll. Die Umsetzung der Vorgaben hatte Brüssel aber den jeweiligen EU-Staaten überlassen.

Özdemir hat nun den Bundesländern seinen Vorschlag zur Umsetzung der Kommissionsentscheidung unterbreitet - er braucht den Angaben zufolge deren Zustimmung.

Ministerium: Mehr Getreide - ausgenommen Mais

Laut Ministerium soll die erstmalige verpflichtende Flächenstilllegung 2023 einmalig ausgesetzt werden. Stattdessen solle weiter ein landwirtschaftlicher Anbau möglich sein, allerdings "eingeschränkt auf die Produktion von Nahrungsmitteln, daher auf die Kulturen Getreide (ohne Mais), Sonnenblumen und Hülsenfrüchte (ohne Soja)", hieß es. Das gelte nur für die Flächen, die nicht bereits 2021 und 2022 als brachliegendes Ackerland ausgewiesen gewesen seien:

"Die bestehenden Artenvielfaltsflächen werden dadurch weiterhin geschützt", hieß es. Zudem sei die EU Özdemirs Vorschlag gefolgt und lasse eine Ausnahme beim Fruchtfolgenwechsel zu.

Damit könnten Landwirte in Deutschland auf etwa 380.000 Hektar ausnahmsweise Weizen nach Weizen anbauen. Nach wissenschaftlichen Berechnungen könnten damit bis zu 3,4 Millionen Tonnen Weizen angebaut werden.

Terra X - Die Wissens-Kolumne: Harald Lesch

Terra X - die Wissens-Kolumne - Was WIR gegen den Welthunger tun könn(t)en! 

Durch den Ukraine-Krieg droht eine weltweite Hungersnot. In Deutschland steigen die Lebensmittelpreise, anderswo sterben Menschen. Dabei könnten wir helfen, die Lage zu verbessern.

von Harald Lesch
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