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Maas vor Erdogan-Putin-Treffen - "Russland muss Druck auf Assad ausüben"

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Vor dem Treffen von Putin und Erdogan zu Syrien dringt Außenminister Maas auf eine sofortige Waffenruhe. Moskau müsse Druck auf Assad ausüben, die Lage in Idlib sei dramatisch.

Archiv: Ein syrischer Mann sitzt nach einem Luftangriff weinend inmitten der Trümmer eines zerstörten Gebäudes. Aufgenommen am 02.02.2020 in Sarmin, Syrien.
Ein Syrer sitzt nach einem Luftangriff weinend inmitten der Trümmer eines zerstörten Gebäudes in der Region Idlib (Archivbild).
Quelle: DPA

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat erneut eine sofortige Waffenruhe im Syrienkonflikt gefordert. Maas trifft heute seine EU-Amtskollegen in Zagreb, wo die Lage in dem Bürgerkriegsland auch ein Thema sein soll. In Moskau spricht der russische Staatschef Wladimir Putin mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan über die Eskalation in Idlib.

Erdogan spricht mit Putin über Syrien

Putin und Erdogan wollen dem Kreml zufolge nach Maßnahmen suchen, damit sich die Situation nicht weiter zuspitzt. Erdogan hatte zuvor gesagt, dass er auf eine "Waffenruhe" oder andere Lösungen hoffe. Es werde "zweifelsohne ein schwieriges Treffen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax.

Russland steht zu Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Die Türkei unterstützt in der Region Rebellen, darunter islamistische Gruppen. Ankara hatte 2018 mit Moskau ein Abkommen geschlossen, um in Idlib eine Deeskalationszone einzurichten, und hatte dort Beobachtungsposten eingerichtet. Eigentlich gilt auch eine Waffenruhe.

Karte: Syrien - Idlib - Damaskus
Karte: Syrien - Idlib - Damaskus
Quelle: ZDF

Maas nennt Bedingungen für Hilfsgelder

"Russland muss Druck auf das Assad-Regime ausüben, damit die Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen endlich aufhören", mahnte Außenminister Maas. Hilfsorganisationen müssten "auch in Zukunft grenzüberschreitenden Zugang zu den notleidenden Menschen erhalten".

Der humanitäre Zugang und der Schutz von Helfern und Bevölkerung seien die Voraussetzungen dafür, dass Deutschland 100 Millionen Euro zusätzlich an Soforthilfe für die Menschen in der nordwestsyrischen Provinz Idlib bereitstelle, teilte Maas mit. "Das Ausmaß der humanitären Katastrophe in Idlib ist dramatisch."

Zahl der getöteten Soldaten steigt

Seit Dezember gehen die syrischen Truppen mit russischer Unterstützung gegen die letzte Hochburg islamistischer und dschihadistischer Milizen in Idlib vor. Knapp eine Million Menschen flüchteten seitdem nach UN-Angaben ins syrisch-türkische Grenzgebiet; in der Provinz Idlib leben noch immer rund drei Millionen Menschen. Die Türkei startete vor einigen Tagen eine große Militäroffensive gegen die syrischen Regierungstruppen in der Region.

Innerhalb einer Woche wurden mindestens 37 türkische Soldaten getötet. Seit Anfang Dezember sind es bereits mehr 50 gewesen.

Nicht nur Putin und Erdogan beraten am Donnerstag über die Lage in Syrien. Der Konflikt ist auch Thema beim EU-Außenministertreffen, an dem Maas teilnimmt. "Europa kann und muss mehr tun, um auf ein Ende der Kämpfe und eine hinreichende Versorgung der Bevölkerung hinzuwirken", erklärte der Minister vor seinem Abflug.

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