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Strack-Zimmermann bei "Lanz" : Polens Kampfjet-Angebot überrascht

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Polen will Kampfflugzeuge an die Ukraine übergeben. Möglicherweise über den in Deutschland liegenden US-Stützpunkt Ramstein, wie Marie-Agnes Strack-Zimmermann bei "Lanz" erklärt.

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), im Gespräch mit Markus Lanz in dessen ZDF-Talkshow.
Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) zu Gast bei "Markus Lanz".
Quelle: Markus Hertrich

Polen will seine MIG-29-Kampfjets an die USA liefern. Die Kampfflugzeuge sollen im Anschluss an die Ukraine übergeben werden. "Sie wussten nichts davon?", fragte Markus Lanz die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP).

Zwar habe es diese Überlegung schon letzte Woche gegeben, so Strack-Zimmermann. Doch: "Just, akut diese Entscheidung habe ich auch gerade erst erfahren." Die FDP-Politikerin beteuerte: "Die polnische Regierung muss nicht die deutsche Regierung fragen, was sie macht oder nicht macht." Die Amerikaner reagierten später auf das Angebot aus Polen und bezeichneten es als "nicht haltbar".

Strack-Zimmerman: Gegenreaktion Russlands fraglich

Mit Blick auf eine potentiell aggressive Gegenreaktion Russlands sagte Strack-Zimmermann, dass die Dynamik der Situation dazu führen könne, im Eifer falsch zu entscheiden. Jedoch würden in der Ukraine Wohngebäude aus der Luft beschossen.

Die ukrainische Luftwaffe sei relativ früh zerstört worden und die großen Angriffe der Russen würden nun mal über die Luft stattfinden. Strack-Zimmermann stellte klar:

Es ist die Frage, (...) ob sie davon ausgehen, dass sie in einem Luftkampf bestehen können, wenn sie entsprechende Flugzeuge haben.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Wie kommen Kampfjets in die Ukraine?

Indes ist unklar, auf welchem Weg die Kampfflugzeuge an die Ukraine geliefert werden würden. Marie-Agnes Strack-Zimmermann äußerte folgende Vermutung: "Ich nehme an, der Umweg wird über die USA, das exterritoriale Ramstein gemacht."

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Ramstein liegt in Deutschland. Das dortige Gebiet der US-Armee sei jedoch amerikanisches Gebiet, so Strack-Zimmermann. Sie erklärte den Grund für das polnische Vorgehen:

Die Polen wollten offensichtlich nicht, dass unmittelbar von ihrem Land aus diese Art der Waffe geliefert wird.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Strack-Zimmermann betonte, dass man nicht vergessen dürfe, dass Polen eine Grenze zu Russland hat.

Major: Nato will nicht militärisch eingreifen

Den Umweg über die USA bezeichnete Claudia Major, Expertin für Sicherheitspolitik, als bemerkenswert, da er die "Sorge Polens zeigt, irgendwie in diesen Konflikt reingerissen zu werden".

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In den letzten Tagen habe es eine "rote Linie" der Nato gegeben, nicht aktiv in die Ukraine reinzugehen. Der Grund, so Major: das Risiko eines Krieges mit Russland.

Brisante Entscheidung

Dass die Lieferung über Ramstein abgewickelt werden könnte, zeige "die ganze Vorsicht und dass man sich der Brisanz dieser Entscheidung (...) wirklich bewusst ist", sagte Claudia Major bei "Lanz". Dennoch räumte sie ein:

Wenn Russland sich provoziert fühlen möchte, wird es sich provoziert fühlen.
Claudia Major, Sicherheitsexpertin

Und weiter: "Ich glaube trotzdem, dass es einen Unterschied macht, wenn die Ukraine mit polnischen Jets über den ukrainischen Luftraum geht, als wenn es Flugzeuge (...) von Nato-Staaten sind, die unter einem Nato-Label den ukrainischen Luftraum wirklich leerschießen."

Kampfjets als humanitäre Hilfe

Major erklärte abschließend die Bedeutung der Entscheidung Polens für die Ukraine: "[Kampfflugzeuge] können sowohl humanitär helfen, weil sie die Angriffe (...) auf die Zivilbevölkerung möglicherweise unterbinden können (...), als auch militärisch."

Das sei ein "qualitativer Unterschied", weil man damit einen Teil der ukrainischen Luftwaffe wiederherstelle.

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