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Was Polen von den neuen US-Truppen erwartet

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Pompeo unterzeichnet Vertrag - Was Polen von den neuen US-Truppen erwartet

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Schutz vor möglichen Bedrohungen und eine noch engere Bindung an die USA: Polen erhofft sich viel von den 1.000 neuen US-Soldaten, die ins Land verlegt werden sollen.

US-Außenminister Mike Pompeo will die Zusammenarbeit mit Polen ausbauen und die US-Truppe dort aufstocken. In Deutschland werden dagegen US-Soldaten abgezogen.

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Für seinen Besuch in Warschau hat sich US-Außenminister Mike Pompeo einen symbolträchtigen Tag ausgesucht. Die Katholiken begehen einen wichtigen Feiertag, Mariä Himmelfahrt, und die Politik zelebriert bei strahlendem Sonnenschein mit Militärkapellen und Paraden den 100. Jahrestag der Schlacht bei Warschau.

Beim sogenannten "Wunder an der Weichsel" besiegte Polen 1920 die sowjetische Armee. Eine entscheidende Schlacht, die die Unabhängigkeit des Landes sichern sollte.

Polen und USA unterzeichnen Vertrag

Am Vormittag aber zückten zunächst US-Außenminister Pompeo und der polnische Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak die Füllfederhalter. Sie besiegelten den für Polen so wichtigen Vertrag, das "Enhanced Defense Cooperation Agreement": 1.000 zusätzliche US-Soldaten sollen nach Polen kommen, zusätzlich zu den 4.500, die dort derzeit bereits stationiert sind.

Für Polen ist Amerika die Schutzmacht Nr. 1 gegen Russland, eine Versicherung ihrer Unabhängigkeit, die in der Geschichte immer wieder verloren ging.

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Nicht dauerhaft, da es in Polen keine ständige Militärbasis gibt. Die Soldaten werden im Rotationsprinzip immer wieder durch andere ersetzt. Die Truppen stammen auch aus dem Kontingent der 12.000 Soldaten, die US-Präsident Donald Trump aus Deutschland abziehen will. Mehr als die Hälfte von ihnen wird in die USA zurückkehren, 5.600 werden auf andere europäische Länder verteilt, unter anderem Polen.

Polen hofft auf Abschreckung gegen Russland

Mehr Schutz vor möglichen Bedrohungen und eine bessere Verteidigung erhofft sich die nationalkonservative PiS-Regierung durch mehr US-Truppen im Land. Die PiS hatte schon länger den Wunsch geäußert, die Nato-Ostflanke zu stärken.

Abschreckend soll das wirken, vor allem in Richtung Russland. Gerne wäre die polnische Führung zu mehr bereit. Die Idee einer dauerhaften Militäreinrichtung, einer Kaserne mit Namen "Fort Trump" lässt sich vorerst aber wohl nicht umsetzen. Zumal Kritiker warnen, dass diese Stationierung einen Vertrag zwischen der Nato und Russland verletzen würde.

Militärexperten erwarten durch die Verlegung ohnehin keine größeren Veränderungen der strategischen Gewichte. Marek Swierzcynski, zuständig für internationale Angelegenheiten bei Polityka Insight, einem polnischen Think-Tank in Warschau, sieht eher die Bestätigung für einen generellen Trend der letzten Jahre:

Es ist eine Abschwächung der amerikanischen Präsenz in Europa. Zweifellos.
Marek Swierzcynski vom Thinktank Polityka Insight

Die US-Truppen zögen sich zurück auf ihren eigenen Kontinent oder würden verstärkt an anderen Schauplätzen eingesetzt, wie zum Beispiel in Asien. Dort ist der große Rivale China.

Polen hofft auf enge wirtschaftliche Zusammenarbeit

Polens Präsident Andrzej Duda sieht in der Verlegung aber nicht nur eine Garantie für mehr Schutz vor möglichen Aggressoren. Mehr Sicherheit im Land und der Region, so seine Hoffnung, könne auch die Wirtschaft ermuntern, stärker zu investieren. So, wie er sich überhaupt eine noch stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den USA, auch in der Energiepolitik, vorstellen kann.

Mike Pompeo sieht in der Aufstockung noch weiteres Potenzial: Die Welt habe sich weitergedreht. Der Weltraum, das Internet, gezielte Falschinformationen - gemeinsam könnten die USA und Polen dagegen vorgehen.

Die US-Regierung will rund 12.000 Soldaten aus Deutschland abziehen. Besonders betroffen: strukturschwache Regionen wie die Eifel oder die Oberpfalz. Sie fürchten jetzt einen Kahlschlag – in vielerlei Hinsicht.

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USA-Polen-Bande könnten noch enger werden

Die traditionell ohnehin engen Bande zwischen beiden Staaten könnten künftig also noch enger geknüpft werden. Beide Seiten ließen heute jedenfalls keinen Zweifel daran, welch immense Bedeutung sie der Achse Washington-Warschau beimessen.

Während der Nachbar Deutschland gleich in mehreren Fragen mit den Amerikanern über Kreuz liegt, will Polen beweisen, dass es in Europa der beste und verlässlichste Freund der USA bleibt.

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