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Anschläge am 13. November 2015 - Prozess um Terrornacht von Paris beginnt

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130 Menschen starben, 350 wurden verletzt, als Terroristen am 13. November 2015 in Paris angriffen. Jetzt beginnt der "Jahrhundertprozess" - 20 Angeklagte stehen vor Gericht.

Sechs Jahre nach den schwersten Anschlägen in der Geschichte Frankreichs müssen sich 20 Angeklagte von heute an in Paris vor Gericht verantworten. Ein Urteil ist frühestens im Mai 2022 zu erwarten.

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Knapp sechs Jahre nach den islamistischen Terroranschlägen von Paris beginnt an diesem Mittwoch der Prozess gegen 20 Angeklagte. Unter ihnen ist der bereits in Belgien verurteilte Salah Abdeslam, der als einer der Haupttäter gilt.

Bei den schlimmsten Attentaten in der Geschichte Frankreichs wurden 130 Menschen getötet und 350 verletzt.

Was in der Terrornacht geschah

Drei Gruppen von Terroristen griffen in kurzen zeitlichen Abständen in und um Paris an: erst an einem Fußballstadion in Saint-Denis, dann in einem Pariser Ausgehviertel und schließlich im Konzertsaal Bataclan.

Im Stade de France spielten gerade Frankreich und Deutschland gegeneinander, als die ersten Explosionen zu hören waren. Das Spiel wurde zunächst fortgesetzt, um Panik zu vermeiden. Wären die Selbstmordattentäter früher gekommen oder ins Stadion eingedrungen, hätte es noch deutlich mehr Opfer gegeben.

Der 13. November 2015 war ein ungewöhnlich milder Freitagabend, die Terrassen der Bars und Cafés im Pariser Osten voller Menschen. Die Attentäter kamen in einem Auto angefahren und feuerten wahllos in die Menge.

Einer der Drahtzieher, Ibrahim Abdeslam - der Bruder von Salah Abdeslam, der jetzt vor Gericht steht - sprengte sich in die Luft. Da sein Sprengstoffgürtel nur zum Teil zündete, riss er niemanden mit in den Tod.

Die dunklen Schatten des Bataclan
Das Bataclan war gut besucht, als die Attentäter am 13. November 2015 den Konzertsaal stürmten.
Quelle: arte

"Kiss the devil" spielte etwa zur gleichen Zeit die Heavy-Metal-Band "Eagles of Death Metal" in der Konzerthalle Bataclan, als die Attentäter den Saal stürmen. Zwei Stunden lang hielten die Angreifer mehrere Geiseln in ihrer Gewalt. Schließlich griffen Spezialkräfte ein und befreiten die Geiseln. Die Terrormiliz IS nahm die Anschläge als ihre Taten in Anspruch.

Mehr als 1.700 Nebenkläger

Für das auch als "Jahrhundertprozess" angekündigte Verfahren "V13" (V steht für Vendredi, Freitag) wurde im Pariser Justizpalast ein neuer Saal mit 550 Sitzplätzen eingezogen. Bildschirme stellen die Übertragung der Verhandlung in alle Bereiche des Saals sicher, während des gesamten Prozesses steht für die Betroffenen eine psychologische Betreuung bereit.

Paris: Gerichtsraum für den Prozess gegen die Beteiligten am Terroranschlag vom 13.11.2015.
Für den Prozess wurde ein neuer Saal im Pariser Justizpalast eingezogen.
Quelle: ap

Über fünf Wochen hinweg sollen rund 300 Opfer und Angehörige das Erlebte schildern, je eine halbe Stunde wird jedem eingeräumt, 14 solcher Aussagen pro Verhandlungstag sind eingeplant. Erst im Anschluss sind die ersten Befragungen der Angeklagten vorgesehen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es 1.765 Nebenkläger, beim Prozessauftakt sind alleine zwei Tage dafür reserviert, jeden namentlich aufzurufen. Erst am dritten Tag will das Gericht inhaltlich breiter auf die Vorwürfe eingehen, die sich auf 500 Aktenordner voll Ermittlungsergebnisse stützen. Hunderte Zeugen sind vorgeladen worden, darunter Ermittler aus Frankreich und Belgien.

Zwölf Angeklagten droht lebenslange Haft

Zwölf der 20 Angeklagten droht lebenslange Haft, gegen sechs wird der Prozess in Abwesenheit geführt.

In welchem Umfang der Prozess zu den Hintergründen und Drahtziehern der Terrornacht neue Erkenntnisse bringen wird, hängt auch davon ab, ob die Angeklagten überhaupt zu einer Aussage bereit sind. Zunächst ist der Prozess bis Mai 2022 terminiert.

Vor fünf Jahren töteten Attentäter in Paris an mehreren Orten 130 Menschen. Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen erinnert Paris an die Todesopfer der islamistischen Anschläge.

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