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Warschau bestellt deutschen Diplomaten ein

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Vor Stichwahl in Polen - Warschau bestellt deutschen Diplomaten ein

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Deutsche Medien sollen sich in Polens Präsidentschaftswahlkampf eingemischt haben, sagt Polens Regierung - und beruft deshalb einen deutschen Diplomaten ein.

Andrzej Duda bei einer Wahlkampfveranstaltiung am 07.07.2020 in Lomza (Polen).
Angespanntes Verhältnis: Polen und Deutschland haben sich schon besser verstanden als kurz vor der Präsidentschaftswahl.
Quelle: epa

Wenige Tage vor der Präsidentenwahl in Polen verschärfen sich die Spannungen der Regierung mit Deutschland.

Nach einem Konflikt zwischen Präsident Andrzej Duda und einer in Polen erscheinenden Boulevardzeitung, die teilweise in deutschem Besitz ist, hat das Außenministerium in Warschau den Geschäftsträger der deutschen Botschaft einbestellt.

Vorwurf gegen deutsche Medien: Manipulation und Lügen

Er habe dem deutschen Diplomaten erklärt, dass eine "Serie von Artikeln in deutschen Medien, die mit Manipulationen und Lügen arbeitet und den Verdacht erweckt, dass man auf den demokratischen Wahlprozess Einfluss nehmen möchte", auf entschiedenen Widerstand Warschaus stoße, schrieb der stellvertretende polnische Außenminister Szymon Szynkowski vel Sek am Mittwoch auf Twitter.

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Dies überschreite die Umsetzung der Pressefreiheit, die man achte. In einem früheren Tweet hatte vel Sek geschrieben, die Berichterstattung in deutschen Medien erwecke den Eindruck des Engagements auf der Seite eines Kandidaten im Rennen um die Präsidentschaft.

Duda kritisiert Berichterstattung vor Wahl in Polen

Offiziell gab es keine Bestätigung dafür, was der konkrete Anlass für die Einbestellung des Geschäftsträgers war. Eine Sprecherin der Botschaft bestätigte den Termin, wollte aber zum Inhalt keine Angaben machen.

Polens Präsident Duda hatte am Freitag die Berichterstattung in der Boulevardzeitung "Fakt" kritisiert, die in Polen von der Ringier Axel Springer Media AG herausgegeben wird. An dem Unternehmen halten das Schweizer Medienhaus und Axel Springer jeweils Anteile von 50 Prozent.

Boulevardzeitung "Fakt" stelle Duda als pädophilen Täter dar

"Fakt" hatte darüber berichtet, dass Duda einen Pädophilen begnadigt hatte. Nach Ansicht von Kommentatoren in Warschau erweckte die Aufmachung in "Fakt" den Eindruck, als sei Duda selbst ein pädophiler Täter. Duda sagte auf einer Wahlkampfveranstaltung: "Wollen die Deutschen den Präsidenten in Polen bestimmen?" Die Bundesregierung wies daraufhin den Vorwurf einer Einflussnahme zurück.

Zudem kritisierte der Präsident den Warschau-Korrespondenten der "Welt". Dieser habe geschrieben, dass Dudas Herausforderer Rafal Trzaskowski, der bessere Präsident wäre, weil er anders als Duda nicht auf Reparationszahlungen von Deutschland für die Schäden des Zweiten Weltkriegs beharre.

Nach der ersten Runde der polnischen Präsidentschaftswahl hat kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht. Der bisherige Präsident Duda und sein Herausforderer Trzaskowski gehen in die Stichwahl.

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Knappes Rennen zwischen Duda und Trzaskowski

Am Sonntag findet in Polen die Stichwahl zwischen dem konservativen Amtsinhaber Andrzej Duda und seinem liberalen Herausforderer Rafal Trzaskowski statt. Laut Umfragen wird es ein knappes Rennen zwischen Duda und seinem liberalkonservativen Herausforderer Trzaskowski.

Die Axel Springer Verlagsgruppe wollte die Vorgänge nicht kommentieren. Vom Medienunternehmen Ringier lag zunächst keine Stellungnahme vor.

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