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Wie Russlands Präsident tickt : CIA-Profil: Inside Putins Kopf

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Die CIA lässt detaillierte Persönlichkeitsprofile von Machthabern erstellen, um deren Verhalten einordnen zu können. Auch zu Präsident Putin gibt es solche Einschätzungen.

Wladimir Putin galt immer als kühler und berechnender Stratege. Doch im Ukraine-Konflikt scheint der russische Präsident völlig verändert. Immer mehr Fachleute treibt deshalb die Frage um, wie es eigentlich um Putins psychische Verfassung bestellt ist.

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"Putin hat ein tiefsitzendes Bedürfnis, nicht zu kapitulieren gegenüber allen Versuchen, ihn unter Kontrolle zu bringen." Dieses Zitat stammt von einem Experten, der sich wie kaum ein anderer mit der Psyche von Wladimir Putin beschäftigt hat.

Detailliertes Profil von Machthabern

Der Psychologe Jerrold Post ist zwar im November 2020 verstorben, aber seine Analyse bildet heute noch die Grundlage für die Einschätzung des russischen Präsidenten durch die US-Regierung.

Post war einer der Mitbegründer und langjähriger Leiter des "Zentrums für die Analyse von Persönlichkeit und politischem Verhalten" bei der CIA.

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Seit Ende der 1970er Jahre erstellt der US-Geheimdienst detaillierte Profile von Anführern fremder Mächte, um die amerikanische Regierung in ihrem Umgang mit Spitzenpolitikern und despotischen Machthabern rund um den Erdball zu beraten.

Analyse aller verfügbaren Informationen

Jerrold Post und sein Team bei der CIA, darunter Psychologen, Anthropologen, Sozial- und Politikwissenschaftler, gründeten ihre Bewertungen auf ein ganzheitliches Bild einer Person in ihren zeitlichen, familiären, kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Sie analysierten Anführer anhand aller verfügbaren Informationen, darunter natürlich auch öffentliche Auftritte, Reden, schriftliche Äußerungen der jeweiligen Beobachtungsobjekte.

Dabei ging es am Ende nicht in erster Linie um eine psychiatrische Diagnose, sondern um ein politisches Persönlichkeitsprofil, um das Verhalten von Anführern besser einzuschätzen und vorherzusagen.

Analyse über Donald Trump

Im Jahr 2019 beging Jerrold Post einen Tabubruch. Weil er Donald Trump für eine große Gefahr hielt, veröffentlichte er seine Analyse über den früheren US-Präsidenten in dem Buch "Dangerous Charisma".

Was andere Psychologen als Verstoß gegen die Berufsethik sahen, rechtfertigte Post als Warnung, zu der Wissenschaftler verpflichtet seien, wenn die Gefahr durch politische Führer zu groß werde.

Die Montage zeigt in der linken Bildhälfte Russlands Präsidenten Wladimir Putin vor russischer Flagge. In der rechten Bildhälfte sind mehrere Menschen zu sehen, die vor einer zerstörten Häuserfassade stehen. Die rechte Hälfte ist in die Farben der ukrainischen Flagge getaucht.

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Ein Beispiel dafür sei der irakische Diktator Saddam Hussein. Die Studie des Profiler-Teams der CIA floss in die Reaktion der US-Regierung auf den Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait und den darauffolgenden Krieg gegen den Irak mit ein.

Einschätzung des US-Geheimdienstes zu Wladimir Putin

Post schrieb in einem Kapitel seines Buchs auch über die Einschätzung des US-Geheimdienstes zu Wladimir Putin. Putin sei ein "Narzisst", ein "brutaler rücksichtsloser Diktator" mit "extrem kalkulierendem Naturell", der "penibel pseudo-legale Rechtfertigungen für seine Taten fabriziert".

Der russische Präsident sei besessen von "Maskulinität, Größe, Stärke und Macht" und "kompensiert seine unterschwellige Unsicherheit mit übertriebener Gegenwehr".

Rechtfertigung des Ukraine-Krieges

Wer die Bilder von Putins einstündiger Rede zur Rechtfertigung des Einmarschs in die Ukraine gesehen hat, fühlt sich an folgenden Satz aus Posts Analyse erinnert:

Putin sehnt sich danach, als respektierter Weltenführer anerkannt zu werden, und er versteht, dass für diesen Respekt seine Taten rational und legitim erscheinen müssen.
Jerrold Post

Deshalb die historischen und rechtlichen Verweise in seiner abstrusen Kriegserklärung gegen das angebliche "Naziregime" in Kiew.

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Alarmbereitschaft der Atomkräfte

Zum Auftritt des russischen Präsidenten mit seinem Generalstabschef und seinem Verteidigungsminister am Ende des überlangen Tisches, bei dem er die Alarmbereitschaft der Atomkräfte anordnet, passt die Einschätzung, Putin habe immer wieder "seinen Willen gezeigt, seine Macht und seinen Einfluss um jeden Preis zu verteidigen", es gebe "keine militärischen oder politischen Anführer in seinem Führungskreis, die ihn zurückhalten" könnten. 

Wohlgemerkt diese Sätze des CIA-Psychologen stammen aus dem Jahr 2019.

Reaktion des Westens auf Putin

Post war überzeugt, dass Putin bei Kritik gegen ihn auf keinen Fall als nachgiebig wahrgenommen werden wolle, er reagiere "nur auf Gewalt" und handele nach der leninistischen Maxime:

Wenn Du auf Stahl stößt, zieh Dich zurück, wenn Du auf Brei stößt, mach weiter.
Leninistische Maxime

Deshalb habe der russische Präsident alles darangesetzt, die Risse in der amerikanisch-europäischen Allianz zu vertiefen.

Es sei deshalb unabdingbar, dass "der Westen mit einer Stimme" spreche, um ihn aufzuhalten: "Putin wird nur abgeschreckt von seinem Vormarsch, wenn er auf eine starke und stählerne Antwort von einem geeinten Westen trifft."

Aktuelle Einschätzung ist streng geheim

Dieser Satz könnte das Motto für US-Präsident Biden gewesen sein, monatelang auf Sanktionen durch die Vereinigten Staaten zu verzichten, um die Geschlossenheit von NATO, EU und G7 gegenüber Putin nicht zu gefährden.

Öffentlich weicht die amerikanische Regierung Fragen nach dem Verhalten des Kremlchefs aus:

Ich habe keine Einschätzung, wie Präsident Biden Putins Geistesschärfe beurteilt,
Jen Psaki, Pressesprecherin Weißes Haus

so die Pressesprecherin des Weißen Hauses Jen Psaki.

Außenamtssprecher Ned Price sagte: "Es ist nicht nützlich, produktiv oder gar möglich, in Präsident Putins Kopf zu schauen." Dafür ist allein das "Zentrum für die Analyse von Persönlichkeit und politischem Verhalten" bei der CIA zuständig - und dessen aktuelle Einschätzung ist natürlich streng geheim.

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