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Häusliche Gewalt nimmt weiter zu

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Giffey zur Kriminalstatistik - Häusliche Gewalt nimmt weiter zu

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Stalking, Körperverletzung, Vergewaltigung - die Zahl der Fälle von Gewalt in Partnerschaften steigt immer weiter. Die Corona-Pandemie dürfte die Situation verschärft haben.

Ein Ehemann greift seine Frau tätlich an
Vier von fünf Opfern von Gewalt in Partnerschaften sind Frauen.
Quelle: imago

Die Zahlen sind alarmierend: Alle 45 Minuten wird eine Frau Opfer einer vollendeten oder versuchten gefährlichen Körperverletzung in ihrem direkten häuslichen Umfeld. Etwa alle drei Tage wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet.

Die Zahl der gemeldeten Gewalttaten in bestehenden oder ehemaligen Partnerschaften hat weiter zugenommen: Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 141.792 Fälle, rund 0,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Wenn der eigene Mann zum Feind wird

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Vier von fünf Opfern sind Frauen

In Berlin stellte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zusammen mit dem Chef des Bundeskriminalamts (BKA) Holger Münch die Auswertung für 2019 vor. Zu 81 Prozent waren Frauen betroffen. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass die Corona-Pandemie die Lage noch einmal verschärft habe, sagte Giffey - Zahlen für das laufende Jahr sind aber noch nicht Teil des Statistik.

Über die Hälfte der Betroffenen lebt mit dem Täter unter einem Dach. Man kann sagen: 'Der Freind in meinem Bett'
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey

Es geht um Delikte wie Mord und Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung und Stalking oder Freiheitsberaubung. Seit 2015 gebe es einen kontinuierlichen Trend steigender Zahlen.

Es wird immer offensichtlicher: Die häusliche Gewalt an oft kleinen Kindern nimmt zu. Kinderschützer sind besorgt.

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Die meisten Opfer gehen nicht zur Polizei

BKA-Chef Münch wies darauf hin, dass die Dunkelziffer vermutlich um ein Vielfaches höher ist, weil die meisten Opfer solche Straftaten nicht zur Anzeige bringen - sei es aus Scham oder aus Gründen der finanziellen Abhängigkeit.

Gewalt in der Mitte unserer Gesellschaft geht uns alle an. Schweigen schützt die Täter.
Holger Münch, Chef des Bundeskriminalamts

Lieber solle man einmal mehr einen Hinweis an die Polizei weiter geben als einmal zu wenig, so Münch.

Lambrecht will Gesetz zum Opferschutz verschärfen

Wie Münch und Giffey rief auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) dazu auf, aufmerksam zu sein und Betroffene zu unterstützen. Die Justiz müsse Gewalt in Partnerschaften mit großer Entschiedenheit verfolgen.

Dazu kündigte die Justizministerin an, noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf vorzulegen, der Kontaktverbote auch nach Angriffen auf die sexuelle Selbstbestimmung des Opfers vorsehe. Bislang sind solche Verbote nach Verletzungen der Gesundheit und der Freiheit möglich.

Familienministerin Giffey stellt Statistik des Bundeskriminalamts vor - die komplette Pressekonferenz.

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