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Angriff auf Privatresidenz - Haitis Präsident Moise erschossen

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Haitis Präsident Jovenel Moise ist ermordet worden. Bislang unbekannte Angreifer hatten die Privatresidenz des Politikers in Port-au-Prince überfallen und Moïse erschossen.

Moise, der haitianische Präsident, wurde von unbekannten Angreifern getötet. Sein Amt übernimmt jetzt Ministerpräsident Joseph, obwohl er eigentlich bereits abgesetzt wurde.

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Haitis Präsident Jovenel Moise ist nach Angaben der Regierung zu Hause ermordet worden. Eine Gruppe bislang unbekannter Angreifer habe in der Nacht die Privatresidenz des Präsidenten überfallen und Moise erschossen, teilte Interims-Ministerpräsident Claude Joseph am Mittwoch mit. Er sprach von einer "unmenschlichen und barbarischen" Tat.

Auch Moises Frau verletzt

Moises Frau sei verletzt worden und befinde sich in medizinischer Behandlung. Es würden alle Maßnahmen ergriffen, um die Kontinuität des Staates zu garantieren und die Nation zu schützen. Polizei und Armee hätten die Lage unter Kontrolle. Allerdings waren in weiten Teilen der Hauptstadt Port-au-Prince Schüsse zu hören.

Die Tat ereignete sich inmitten einer wachsenden Spirale der Gewalt im Zuge zunehmender Bandenkriminalität und einer verschärften humanitären Krise in dem verarmten Karibikstaat, der unter einer schweren Nahrungsmittelknappheit leidet.

Moise seit 20217 an der Regierung

Moise war seit 2017 im Amt und regierte seit mehr als einem Jahr per Erlass, weil die Ausrichtung einer Wahl scheiterte. Die Opposition warf ihm Korruption und den Aufbau einer Diktatur vor. Moise hatte die Anschuldigungen stets bestritten und auf eine Verfassungsreform gedrängt, mit der er nach eigenen Angaben für mehr politische Stabilität sorgen wollte.

Das karibische Haiti mit seinen rund elf Millionen Einwohnern und seinen zuletzt vermehrt auftretenden Naturkatastrophen ist das ärmste Land Amerikas. Politische Instabilität, fortschreitende Umweltzerstörung und Überbevölkerung führten zu einer Verelendung. Diktatoren, korrupte Regierungen und bewaffnete Banden beherrschen das Land seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Konstellationen.

Besonders brutal war Diktatur von Duvalier "Baby Doc"

Besonders brutal war die fast 30 Jahre währende Diktatur von Francois Duvalier (1907-1971), genannt "Papa Doc", und seinem Sohn Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier (1957-1986). Nach dem Sturz des linkspopulistischen Präsidenten Jean-Bertrand Aristide, eines früheren katholischen Priesters, 2004 versuchten UN-Missionen bis zum Herbst 2019, die staatliche Ordnung in Haiti aufrechtzuerhalten.

Verheerende Verwüstungen in dem ohnehin krisengeschüttelten Land richtete 2010 ein schweres Erdbeben an; dabei kamen laut offiziellen Angaben rund 300.000 Menschen ums Leben. Haitis katholische Kirche, die zu den wenigen funktionsfähigen Organisationen im Land gehört, schätzte die Zahl der Toten auf bis zu eine halbe Million.

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