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Kriegsverbrecherprozess in Kiew : Russischer Soldat bekennt sich schuldig

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Im ersten Kriegsverbrecherprozess in der Ukraine hat sich ein russischer Soldat schuldig bekannt, einen unbewaffneten Zivilisten erschossen zu haben. Weitere Prozesse folgen.

Vadim Shishimarin am 18.05.2022 in Kiew
Erster Kriegsverbrecherprozess in Kiew: Russischer Soldat bekennt sich schuldig
Quelle: epa

Knapp drei Monate nach Beginn des Krieges in der Ukraine hat der im ersten Kriegsverbrecherprozess angeklagte 21-jährige Russe seine Schuld eingestanden.

Ihm wird vorgeworfen, am 28. Februar im nordukrainischen Dorf Tschupachiwka in der Region Sumy aus einem gestohlenen Auto heraus einen unbewaffneten 62-Jährigen erschossen zu haben. Der Soldat wollte den Angaben zufolge nach einem Angriff auf seinen Konvoi in der Nordukraine mit vier Kameraden in dem gestohlenen Auto fliehen.

Soldat droht lebenslange Haft

Das Opfer war demnach mit seinem Fahrrad unweit seines Hauses unterwegs. Der Staatsanwaltschaft zufolge schoss der russische Soldat auf Befehl eines seiner Kameraden mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr auf den Zivilisten, da dieser Zeuge des Auto-Diebstahls geworden war.

Die Ukraine wirft Russland zahlreiche Kriegsverbrechen vor. In Kiew beginnt nun der erste Kriegsverbrecherprozess gegen einen russischen Soldaten.

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"Mir wurde befohlen zu schießen, ich habe einmal auf ihn geschossen. Er fiel hin, und wir sind weitergefahren", hatte der russische Soldat in einem Anfang Mai von den ukrainischen Behörden veröffentlichten Video erklärt. In dem Video sagte der 21-Jährige auch, er sei in die Ukraine gekommen, um "seine Mutter finanziell zu unterstützen".

Der Prozess in Kiew wurde live im Internet übertragen. Dem aus Sibirien stammenden Unteroffizier droht nun bis zu lebenslange Haft.

Kreml: Keine Informationen zu dem Fall

Der Kreml erklärte am Mittwoch, er verfüge über keine Informationen zu dem Fall. "Die Möglichkeiten der Unterstützung sind wegen des Fehlens einer diplomatischen Vertretung vor Ort ebenfalls sehr begrenzt", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Soldaten-Anwalt Viktor Owsiannikow bezeichnete den Prozess als Herausforderung.

Dies ist der erste Fall in der Ukraine mit einer solchen Anklage. Es gibt keine einschlägige Rechtspraxis oder Urteile zu solchen Fällen.
Viktor Owsiannikow, Anwalt

In den Dörfern um Kiew soll die russische Armee etliche Kriegsverbrechen begangen haben. Um den Vormarsch zu stoppen, zerstörten einige Ukrainer ihre eigene Infrastruktur.

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Die Ukraine wirft der russischen Armee vor, seit Beginn der Invasion zahlreiche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Wegen mutmaßlicher Völkerrechtsverbrechen ermittelt auch der Internationale Strafgerichtshof (IStGH).

Laut der ukrainischen Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa gibt es in der Ukraine mehr als 11.000 laufende Fälle zu Kriegsverbrechen und bislang 40 Verdächtige. Bei Twitter schrieb sie:

Mit diesem ersten Prozess senden wir ein klares Signal, dass jeder Täter, jede Person, die die Begehung von Verbrechen in der Ukraine angeordnet oder unterstützt hat, sich nicht der Verantwortung entziehen kann.
Iryna Wenediktowa, ukrainische Generalstaatsanwältin

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