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"Halle-Attentäter keine Plattform geben"

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Prozess nach Anschlag in Halle - "Halle-Attentäter keine Plattform geben"

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In Magdeburg hat heute der Prozess um den antisemitisch motivierten Anschlag auf die Synagoge in Halle begonnen. Dem Täter drohen lebenslange Haft und Sicherheitsverwahrung.

Prozessauftakt gegen den mutmaßlichen Täter von Halle: Es soll aus der Sicht der 43 Nebenkläger vor allem geklärt werden, wie sich Stephan B. zu einem rechtsextremen Terroristen entwickeln konnte. Seine stundenlange Aussage zeigt: B. bereut nichts.

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Neun Monate nach dem rechtsterroristischen Anschlag von Halle hat der Prozess gegen den Angeklagten begonnen. Seine rassistische Gesinnung stellte der 28-Jährige dabei offen zur Schau.

Schon bei Fragen zu seinem persönlichen Werdegang sprach er am Dienstag mehrfach abwertend über Zuwanderer in seinem Dorf im Süden Sachsen-Anhalts. Stephan Balliet werden 13 Straftaten vorgeworfen, darunter zwei Morde und mehrere Mordversuche unter anderem an 52 Gläubigen in einer Synagoge in Halle.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, "aus einer antisemitischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Gesinnung heraus einen Mordanschlag auf Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens" geplant zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann, eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung.

Nebenklägerin: Alltäglicher Antisemitismus

Die Nebenklägerin Christina Feist, die während des Anschlags in der Synagoge in Halle war, wies auf einen alltäglichen Antisemitismus in Deutschland hin und forderte Zivilcourage. Zusätzlich warnte sie die Prozessbeteiligten, die Vorsitzende Richterin und Medienvertreter davor, dem Angeklagten eine Plattform für seine Ideologie zu bieten:

Ich bitte Sie alle inständig, berichten Sie nicht nur über den Täter. Berichten Sie nicht nur über seine Perspektive. Geben Sie ihm nicht die Plattform, die er haben will.
Christina Feist, Nebenklägerin

Sie habe die Befragung von Stephan Balliet als lang und intensiv empfunden. Zu den Aussagen des Angeklagten sagte die Nebenklägerin:

Ich bin ehrlich gestanden ziemlich schockiert davon, wie viel Überlegung da tatsächlich dahintersteckt und wie viel Planung.
Christina Feist, Nebenklägerin

Deutlich wurde auch schon vor dem Prozessbeginn, dass die Nebenkläger sich vor allem eine Beleuchtung der Hintergründe erhoffen. Es gehe darum, zu klären, wie sich der Täter so radikalisieren konnte, sagte Juri Goldstein, Anwalt von Besuchern der Jüdischen Gemeinde in Halle.

18 Verhandlungstage angesetzt

In Magdeburg hat nach dem rechtsterroristischen Anschlag von Halle mit zwei Toten und mehreren Verletzten der Prozess gegen den Angeklagten begonnen. "Es sind 18 Prozesstage angesetzt", so ZDF-Korrespondent Andreas Weise.

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Das Gerichtsverfahren gilt als eines der größten und bedeutendsten in der Geschichte Sachsen-Anhalts: 13 Straftaten werden dem Angeklagten angelastet, darunter Mord und versuchter Mord. 43 Nebenkläger ließ das Gericht vor Prozessbeginn zu und benannte insgesamt 147 Zeugen.

Die Anklage der Bundesanwaltschaft umfasst insgesamt 121 Seiten. Das Gericht hat für das Verfahren zunächst 18 Verhandlungstage bis Mitte Oktober angesetzt. Im Verhandlungssaal finden 50 Besucher Platz und fast ebenso viele Medienvertreter.

Anschlag an höchstem jüdischen Feiertag

Der Attentäter hatte am 9. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, schwer bewaffnet versucht, die Synagoge in Halle zu stürmen. Laut Bundesanwaltschaft wollte er möglichst viele der 52 Besucher der Synagoge töten.

Er konnte sich jedoch auch mit Waffengewalt keinen Zutritt verschaffen. Daraufhin tötete er eine Passantin vor der Synagoge und einen Mann in einem Dönerimbiss. Außerdem verletzte er auf seiner Flucht mehrere Menschen, bevor ihn Polizisten gut eineinhalb Stunden nach Beginn der Tat etwa 50 Kilometer südlich von Halle festnehmen konnten.

Schwerbewaffnet versuchte Stephan B. am jüdischen Feiertag Jom Kippur im Oktober 2019 in die Synagoge in Halle einzudringen. Auf seiner Flucht erschoss B. zwei Menschen und verletzte weitere. Am Dienstag soll der Prozess gegen ihn beginnen.

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