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Pestizidstreit in Südtirol

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Äpfel mit Beigeschmack - Pestizidstreit in Südtirol

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Äpfel aus Südtirol: beliebt bei deutschen Kunden. Südtiroler Biobauern und das Münchner Umweltinstitut kritisieren jedoch den hohen Pestizideinsatz in konventionellen Plantagen.

Mädchen erntet Äpfel auf einer Plantage in Südtirol
Quelle: ZDF

Ein heftiger Streit um den Pestizideinsatz auf Südtiroler Apfelplantagen wird jetzt in Bozen vor Gericht verhandelt. 1.600 konventionell arbeitende Apfelbauern unter Führung von Landrat Schuler klagen gegen eine Handvoll Ökorebellen.

Im Fadenkreuz: Karl Bär vom Umweltinstitut München, einer kleinen NGO, und Alexander Schiebel, Journalist und Buch- und Filmautor. Der Vorwurf der Kläger: Verleumdung und üble Nachrede.

Billig liegt auch bei Bio im Trend. Massentierhaltung, Umweltverschmutzung und Billigimporte sind mittlerweile auch bei der Bio-Produktion Alltag. Und der Boom lockt immer mehr Betrüger an.

Beitragslänge:
28 min
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Konventionelle Bauern sehen wirtschaftlichen Schaden

Bär und Schiebel hätten mit ihrer Antipestizidkampagne den guten Ruf der Südtiroler Obstbauern beschädigt. Deutschland ist einer der wichtigsten Abnehmer für die Äpfel - 20 Prozent der Ernte landen in der Bundesrepublik. Aber durch die Kampagne sei erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstanden, daher müssten Bär und Schiebel zur Rechenschaft gezogen werden.

Die haben eine rote Linie überschritten.
Arnold Schuler

Karl Bär vom Umweltinstitut München sieht in der Klage dagegen einen Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Man will die Kritiker des Pestizideinsatzes wieder einmal mundtot machen.
Karl Bär

Umweltinstitut und Bürgermeister wollen pestizidfreie Zone

Der Streit um den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide in Südtirol geht schon seit vielen Jahren. Bereits 2014 hatte das Umweltinstitut gemeinsam mit Bürgermeister Ulrich Veith eine Kampagne für eine pestizidfreie Zone rund um die kleine Stadt Mals gefordert.

Veith organisierte ein Bürgerbegehren, seine Gegner zerrten ihn vor Gericht - wegen angeblicher Veruntreuung. Nach fünf Jahren wurde er von allen Vorwürfen freigesprochen. "Wir haben damals in ein Wespennest gestoßen", sagt Bürgermeister Veith heute.

Biobauern leiden unter Pestizideinsatz

Unterstützung bekommen die Beklagten von vielen Biobauern. Die sind darauf angewiesen, dass ihre Produkte, nicht nur Äpfel, sondern auch Milchprodukte und Gemüse absolut frei von Pestizidrückständen sind. Das ist in Italien so festgelegt. Doch immer wieder gelangen Pestizide durch starken Wind von konventionellen Plantagen auf Biofelder.

Dringt das Pestizid in das Lebensmittel ein, ist es für den Biobauern wertlos. Inzwischen verzichten zehn Prozent der Landwirte auf den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmitteln.

Für Francesca Cancellaro, Anwältin der Beklagten, steht fest, dass die Pestizidkritiker mit dem Prozess mürbe gemacht werden sollen. Der nächste Gerichtstermin in Bozen ist am 27. November. 

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