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Kampf um den Donbass : Langsamer russischer Vormarsch in Ostukraine

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Die russische Hauptoffensive schreitet langsam voran. Russland hat Mariupol eingenommen, mit Ausnahme der Azovstal-Anlage. Westliche Unterstützung wirkt. Der Überblick.

Die russischen Angriffe auf die Ukraine fordern weiterhin viele Opfer. Die Ukraine erklärte, Mariupol sei noch nicht gefallen, 40 andere Orte wurden offenbar schon eingenommen.

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Großer Aufmarsch lässt lange und intensive Schlacht erwarten

Russland hat mit seiner zweiten Offensive auf die ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk begonnen. Diese Schlacht wird wahrscheinlich den Gefechten ähneln, die Russlands Armee seit Jahren übt: großen Operationen mit kombinierten Streitkräften in ebenem, offenem Gelände, mit starker Artillerie und Luftunterstützung.

Russland hat bereits etwa 80 taktische Bataillone (BTG) im und um den Donbass zusammengezogen, zusätzlich zu den zehn bis zwölf, welche bereits um Mariupol herum im Einsatz sind, und es könnten noch mehr werden. Bei dieser Art von Gefechten spielen schwere Waffen, insbesondere gepanzerte Fahrzeuge und Artillerie, eine Schlüsselrolle. Dies ist ein weiterer Grund, warum die Ukraine dringend neue Lieferungen dieser Waffen benötigt.

Karte, Ukraine:  Städte
Karte, Ukraine: Städte
Quelle: ZDF

Den russischen Streitkräften ist es bisher lediglich gelungen, kleine Gebiete in der Region Luhansk zu erobern:

  • Kreminna
  • Teile von Popasna
  • etwa zwei Dutzend weitere Dörfer

Aufgrund des erbitterten ukrainischen Widerstands und des komplizierten, zerklüfteten Geländes dürfte ein weiterer russischer Vormarsch jedoch nur langsam vorankommen. Charkiw steht unter ständigem Artilleriebeschuss.

In der siebten Woche des Krieges in der Ukraine meldet Kiew im Osten und Süden des Landes schwere Angriffe und Explosionen. Russland spricht von einer "neuen Phase", man fokussiere sich auf militärische Ziele.

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Westliche Hilfe wirkt

Den ukrainischen Streitkräften ist es in bemerkenswerter Weise gelungen, russische Flugzeuge, Hubschrauber und vor allem zahlreiche Drohnen im Donbass durch vom Westen bereitgestellte Flugabwehrraketen abzuschießen.

Die USA genehmigten weitere Militärhilfe in Höhe von 800 Millionen US-Dollar, die schwere Artilleriesysteme sowie Drohnen und taktische Fahrzeuge umfasst. Darüber hinaus hat die Ukraine mit Hilfe der USA Ersatzteile für ihre Kampfjets erhalten, was Kiew in die Lage versetzt, die Einsatzbereitschaft seiner Kampf- und Angriffsflugzeuge zu erhöhen.

Rückeroberungen ukrainischer Streitkräfte in anderen Regionen

Im Westen erobert die Ukraine weiterhin Gebiete südöstlich von Mykolaiv zurück. Der größte Teil der Region Mykolaiv ist bereits befreit.

Die sich zurückziehenden russischen Streitkräfte verminen in großem Umfang sowohl die Straßen als auch das Land. Dies verlangsamt nicht nur kurzfristig den Vormarsch der Ukraine, sondern wird auch die Wiederaufnahme des normalen Lebens, einschließlich der Landwirtschaft, ernsthaft behindern. Russische Minen und Sprengfallen stellen auch in den Regionen Kiew, Tschernihiw und Sumy ein ähnlich großes Problem dar.

Russland zielt auch auf Infrastrukturen ab

Inzwischen konzentriert Russland seine Luft- und Raketenangriffe auf die Eisenbahninfrastruktur der Ukraine. Angriffe auf Bahnhöfe und Knotenpunkte führen zu einer Beeinträchtigung der Transportkapazitäten, was sowohl den Waffentransport an die Front als auch die Evakuierung der Zivilbevölkerung aus dem Osten erschwert.

In den letzten Tagen gab es heftige Angriffe auf das Eisenbahnsystem in:

  • Lemberg
  • Dnipro
  • Saporischschja
  • Kramatorsk und mehreren anderen Städten

Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Russland diese Angriffe, die möglicherweise auch die Brücken über den Dnipro betreffen, einstellen wird.

Karte, Mariupol, Stahlwerk, Hafen
Karte, Mariupol
Quelle: ZDF

Mariupol weitgehend erobert

Die russischen Streitkräfte haben ganz Mariupol erobert, mit Ausnahme des Stahlwerks Azovstal, das noch von Resten des ukrainischen Azov-Regiments und von Marine-Infanterie-Einheiten verteidigt wird. Am 21. April ordnete Putin an, den Angriff einzustellen und stattdessen die Anlage von außen zu umzingeln und abzuriegeln, um die ukrainischen Verteidiger an der Flucht zu hindern.

Doch selbst wenn es Russland gelingen sollte, die verbliebenen ukrainischen Truppen auszuhungern, ist es unwahrscheinlich, dass die derzeit in Mariupol stationierten 10-12 BTGs aufgrund von Verlusten und Erschöpfung in absehbarer Zeit im Donbass eingesetzt werden können.

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