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ZDF-Politbarometer - Mehrheit für Kanzler Scholz - Union verliert

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Eine deutliche Mehrheit der Befragten fände es weiterhin gut, wenn Olaf Scholz Kanzler würde. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer. Derweil fällt die Union unter 20 Prozent.

Das aktuelle Politbarometer zeigt das eine Mehrheit Olaf Scholz als Kanzler will und für eine Ampel-Koalition ist. Die Union rutscht auf ein Rekordtief unter die 20 Prozent.

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Drei Viertel aller Befragten finden es gut, wenn Olaf Scholz Kanzler wird. Das sehen deutliche Mehrheiten der SPD-, Grünen-, FDP- und Linke-Anhänger so - aber auch 55 Prozent in der Unions-Anhängerschaft.

Fast drei Wochen nach der Wahl dauern die Sondierungsgespräche zwischen SPD, Grünen und FDP an. Eine formale Entscheidung, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen, ist noch nicht gefallen. Die Koalitionspräferenzen in der Bevölkerung sind dabei recht eindeutig:

Eine Regierung aus SPD, Grünen und FDP fänden 62 Prozent aller Befragten gut, 16 Prozent wäre es egal und 19 Prozent fänden das schlecht (alle anderen antworteten mit "weiß nicht"). Eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP wird mehrheitlich ebenso deutlich abgelehnt wie eine Koalition aus SPD und Union.



Problematische Themen für mögliche Koalitionsverhandlungen

88 Prozent aller Befragten erwarten, dass es zur Ampel-Koalition kommen wird (nicht kommen: sieben Prozent). Für die möglicherweise bald beginnenden Koalitionsverhandlungen gibt es besonders in der Finanz- und Steuerpolitik erhebliche Differenzen zwischen SPD und Grünen einerseits und der FDP andererseits.

Dies spiegelt sich auch in den Antworten der Befragten: Wenn der Staat jetzt angesichts der politischen und wirtschaftlichen Lage zusätzliche Schulden aufnehmen würde, fänden das 41 Prozent gut und 53 Prozent nicht gut.

Hohe Einkommen besteuern?

Für eine Erhöhung der Staatsschulden sprechen sich insbesondere Mehrheiten bei den Anhängern der Grünen (67 Prozent) und der Linken (57 Prozent) aus, während dies bei den SPD-Anhängern eher umstritten ist (dafür: 45 Prozent). Bei den Anhängern der CDU/CSU, der FDP und der AfD ist nur jeweils knapp ein Viertel für zusätzliche Schulden.

Eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen findet hingegen die Zustimmung bei 75 Prozent aller Befragten, 21 Prozent sind dagegen. Selbst bei den Anhängern der CDU/CSU (62 Prozent) und der FDP (52 Prozent) sind Mehrheiten für eine entsprechende Steuererhöhung.

Union fällt unter 20 Prozent

Angesichts der deutlichen Koalitions-Präferenzen verwundert es nicht, dass der große Vorsprung der SPD vor der Union erhalten bleibt: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die SPD auf 28 Prozent (unverändert), die CDU/CSU könnte mit 19 Prozent (minus eins) rechnen.

Ergebnisse der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen
Quelle: ZDF

Die Grünen kämen auf 17 Prozent (plus eins), die FDP auf 13 Prozent (unverändert), die AfD auf elf Prozent (plus eins) und die Linke auf fünf Prozent (unverändert). Die anderen Parteien erhielten zusammen sieben Prozent (minus eins) - darunter würde keine Partei mindestens drei Prozent erreichen.

Dass die Union noch länger in ihrem Tief verharren wird, glauben 63 Prozent, nur 32 Prozent sehen das nicht so. Die Anhänger der Union sind da etwas optimistischer - aber auch hier gehen 39 Prozent von einer langen Durststrecke für ihre Partei aus. 55 Prozent glauben an eine baldige Erholung.

Top Ten

Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt Angela Merkel weiterhin auf Platz eins mit einem Durchschnittswert von 2,3 (im Politbarometer von Anfang Oktober betrug der Wert ebenfalls 2,3) auf der Skala von +5 bis -5.

Es folgen Olaf Scholz mit 2,0 (2,2), Manuela Schwesig mit 1,8, die jetzt wieder zu den zehn wichtigsten Politiker/innen gerechnet wird, Robert Habeck mit 1,7 (1,6), Christian Lindner mit 0,9 (1,0), Markus Söder mit 0,5 (1,1), Annalena Baerbock mit 0,4 (0,4), Jens Spahn mit minus 0,1 (0,0), Friedrich Merz mit minus 0,4 (minus 0,2) und Armin Laschet mit minus 1,3 (minus 1,2).

Aktuelle Corona-Lage

Durch Corona fühlen sich jetzt mit 40 Prozent wieder etwas mehr Befragte gesundheitlich gefährdet als vor zwei Wochen (31 Prozent). 57 Prozent halten ihre Gesundheit nicht für gefährdet. Im kommenden Winter erwarten 51 Prozent eine neue Corona-Welle, die zu deutlich höheren Infektionszahlen führen wird, 45 Prozent rechnen damit nicht.

Corona-Test und Neuinfektionskurve in Deutschland
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Wenn in Restaurants, im Freizeit- und Kulturbereich deutschlandweit die 2G-Regel eingeführt würde, also dann nur Geimpfte und Genesene dort Zutritt bekommen sollen, finden das 62 Prozent aller Befragten gut, 36 Prozent nicht gut. Auch die neu eingeführte Kostenpflicht für Corona-Schnelltests für Erwachsene, die sich impfen lassen könnten, halten 71 Prozent für richtig, 28 Prozent sehen das nicht so.

Zur Datengrundlage

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 12. bis 14. Oktober 2021 bei 1.329 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt.

Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte.

Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 29. Oktober 2021. Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de.

Das Plenum im Deutschen Bundestag während der Plenarsitzung mit einer Regierungsbefragung am 10.02.2021

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