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Putins Schattenarmee : Ex-Söldner der "Wagner-Gruppe" packt aus

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Selbst Moskaus Machtzentrale leugnet nicht mehr, dass es mit "Wagner" eine russische Söldner-Gruppe gibt. Jetzt packt ein Ex-Söldner aus und gibt Einblicke in deren Einsätze.

"Putins Schattenarmee – Die Gruppe Wagner: Oligarchen, Söldner, Kriege": Montage: Abzeichen der Wagner Gruppe, rechts ein Söldner mit Schirmmütze, Sonnenbrille und Maschinengewehr in der Hand
Söldner der "Wagner-Gruppe"
Quelle: ZDF/Tobias Lenz

Jahrelang tötete der russische Söldner Marat Gabidullin im Dienst der berüchtigten "Wagner-Gruppe" in Kriegsgebieten in Syrien und in der Ukraine. Doch die blutigen Kampfeinsätze im Auftrag von Russlands Mächtigen für das private Militär- und Sicherheitsunternehmen "Wagner"" haben ihn nachdenklich gemacht.

"Wagner-Truppen"" an vielen Schauplätzen

Als erster Kämpfer der Schattenarmee von Kremlchef Wladimir Putin enthüllt er in dem Buch "Wagner. Putins geheime Armee", wie etwa Russlands Unterstützung für Syriens Machthaber Baschar al-Assad oder für die Separatisten im Osten der Ukraine konkret aussieht. "Die Rettung des Regimes von Baschar al-Assad hat es Russland ermöglicht, sich weltweit mit Nachdruck als Beschützer und Retter von Kriminellen aller Art zu empfehlen", schreibt Gabidullin. "Wagners" Söldner spielen auch im Sudan, in Mali und Libyen eine Rolle.

Putin selbst sagte im Februar:

Was "Wagner" angeht, habe ich schon gesagt, dass der russische Staat damit nichts zu tun hat.
Wladimir Putin

Solche Firmen verfolgten kommerzielle Interessen. "Sie verhandeln dort selbst, die örtlichen Machthaber laden sie auf staatlicher Ebene ein und danken ihnen für die geleistete Arbeit", meinte er mit Blick auf Mali.

Sie gelten als geheime Krieger des Kremls: Die Söldner des privaten Militärunternehmens “Gruppe Wagner”.

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Filmemacher zeigen enge Verflechtung zum Kreml

Dagegen belegen die französischen Filmemacherinnen Ksenia Bolchakova und Alexandra Jousset, die eine Doku mit dem Titel "Wagner, Putins Schattenarmee" gedreht haben, eine enge Verflechtung der Gruppe mit dem Kreml. Sie haben auch Gabidullin befragt.

"Wagner" sei vielerorts exklusiv im Dienst des Kreml unterwegs. "Durch die Entsendung von Söldnern spart der Staat bei den Rentenansprüchen und Gehältern, die er den Soldaten der regulären Armee zahlen muss. Und es ermöglicht auch, Tote verschwinden zu lassen", schreiben sie.

Deutscher Komponist als Namensgeber

Köpfe der Organisation, die auf ihren Propagandavideos ein Porträt des deutschen Komponisten Richard Wagner zeigt, sind demnach der russische Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin und der Oberstleutnant Dmitri Utkin. Als Zeichen seiner Bewunderung für die Musik trage Utkin den Kampfnamen "Wagner".

Rusich-Mitglieder posieren im Juli 2021 mit einer Flagge und in Militärkleidung - die Flagge zeigt einen Valknut, ein Dreiecks-Symbol, das Rechtsextreme oft benutzen.

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Er soll nach seiner Karriere im russischen Militärgeheimdienst GRU von 2014 an aus Veteranen von Spezialeinheiten eine schnelle Eingreiftruppe unter seinem Kampfnamen gegründet haben. "Dmitri Utkin ist ein großer Bewunderer des Dritten Reichs und Adolf Hitlers", schreiben Bolchakowa und Jousset.

"Putins Koch" - Ex-Verbrecher offenbar Verbindungsmann in den Kreml

Als direkter Verbindungsmann in den Kreml gilt aber Prigoschin. Der 62-Jährige, der von den USA gesucht wird, stammt wie Putin aus St. Petersburg. Gabidullin sagt: "Der ehemalige Verbrecher, der zu einem der mächtigsten Männer Russlands wurde, ist das reine Produkt einer Unterwelt aus Sicherheitsmilizen, Spionen, Geheimdienstlern, Mafiabossen und Ex-Häftlingen."

Prigoschin habe Putin, der einst in der Stadtverwaltung von St. Petersburg arbeitete, oft in seinem Restaurant bewirtet - weshalb er den Beinamen "Putins Koch" trage.

Bis zu 5.000 Kämpfer

Insgesamt sollen heute rund 5.000 Kämpfer für "Wagner" aktiv sein. Auch der Auftragskiller Gabidullin, der im Monat bis zu 3.000 Euro erhielt, gehörte bis 2019 dazu. In seinem in weiten Teilen wie ein Frontbericht gehaltenen Buch über die Schrecken des Krieges beklagt er etwa schlechte Bewaffnung, Fehler bei der Gefechtsführung und ein teils extrem brutales Vorgehen völlig verrohter "Wagner-Leute".

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Gabidullin selbst begründet seinen Gang an die Öffentlichkeit auch damit, dass er Putins Krieg in der Ukraine als Fehler sieht. Er habe nie gegen ein Brudervolk kämpfen wollen.

Keine Reue, sondern Rechtfertigung

Reue aber sollten Leser nicht erwarten. Gabidullin nutzt das Buch, um sich zu rechtfertigen. Und er fordert eine offizielle Anerkennung der Kämpfer der Private Military Companies (PMC), der militärischen Privatunternehmen.

Russische Militärs schmückten sich oft mit Erfolgen, die vielmehr Söldner etwa im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien errungen hätten. Diese hätten einen Platz in den Geschichtsbüchern verdient, fordert Gabidullin.

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10.08.2022
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