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Kopf-an-Kopf-Rennen - Peru: Castillo ruft sich zum Wahlsieger aus

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Es gibt noch kein amtliches Endergebnis der Stichwahl in Peru. Jedoch scheint der Linkspolitiker Castillo knapp vor der rechtspopulistischen Kandidatin Fujimori zu liegen.

Pedro Castillo, aufgenommen am 08.06.2021 in Lima (Peru)
Verspricht ein Ende des neoliberalen Wirtschaftsmodells: Pedro Castillo von der Linkspartei Perú Libre
Quelle: Reduters

Der Linkspolitiker Pedro Castillo hat sich zum Sieger der Präsidentschaftswahlen in Peru ausgerufen. Nach Auszählung von 99,4 Prozent der Wahlzettel kam Castillo auf 50,2 und die Konservative Keiko Fujimori auf 49,7 Prozent der Stimmen, wie die Wahlbehörde mitteilte. Bis zur Verkündung des offiziellen Wahlergebnisses können aber noch mehrere Tage vergehen.

Wir werden eine Regierung sein, die die Demokratie und die aktuelle Verfassung respektiert. Und wir werden eine Regierung mit finanzieller und wirtschaftlicher Stabilität sein.
Pedro Castillo, Präsidentschaftskandidat der Linkspartei Perú Libre

Anhänger von Fujimori vermuten Wahlbetrug

Anhänger Fujimoris versammelten sich vor der Nationalen Wahlbehörde und skandierten ihren Protest gegen mutmaßlichen Wahlbetrug. Fujimori reklamierte eine "Vielzahl von Unregelmäßigkeiten" in den Wahllokalen, in denen Castillo vorn liegt.

Sie wollen die Ergebnisse, die den Willen des Volkes spiegeln, verfälschen oder verzögern.
Keiko Fujimori, konservative Präsidentschaftskandidatin

Castillo holt Stimmen bei ärmerer Bevölkerung

Bei der Auszählung lag Fujimori zunächst knapp vorn. Aber Castillo profitierte von den Stimmzetteln aus ländlichen Regionen, die im Laufe des Wahlabends am Sonntag eintrafen. Castillo genießt in der ländlichen ärmeren Bevölkerung den größten Rückhalt.

Castillo von der Linkspartei Perú Libre verspricht ein Ende des neoliberalen Wirtschaftsmodells. Er will sämtliche transnationalen Verträge im Bergbau neu verhandeln und den Staat mit 80 Prozent an den Einnahmen beteiligen. Mit dem Geld will er das marode Gesundheitssystem sanieren und die Bildung verbessern.

In Peru wird ein neues Staatsoberhaupt gewählt. In der Stichwahl stehen sich der Marxist Pedro Castillo und die Rechtspopulistin Keiko Fujimori gegenüber.

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Fujimori gilt als Vertreterin der Elite

Keiko Fujimori ist die Tochter des früheren autoritären Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2000), der eine 25-jährige Haftstrafe wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen verbüßt. Sie gilt als Vertreterin der Elite und trat bereits dreimal bei der Stichwahl um das Präsidentenamt an.

Die 46-Jährige ist in den Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt und verbrachte insgesamt 16 Monate in Untersuchungshaft.

Peru hat in der Pandemie die höchste Sterblichkeitsrate weltweit

Peru leidet sehr unter der Corona-Krise. Die Wirtschaft ist stark eingebrochen. Vor kurzem hatte das Gesundheitsministerium die offizielle Todeszahl der Corona-Statistik um mehr als das Doppelte heraufgesetzt. Das südamerikanische Land hat damit die höchste Sterblichkeitsrate weltweit.

Peru hat die offizielle Zahl seiner Corona-Toten um mehr als das Doppelte heraufgesetzt.

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