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Proteste in Russland - Vereint wie selten gegen Putin

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Ob Osten, ob Westen: Im ganzen Land gehen Russ*innen auf die Straße. Für Nawalny - und vor allem gegen Putin. Was bedeutet das für die Machtverhältnisse in Russland?

Bei einer beispiellosen Protestwelle haben Zehntausende für die Freilassung des Kremlkritikers Nawalny demonstriert. Der Oppositionelle, der Opfer eines Giftanschlags geworden war, war in einem umstrittenen Eilverfahren zu 30 Tagen Haft verurteilt worden.

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Alexej Nawalny hatte sie gerufen - und sie sind gekommen. Von Wladiwostok im äußersten Osten Russlands bis nach Kaliningrad, der russischen Exklave an der Ostsee, reichten die Proteste am Samstag. Zehntausende Menschen gingen für Nawalnys Freilassung, gegen Waldimir Putins Regierung und vor allem für eines auf die Straße: "Freiheit", forderten die Demonstrierenden im ganzen Land.

Nawalny und seinem Team ist es mit ihrem Protestaufruf gelungen, die unzufriedenen Stimmen im Land zu einen und zu großangelegten Demonstrationen zu bewegen: die jüngeren, die älteren, die Nawalny-Unterstützer*innen, die Putin-Kritiker*innen, die Menschen im reichen Moskau und die im abgeschiedenen Jakutsk. Das ist vor allem deshalb besonders, weil Putin und seine Anhänger*innen sich jahrelang auf die Zerstrittenheit der russischen Opposition verlassen konnten.

In ganz Russland sind Zehntausende Anhänger Nawalnys auf die Straße gegangen und fordern die Freilassung des Kremlkritikers.

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Kritiker*innen vereint gegen Putin bei Protesten

Am Samstag traten die Kritiker*innen jedoch vereint auf wie selten. Selbst diejenigen, die sowohl Nawalny als auch Putin kritisch gegenüberstehen, kamen zu Protesten. Die Notwendigkeit gegen die Ungerechtigkeit, Korruption und die willkürlichen Behörden im Land auf die Straße zu gehen, war größer als die Person Nawalny.  

"Alexej Nawalny hat auf jeden Fall gezeigt, dass er auch aus dem Gefängnis raus die Massen mobilisieren kann und für alle, die gegen die Regierung sind, war das ein Motivationsschub, nicht aufzugeben", erklärt ZDF-Russland-Korrespondent Christian Semm.

In Russland haben Zehntausende für eine Freilassung des inhaftierten Oppositionellen Nawalny demonstriert. Wieviel Sorge muss der Kreml vor dieser Oppositionsbewegung haben?

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Nawalny-Video über Putin als Katalysator

Als wichtiger Katalysator der Proteste gilt Nawalnys neues Aufklärungsvideo, das auf Youtube bereits über 70 Millionen Mal angesehen wurde. Darin beschuldigen der Kreml-Kritiker und sein Team den Präsidenten der Korruption im großen Stil.

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Putin, der sich gerne als Kämpfer gegen die Oligarchie der 90er inszeniert, entpuppt sich darin als genauso skrupellos und käuflich wie diese. Der Präsident soll sich sogar einen Palast in der Nähe von Gelendschik an der Schwarzmeerküste gebaut haben - samt unterirdischem Eishockeyfeld - und das auf Kosten des Gemeinwohls. Der Kreml weist die Vorwürfe als "Unsinn" zurück.

Putins Palast an der Schwarzmeerküste
So sieht Putins Palast an der Schwarzmeerküste aus - der Kreml bestreitet, dass er dem russischen Präsidenten gehört.
Quelle: dpa

Am Samstag skandierten die Demonstrierenden etwa in der Millionenstadt Nischni Nowgorod: "Putin ist ein Dieb und kein Mann - und schleuste das Geld nach Gelendschik."

Bilder aus Russland erinnern an Belarus

Die Bilder der Aktionen im Land erinnerten an die in Belarus im vergangenen Jahr. Großmütter, die sich drohenden Polizist*innen entgegenstellen und mit fester Stimme sagen: "Ich habe keine Angst." Einsatzkräfte, die mit Schlagstöcken auf Menschen einschlagen und sie abführen. Menschenreihen, die mutig - bisweilen auch gewaltsam - den Behörden gegenübertreten.

Und wie bei Alexander Lukaschenko in Belarus dürften die Proteste Putins Macht zunächst wenig anhaben: Die Polizei, das Militär, die Duma - alle staatlichen Organe stehen hinter ihm. Am Samstag gab es mehr als 2.000 Festnahmen.

In Russland haben Tausende Anhänger des Regierungskritikers Nawalny seine Freilassung gefordert. Hunderte Demonstranten wurden festgenommen - darunter Nawalnys Frau.

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Neue Proteste für kommendes Wochenende angekündigt

"Nawalnys Unterstützer haben schon Proteste fürs kommende Wochenende angekündigt", berichtet Semm.

Ob daraus jetzt länger andauernde Proteste werden können, wird man sehen müssen, auch weil die Reaktion der Staatsführung entsprechend sein wird.
Christian Semm

Spannender ist aber die Frage, ob der Protest eine Auswirkung auf die Parlamentswahlen in diesem Jahr haben wird. Nawalny macht sich dafür stark, dass Putin-Gegner*innen sich in jedem Wahlbezirk auf den aussichtsreichsten Kandidaten oder die aussichtsreichste Kandidatin der Opposition festlegen und geeint für diese stimmen. Diese Methode war im September etwa im sibirischen Tomsk erfolgreich.

Und gerade am Samstag haben Putins Kritiker*innen bewiesen, dass sie gemeinsam für - oder auch gegen eine Sache kämpfen können.

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