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Oktoberfestattentat war rechtsextremistisch

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Ermittlungen beendet - Oktoberfestattentat war rechtsextremistisch

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Das Oktoberfestattentat von 1980 war der größte rechtsextreme Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. 2014 wurden die Ermittlungen neu aufgenommen - jetzt das Ergebnis.

Oktoberfest-Attentat 1980. Archivbild
Oktoberfest-Attentat 1980. Archivbild
Quelle: Frank Leonhardt/dpa

Das Oktoberfestattentat von 1980 war eindeutig rechtsextremistisch motiviert. Das ergaben dem Vernehmen nach die neuen Ermittlungen zu der Tat mit 13 Toten und mehr als 200 Verletzten. Die Bundesanwaltschaft stellte am Montag die vor gut fünfeinhalb Jahren neu aufgenommenen Ermittlungen ein. Zuvor hatten "Süddeutsche Zeitung", "Spiegel" und "Tagesspiegel" darüber berichtet. Konkrete Ansätze zur Verfolgung etwaiger Hintermänner oder Komplizen wurden auch nach Prüfung Hunderter Spuren nicht gefunden.

Rechtsterroristischer Hintergrund

Anders als bei der Einstellung 1982 habe die Bundesanwaltschaft aber klar den rechtsterroristischen Hintergrund festgestellt, sagte der Münchner Opferanwalt Werner Dietrich, der die neuen Ermittlungen im Dezember 2014 mit seinem dritten Wiederaufnahmeantrag in Gang gebracht hatte.

Dietrich zitierte aus der Karlsruher Einstellungsverfügung über Gespräche Köhlers mit seinen gleichgesinnten Freunden: "Köhler hat dabei nicht nur über das durch die Tat zu erreichende konkrete Ziel der politischen Einflussnahme auf die bevorstehende Bundestagswahl gesprochen, sondern darüber hinaus über einen Führerstaat und eine nationalsozialistische Diktatur, die er für wünschenswert halte." Bei der Bundestagswahl am 5. Oktober 1980 war CSU-Chef Franz Josef Strauß als Kanzlerkandidat der Union gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) angetreten, der bestätigt wurde.

Bombenleger stirbt

Eineinhalb Wochen davor, am Abend des 26. September 1980, hatten am Haupteingang zur Wiesn 1,39 Kilogramm TNT zwölf Festgäste in den Tod gerissen und mehr als 200 verletzt. Schrauben und Nägel erhöhten die Zerstörungskraft. Auch der Bombenleger Köhler starb. Der Geologie-Student war ein früherer Anhänger der dann verbotenen rechtsextremistischen "Wehrsportgruppe Hoffmann" und hatte Kontakte in weitere rechtsextreme Gruppen sowie zur NPD.

Die Akten wurden damals rasch geschlossen, das Verfahren eingestellt. Die Behörden sprachen von einem Einzeltäter, der die Tat aus rein privaten Motiven beging. Das bezweifelten Angehörige, Opfervertreter und Politiker verschiedener Parteien, sie kämpften für die Wiederaufnahme der Ermittlungen, was 2014 geschah.

Gründlich und ergebnisoffen ermittelt

Seitdem gab es laut Anwalt Dietrich weit über tausend Vernehmungen von Zeugen und Opfern, an die 900 Hinweise und Spuren wurden überprüft und fast 400.000 Seiten Akten durchflöht. Die Bundesanwaltschaft habe gründlich und ergebnisoffen ermittelt und sei damit zu "dieser eindeutigen politischen Einschätzung gekommen".
"Schon deshalb hat sich der jahrzehntelange Einsatz gelohnt", sagte der 73-Jährige.

In den 1980er Jahren hatte es zahlreiche Pannen gegeben. Zeugen wurden nicht ausreichend gehört. Ein nahe dem Explosionsort entdecktes Fragment einer Hand wurde in der Rechtsmedizin untersucht - und verschwand spurlos. 48 Zigarettenstummel aus Köhlers Auto wurden vernichtet.

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