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Portrait - Dietmar Bartsch - der Reformer

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Gemeinsam mit Parteichefin Janine Wissler zieht Linken-Fraktionsvorsitzender Dietmar Bartsch in den Bundestagswahlkampf. Der 63-Jährige steht für einen Aufbruch der Partei.

Dietmar Bartsch
Dietmar Bartsch
Quelle: dpa

Dietmar Bartsch gilt als führender Repräsentant des Reformerflügels in der Partei. Der 63-Jährige drängt die Linke stärker als die meisten anderen, sich einem Bündnis mit SPD und Grünen zu öffnen und Regierungsverantwortung zu übernehmen, wenn die Mehrheiten das hergeben. Auch für die kommende Bundestagswahl im September hat sich Bartsch bereits offen für eine grün-rot-rote Koalition gezeigt.

Bartsch wurde 1958 in Stralsund geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule für Ökonomie in Berlin-Karlshorst und absolvierte eine lange Parteikarriere - obwohl er die ursprünglich gar nicht im Sinn hatte, wie er auf seiner Website schreibt. Doch die Wende von 1989 hatte auch seine Pläne geändert.

Langjährige Parteikarriere bei PDS und Linken

Ein Finanzskandal, der damals die Vorläuferpartei der Linken - die PDS - beinahe in den Abgrund gezogen hätte, war für Bartsch das Sprungbrett in den Parteivorstand: Von 1991 bis 1997 war er Schatzmeister der PDS und half dabei, die Vermögensfragen der Partei zu klären und eine Erneuerung in Angriff zu nehmen. Im selben Jahr übernahm er bis 2002 den Posten des Bundesgeschäftsführers.

Von 2005 bis 2010 hatte der Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern dieses Amt dann bei der Linken inne. 2010 wurde er in der Fraktion zunächst stellvertretender Vorsitzender, seit Oktober 2015 ist er Fraktionschef - zunächst gemeinsam mit Sahra Wagenknecht, seit November 2019 mit Amira Mohamed Ali.

Erst im Februar hat die Linke mit Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow ein neues Führungsduo gewählt. Doch der erhoffte Aufbruch ist bislang ausgeblieben.

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Spitzenduo Bartsch und Wissler bei Bundestagswahl

Wagenknecht und Bartsch waren auch vor vier Jahren als Spitzenkandidatenduo bei der Bundestagswahl angetreten. Damals hatte die Linke 9,2 Prozent der Stimmen erzielt. Aktuell liegt die Partei in Umfragen nur zwischen sechs und acht Prozent.

Mit Janine Wissler bildet Dietmar Bartsch nun erneut ein Spitzenkandidatenduo. Sie, Vertreterin des linken Parteiflügels, aus Westdeutschland, mit politischer Erfahrung im hessischen Landtag - er, der offene Pragmatiker, aus Ostdeutschland, mit Bundestagserfahrung. Damit repräsentierten beide auch die Gesellschaft mit unterschiedlichen Bedürfnissen

Wisslers Co-Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow sagte am Montag im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg, beide Politiker stünden unterschiedlich im Leben und hätten unterschiedliche politische Erfahrung:

Das sind schon zwei, die zusammenpassen und die Linke nach vorne bringen.
Susanne Hennig-Wellsow, Co-Parteichefin Linke
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