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Mehr Platz für Radler und Fußgänger gefordert

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Umweltbundesamt an Städte - Mehr Platz für Radler und Fußgänger gefordert

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Das Umweltbundesamt sieht die Corona-Krise als Gelegenheit, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer auf der Straße zu schaffen. Politiker von Union und FDP sind skeptisch.

Blick auf einen provisorischen Radstreifen auf dem Gehweg in Berlin
Berlin ist eine der Städte, in denen Pop-Up-Radwege eingeführt wurden.
Quelle: dpa

Deutschlands Städte sollten Radfahrern und Fußgängern aus Sicht des Umweltbundesamts mehr Platz auf der Straße verschaffen, um im Kampf gegen Klimakrise und Luftverschmutzung voranzukommen. Dabei könne die Corona-Krise als "Gelegenheitsfenster" genutzt werden, erklärte die Behörde.

Auch sollten Parkgebühren und Anwohnerparkausweise teurer werden, um den Umstieg vom Auto auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel zu fördern. Politiker von Union und FDP sowie der ADAC äußerten Skepsis.

Umweltbundesamt begrüßt Pop-Up-Radwege

Im Frühjahr und Sommer haben einige Städte, darunter Berlin und Hamburg, sogenannte Pop-up-Radwege und befristete Spielstraßen eingerichtet, um die Corona-Abstandsregeln und Verkehrssicherheit zu garantieren. Dies begrüßt das Umweltbundesamt ausdrücklich. "Pop-up-Fußgängerzonen wären ebenfalls wünschenswert", hieß es. Denn Laufen oder Radfahren sei gesund, im Vergleich zu Autos leise und erzeuge weder klimaschädliche Treibhausgase noch Luftschadstoffe.

Laut Umweltbundesamt ist der Bestand an Kraftfahrzeugen hierzulande zwischen 2009 und 2019 um 16 Prozent gestiegen. In Groß- und Mittelstädten, also in Städten mit mindestens 15.000 Einwohnern, leben knapp 80 Prozent der Menschen in Deutschland.

Fahrräder und Radwege bekommen immer mehr Platz. Dank Corona-Krise gibt es in vielen Städten nun sogenannte Pop-Up-Radspuren.

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Union-Verkehrsexperte: Muss ausreichend Raum für Autos geben

Ob Radfahrer mehr Platz auf der Straße bekommen, müsse zwar jede Stadt für sich entscheiden, sagte der Verkehrsexperte der Union im Bundestag, Alois Rainer (CSU). "Wichtig ist aber, dass eine solche Umwandlung nicht aus ideologischen Gründen geschieht, um Autofahrer zu bestrafen."

Auch für Autos muss es in Städten ausreichend Raum geben.
Alois Rainer, Verkehrsexperte der Union

ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand sagte der dpa zu Forderungen, mehr Autospuren in Radwege umzuwandeln, dies müsse vor Ort genau abgewogen werden. Da Bus und Bahn derzeit weniger genutzt würden, seien Pkw und Rad besonders gefragt. "Beide gegeneinander auszuspielen, macht also wenig Sinn." Er forderte "ganzheitliche Lösungen".

Bei den ersten bundesweiten Familien-Fahrraddemonstrationen fuhren in mehreren Städten Tausende mit. Sie forderten einen kinderfreundlicheren Straßenverkehr in Innenstädten.

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Der verkehrspolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Oliver Luksic, sagte, im Stadtverkehr herrsche heute häufig ein Wettkampf, gefragt sei aber ein Miteinander. In einzelnen Fällen könne die Umwidmung von Verkehrswegen zu Radwegen sinnvoll sein. Zusätzlich brauche es aber eine umfassende Antwort - zum Beispiel deutlich mehr Vernetzung und Digitalisierung, etwa durch Leitsysteme und interaktive Beschilderung.

Umweltbundesamt: Fahrrad häufig schnellstes Verkehrsmittel

Das Umweltbundesamt wies darauf hin, dass 40 bis 50 Prozent der innerstädtischen Autofahrten kürzer sind als fünf Kilometer. "Sie liegen damit in einem Entfernungsbereich, in dem das Fahrrad sogar häufig das schnellste Verkehrsmittel ist." Doch um mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen, müsse es sicherer und einfacher werden.

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