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Fall Palme eingestellt - Verdächtiger tot

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34 Jahre nach Mord - Fall Palme eingestellt - Verdächtiger tot

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Die Ermittlungen im spektakulären Mordfall Olof Palme werden eingestellt. Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter ausgemacht - der aber ist bereits verstorben.

Die schwedische Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen zum Mord an Olof Palme, dem ehemaligen Regierungschef, ein. Der mutmaßliche Täter ist bereits gestorben.

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Für Schweden ist der Fall ein nationales Trauma - jetzt wird er eingestellt: Mehr als 34 Jahre nach dem bisher unaufgeklärten Mord an Ministerpräsident Olof Palme haben die Ermittler nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Täter identifiziert. Der Mann starb aber bereits vor 20 Jahren, der Fall werde deshalb zu den Akten gelegt, gab Staatsanwalt Krister Petersson am Mittwoch bekannt.

Weil er gestorben ist, kann ich ihn nicht anklagen.
Staatsanwalt Krister Petersson

Damit dürfte einer der aufsehenerregendsten Morde in der Geschichte Schwedens zumindest juristisch ungeklärt bleiben.

Verdächtiger war schon einmal im Visier der Fahnder

Die Ermittler waren dem Verdächtigen bereits seit längerem auf der Spur. "Die Person ist Stig Engström", sagte Petersson. Er sei als einer der ersten am Ort des Geschehens gewesen und schon einmal kurzzeitig als Verdächtiger behandelt worden. Die Angaben mehrerer Augenzeugen passten zu dem Mann. Der damals 52-jährige Versicherungsangestellte war zuvor beim Militär gewesen, Mitglied eines Schützenvereins und entschiedener Gegner der linken Politik Palmes. Außerdem habe er ein Alkoholproblem gehabt, sagte Staatsanwalt Petersson.

Der Verdächtige selbst gab damals an, am Tatort gewesen zu sein. Er habe versucht, Palme wiederzubeleben und mit dessen Frau und der Polizei gesprochen. Die Zeugenaussagen erklärte er damit, dass er auch den Attentäter verfolgt habe und von Beobachtern mit diesem verwechselt worden sei. Später stufte ihn die Polizei als unglaubwürdigen und widersprüchlichen Zeugen ein, an dem sie kein weiteres Interesse habe.

Eine der teuersten Ermittlungen der Welt

Palme war im Februar 1986 auf offener Straße von hinten erschossen worden, als er in Stockholm mit seiner Frau Lisbet aus einem Kino kam. Seine Gattin erlitt einen Streifschuss. Sie überlebte die Tat leicht verletzt.

Der Palme-Mord gilt als einer der größten Kriminalfälle Europas, die Ermittlungen zählen zu den umfassendsten und teuersten der Welt. Die Ermittlungen waren zunächst nur schleppend in Gang gekommen und waren von Anfang an mit Fehlern behaftet.

Zahlreiche Verdächtige und Verschwörungstheorien

Die Ermittler hatten unzählige Spuren und Hinweise verfolgt, die zu einzelnen Tatverdächtigen, aber unter anderem auch zur kurdischen PKK und zum südafrikanischen Geheimdienst geführt hatten. Um den Fall ranken sich eine Vielzahl von Verschwörungstheorien. Insgesamt wurden mehr als 100 Personen zeitweise als verdächtig eingestuft. Ein Drogensüchtiger wurde Ende 1988 festgenommen und von Lisbet Palme als Täter identifiziert - er wurde zunächst verurteilt, in einem Berufungsverfahren mangels Beweisen aber wieder freigesprochen.

Der Sozialdemokrat Palme war von 1969 bis 1976 sowie von 1982 bis 1986 Ministerpräsident. Er setzte sich international für Abrüstung und Verständigung ein. Viele würdigen ihn als Architekten des modernen Schwedens mit seinem ausgeprägten Wohlfahrtsstaat. Andere kritisieren ihn, weil unter seiner Ägide die Steuern erhöht wurden und die Gewerkschaften an Einfluss gewannen.

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