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Bundesparteitag der CDU - Korte: Digitaler Parteitag als "Black Box"

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Laschet, Merz oder Röttgen? Die Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden findet online statt. Im Interview erklärt Prof. Korte, inwiefern die Distanz die Abstimmung beeinflussen könnte.

Auf ihrem Online-Parteitag nächste Woche will die CDU einen neuen Parteichef wählen. Dabei geht es nicht nur um die Person, sondern auch um die künftige Ausrichtung der Partei.

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ZDFheute: Wie schätzen Sie den Faktor „online“ bei diesem Parteitag ein?

Prof. Karl-Rudolf Korte: Die Abstimmung der Delegierten gleicht einer Black Box: Wir wissen nicht, wie sich die Mehrheiten verteilen werden. Der Distanz-Parteitag erschwert eine Einschätzung kollosal, weil auch jede Form der teilnehmenden Beobachtung entfällt. Digitale Reden lösen außerdem keine Stimmungsveränderung aus.

ZDFheute: Wo sehen Sie die Unterschiede zwischen den drei Kandidaten?

Prof. Karl-Rudolf Korte: Die großen Unterschiede bestehen in der Projektion, mithin der Erwartung der jeweiligen Wähler und Anhänger - nicht in der Realität. Aber Projektionen beeinflussen natürlich auch Wirklichkeiten. Alle drei sind westdeutsche katholische Männer aus NRW, die seit Jahrzehnten die Programmatik und Politik der CDU mitgeformt haben. Sie sind die CDU.

Die Unterschiede, die alle drei in ihren Programmvorhaben vorgelegt haben, sind marginal - zumal die CDU nicht eine Programm-Partei wird, sondern als Gefühlsgemeinschaft sozusagen wie eine Familie agiert: sicherheitskonservativ, kümmernd-besorgt, staatsfromm.

Die wirklichen Unterschiede liegen eher im Kommunikations- und Führungsstil: kooperative Führung und lavieren; Entschiedenheitsprosa und Ansagen; Ideenmanagement und Deliberation.

Wer wird neuer Vorsitzender der CDU?

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14 min
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ZDFheute: Erklären Sie uns dann noch die Unterschiede in der Wahrnehmung der Kandidaten durch die Delegierten - aber auch die Bevölkerung.

Prof. Karl-Rudolf Korte: Die Unterschiede in der Projektion sind sehr groß: Armin Laschets Politik gilt als Fortsetzung und er selbst als natürlicher Erbe von Kanzlerin Merkel. Friedrich Merz sehen seine Anhänger als Kontrastprogramm zur Ära Merkel und den Neustart verkörpert am ehesten Norbert Röttgen. Viele nehmen ihn als Brückenbauer zwischen dieser und der kommenden Zeit war.

Die Kräfteverhältnisse zwischen diesen drei haben sich über die vergangenen Monate verschoben. Die Favoritenrolle ist Laschet abhanden gekommen. Andererseits ist die "Bruch" Vorstellung von Merz angesichts der geachteten Krisenlotsin Merkel auch ohne Schwung.

Die Fragen stellte Ina Baltes, Korrespondentin im Landesstudio Nordrhein-Westfalen.

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