Sie sind hier:

Plagiatsvorwürfe gegen Baerbock - Grünen-Fraktionsvize: "Gewisse Parallelen"

Datum:

Bei Markus Lanz wurde über die Plagiatsvorwürfe gegen Annalena Baerbock diskutiert. Grünen-Politiker Krischer verteidigte die Kanzlerkandidatin - und machte doch Zugeständnisse.

Der Fraktionsvize der Grünen Oliver Krischer bei Markus Lanz
Bei Markus Lanz musste sich Grünen-Fraktionsvize harten Vorwürfen gegen die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock stellen.
Quelle: ZDF

Am Dienstagabend wurde bei Markus Lanz über die Plagiatsvorwürfe gegen die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, diskutiert. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen verteidigte seine Kandidatin vehement.

Gegen Annalena Baerbock waren Plagiatsvorwürfe laut geworden, die sich auf ihr Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" beziehen.

Krischer: "Gewisse Parallelitäten"

Oliver Krischer, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, ging diesbezüglich in die Defensive. Konfrontiert mit Textstellen, die Baerbock ohne Quellenangabe verwendet haben soll, räumte er ein, dass es "gewisse Parallelitäten" gäbe. Doch: "Das ist nicht wortwörtlich. Das ist anders." Viel lieber wolle Krischer über die Inhalte des Buches reden.

"Die Grünenpartei ist die Partei, die an anderer Stelle die Wissenschaft hochhält, die für die Rechte Kulturhabender eintritt. Sie erzählen uns, das sind keine Plagiate? Das ist komplett unglaubwürdig", entgegnete Ulrich Schulte, Leiter des Parlamentsbüros der taz.  "Das große Mysterium ist, wer dieses Buch eigentlich geschrieben hat", so Schulte bei Lanz.

"Selbstverständlich sind Formulierungen ähnlich", aber es sollte um Inhalte und nicht um Formulierungen gehen, verteidigt Oliver Krischer (Die Grünen) Annalena Baerbock.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Schulte: Baerbocks Version "kam mir ein bisschen komisch vor"

Annalena Baerbocks Version sei, dass sie einen Ghostwriter hatte, mit dem sie Gespräche geführt habe, auf deren Basis sie das Buch selbst geschrieben hätte. "Die Version kam mir ein bisschen komisch vor", so Schulte. Normalerweise sei es nämlich andersherum der Fall - dass der Ghostwriter schreibt. Schulte weiter:

"Ich glaube, am Ende war es ein Gemeinschaftswerk. Die Kernarbeit kam tatsächlich von Annalena Baerbock. Aber es gab Mitarbeiter, die zugeliefert haben."

Krischer sieht Baerbocks Handschrift des Werkes

Oliver Krischer verharrte in seiner Loyalität: "Wenn ich das Buch lese, ist das die Annalena Baerbock, wie ich sie kenne. Das ist, wie sie sich ausdrückt. Das ist ihr politisches Konzept."

"Den Eindruck, dass erneut im Detail Fehler passieren, kann sie sich nicht leisten", sagt ZDF-Hauptstadtkorrespondentin Shakuntala Banerjee zu den Plagiatsvorwürfen zu Baerbocks Buch. Sie soll ungenannte Quellen teilweise wortwörtlich übernommen haben.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Ein Versatzstück, das auch bei Agora Energiewende auftaucht, tauche zwar in Baerbocks Buch auf, so der Politiker. "Das ist aber genau das, womit sich Annalena Baerbock lange auseinandergesetzt hat", sagte der Grünen-Fraktionsvize bei Markus Lanz. Die Agora Energiewende ist eine Denkfabrik, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, nach mehrheitsfähigen Kompromiss-Lösungen beim Umbau des Stromsektors innerhalb der Energiewende zu suchen.

Verteidigungslinie nicht zu halten

Krischer erklärte die "Parallelitäten" mit der Arbeitsweise seiner Kandidatin. Sie schreibe sich Sachen auf, sie nehme Sachen aus Gesprächen mit.

Erneut widersprach Ulrich Schulte: "Diese Verteidigungslinie ist nicht zu halten. Die versuchen Sie seit anderthalb Wochen." Die Grünen hätten die Vorwürfe zu einer "Rufmord-Kampagne" erklärt, laut ihnen sei der Plagiatsjäger bösartig.

Ulrich Schulte, Leiter des Parlamentsbüros der taz, zu Gast bei Markus Lanz
Ulrich Schulte, Leiter des Parlamentsbüros der taz kritisiert Annalena Barbock: "Das ist komplett unglaubwürdig."
Quelle: ZDF

Schulte: "Handwerklich schlampig gearbeitet"

Schulte weiter: "Jeder normale Mensch sieht, dass Copy-Paste-Probleme vorliegen. Textstellen aus anderen Veröffentlichungen wurden wörtlich übernommen. In der Sache wurde handwerklich schlampig gearbeitet."

Oliver Krischer blieb beharrlich: "Ich finde an der Stelle nicht entscheidend, ob einzelne Passagen übernommen worden sind."

Markus Lanz vom 6. Juli 2021 in voller Länge

Gesellschaft | Markus Lanz - Der Talk vom 6. Juli 

Plagiatsvorwürfe gegen Annalena Baerbock, Fußball-EM-Turnier trotz Corona-Pandemie in vollen Stadien, die Delta-Variante des Coronavirus sowie die Psychologie hinter Wahlkampagnen

Videolänge
71 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.