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Dijon Kizee - US-Polizei erschießt schwarzen Radfahrer

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In den USA wird erneut ein Schwarzer bei einem Polizeieinsatz erschossen - diesmal ein 29-jähriger Radfahrer in Los Angeles.

In Los Angeles erschießen Polizisten einen weiteren Schwarzen. US-Präsident Trump verurteilt derweil die Proteste der „Black-Lives-Matter“-Bewegung als „inländischen Terrorismus.“

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1 min
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Nach den tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen Schwarzen ist es in Los Angeles zu Protesten gekommen. Die "Black Lives Matter"-Bewegung zog in einen friedlichen Marsch vom Tatort zu einer Polizeistation. Kizzees Familie und Freunde legten im Viertel Westmond Blumen nieder und stellten Kerzen neben dem Ort ab, wo Sanitäter blaue Handschuhe und Verbandszeug hinterlassen hatten.

Polizei: "Bewegung" in Richtung der Waffe

Der 29-jährigen Dijon Kizzee war am Montag mit einem Fahrrad unterwegs, als zwei Polizisten versuchten, ihn anzuhalten. Grund sei ein Verkehrsdelikt gewesen, hieß es in einer am Dienstagabend veröffentlichten Erklärung der Sheriffbehörde. Er habe sein Fahrrad fallenlassen und sei geflüchtet. Als die Beamten ihn eingeholt hätten, habe er sofort einem von ihnen ins Gesicht geschlagen und eine Jacke fallenlassen. Dabei sei eine schwarze, halbautomatische Waffe zu Boden gefallen. Die Schüsse seien erfolgt, als der Mann "eine Bewegung" in Richtung der Waffe gemacht habe, hieß es in der Erklärung.

Eine Augenzeugin erklärte der "Los Angeles Times", Kizzee sei an ihr Auto gekommen und habe gesagt: "Sie sind hinter mir her." Er habe ihr Geld geboten, damit sie ihn mitnehme, sagte Latiera Irby. Das habe sie abgelehnt. Wenig später habe sie gesehen, dass er in ein Handgemenge mit einem Polizisten verwickelt gewesen sei. Der Polizist sei dann zurückgewichen und habe auf Kizzee geschossen. Der Beamte und ein weiterer hätten zudem auf Kizzee geschossen, nachdem dieser zu Boden gefallen sei. "Er hatte nichts in der Hand", sagte die Augenzeugin.

Vater und Sohn legen Blumen nieder, wo Dijon Kizzee von zwei Sheriff in Los Angeles (USA) erschossen wurde, aufgenommen am 02.09.2020
Familie und Freunde richteten einen Gedenkort an der Stelle ein, wo Dijon Kizzee erschossen wurde.
Quelle: epa

Anwalt: Kizzee hob Waffe nicht auf

Nach Polizeiangaben wurde die Waffe sichergestellt. Kein Polizist sei verletzt worden. Auf Fernsehbildern aus der Luft war eine Schusswaffe in der Nähe der Leiche zu sehen.

Der Anwalt von Kizzees Familie erklärte, der 29-Jährige habe die Waffe nicht aufgehoben. "Aber die Cops schossen ihm mehr als 20 Mal in den Rücken und ließen ihn stundenlang zurück." Ein Polizeisprecher sagte, es seien weniger als 20 Schüsse gewesen.

Bei dem Anwalt der Familie handelt es sich den prominenten Bürgerrechtler Benjamin Crump. Er rief auf Twitter dazu auf, ihm Videos von dem Vorfall zu schicken, sofern diese vorhanden seien.

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Trump in Kenosha

Seit Mai, als in Minneapolis der Afroamerikaner George Floyd bei einem Polizeieinsatz getötet wurde, kommt es in zahlreichen US-Städten regelmäßig zu Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt und immer wieder auch zu Ausschreitungen.

Erst vor wenigen Tagen hatten Polizisten in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin dem Schwarzen Jacob Blake mehrfach in den Rücken geschossen. Er ist nun querschnittsgelähmt. Im Anschluss wurde dort ebenfalls gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert.

Präsident Donald Trump traf am Dienstag zu einem Besuch in Kenosha ein, obwohl der Bürgermeister und der Gouverneur des Bundesstaats das abgelehnt hatten. Trump forderte ein Ende von "gefährlicher Anti-Polizei-Rhetorik". Die Ausschreitungen nach den Schüssen bezeichnete er als "Inlandsterrorismus".

US-Präsident in Kenosha -
Trump: Polizeischüsse wie Fehler beim Golf
 

US-Präsident Trump hat die Polizeischüsse auf einen Schwarzen in Kenosha mit einem Fehler beim Golf-Spielen verglichen. Ausschreitungen bezeichnet er als "Inlandsterrorismus".

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