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Angehörige erinnern an 298 Opfer - MH17-Prozess: Hauptverhandlung startet

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Vor fast sieben Jahren wurde der Passagierflug MH17 über der Ostukraine abgeschossen, 298 Menschen starben. Jetzt hat in den Niederlanden die Hauptverhandlung begonnen.

Sieben Jahre nach dem Abschuss von Flug MH17 wird das Hauptverfahren gegen vier mutmaßliche Täter in den Niederlanden eröffnet. Damals wurden alle 298 Menschen an Bord getötet.

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Fast sieben Jahre nach dem Abschuss des Passagierflugs MH17 über der Ostukraine ist am Montag in den Niederlanden das Hauptverfahren gegen vier mutmaßliche Täter eröffnet worden. Nach einer ersten allgemeinen Erörterung im extra gesicherten Justizgebäude am Amsterdamer Flughafen kommen ab Dienstag die inhaltlichen Aspekte der Ermittlungen zur Sprache. Angeklagt sind drei Russen und ein Ukrainer. Der Strafprozess läuft seit März 2020.

Kein Angeklagter ist in dem Verfahren anwesend. Nur der Russe Oleg Pulatow, der eine führende Rolle im Geheimdienst der selbst ernannten Volksrepublik Donezk gespielt haben soll, lässt sich vor Gericht von Anwälten vertreten. Er hatte mitteilen lassen, nicht verantwortlich zu sein. Eine Auslieferung durch Russland müssen er und die anderen Angeklagten nicht befürchten.

Moskau bezeichnet Prozess als "Theaterinszenierung"

Die Führung in Moskau hatte den Prozess als "Theaterinszenierung" bezeichnet. Sie kritisierte unter anderem, nicht an den Untersuchungen beteiligt gewesen zu sein. Zudem gebe es keine Beweise für eine Täterschaft der prorussischen Kräfte.

Die russischen Staatsmedien hatten immer wieder verschiedene Versionen zum Hergang des Abschusses gestreut und so versucht, die Täterschaft auf die Ukraine zu lenken. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte schon kurz nach dem Abschuss gesagt, dass alleine die Ukraine für das Verbrechen verantwortlich sei.

Karte: Ukraine - Donbass (MH17-Abschuss)
Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über der Ostukraine von einer Luftabwehrrakete abgeschossen worden.
Quelle: ZDF

Der Kremlchef wirft dem Nachbarland vor, den Luftraum über dem Krisengebiet trotz der Kampfhandlungen nicht gesperrt zu haben. Dort war kurz vorher bereits ein ukrainisches Militärflugzeug abgeschossen worden. Gleichwohl sieht sich Russland international in der Kritik, durch seine Unterstützung der Separatisten - auch mit Waffen - den Krieg angeheizt zu haben.

298 leere weiße Stühle erinnern an die Toten

Um an die mutmaßliche Mitverantwortung Russlands zu erinnern, stellten Opferangehörige am Vortag der Verhandlung vor der russischen Botschaft in Den Haag erneut 298 leere weiße Stühle in der Formation der Passagierkabine auf - einen für jeden Toten.

Die Gruppe Waarheidsvinding MH17 (Wahrheitsfindung MH17) warf der Regierung in Moskau vor, Russlands Verstrickung in den MH17-Abschuss zu verschleiern. Bei der Botschaft sei ein Schreiben der Gruppe an Putin abgegeben worden, berichtete der niederländische Sender NOS. Hans de Borst, einer der Angehörigen, sagte dem Sender:

Da wird ein Massenmord begangen, wenn vielleicht auch aus Versehen, und dann verschwindet man einfach. Das können wir nicht akzeptieren.

Die Stühle seien bereits zum vierten Mal vor der Botschaft aufgestellt worden. "Und vielleicht müssen wir das noch zehn Mal tun", sagte De Borst. Wann in dem Gerichtsverfahren ein Urteil verkündet werden kann, ist noch nicht klar absehbar.

Opfer-Angehörige sollen im September aussagen

Laut Mitteilung bekommt die Staatsanwaltschaft am 17. und 18. Juni die Gelegenheit zu weiteren Darlegungen, anschließend dann auch die Verteidigung. Weitere Anhörungen sind bis zum 9. Juli geplant. Im September sollen dann Angehörige von Opfern vor Gericht zu Wort kommen.  

Doku | ZDFinfo Doku - Todesflug MH17 - Den Tätern auf der Spur  

Am 17. Juli 2014 wird der Linienflug MH17 über der Ostukraine abgeschossen, einem Gebiet der pro-russischen Separatisten. Steckt der russische Geheimdienst hinter der Tat?

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