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Ukraine-Krieg : Putin kündigt Teilmobilmachung an

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Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine Teilmobilmachung der Streitkräfte angekündigt. Wie ist das einzuordnen? Militärexperte Masala mit einer ersten Analyse.

Russlands Präsident Putin hat eine Teilmobilmachung angekündigt, tausende russische Männer werden zu den Waffen gerufen. Eine Oppositionsgruppe ruft zu Protesten auf.

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Knapp sieben Monate nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine hat Russland eine Teilmobilmachung der eigenen Streitkräfte angeordnet. Er habe diese Entscheidung nach einem Vorschlag des Verteidigungsministeriums getroffen und das Dekret unterschrieben, sagte Kremlchef Wladimir Putin in einer Fernsehansprache am Morgen.

300.000 Reservisten werden gestellt

Die Teilmobilisierung beginne noch an diesem Mittwoch. Damit wolle er auch Personalprobleme an der Front lösen. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu zufolge sollen 300.000 Reservisten gegen die Ukraine mobilisiert werden. Insgesamt gebe es 25 Millionen Reservisten in Russland.

Wie reagieren die Menschen auf die Teilmobilmachung? Eine Einschätzung von ZDF-Korrespondent Christian Semm.

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Laut Schoigu wurden seit Beginn der russischen Offensive am 24. Februar 5.937 russische Soldaten getötet - eine Zahl, die weit unter den ukrainischen und westlichen Schätzungen liegt. Er fügte hinzu, dass sein Land "nicht so sehr gegen die Ukraine, sondern gegen den Westen" kämpfe.

Zugleich kündigte Putin an, die Schein-Referenden in den besetzten Gebieten der Ukraine über einen Beitritt zu Russland zu unterstützen.

Putin: Alle "verfügbaren Mittel"

Russland werde alle "verfügbaren Mittel" einsetzen, um sein Territorium zu schützen, sagte Putin in seiner Ansprache an die Nation.

Das ist kein Bluff. (...) Diejenigen, die versuchen, uns mit Atomwaffen zu erpressen, sollten wissen, dass sich der Wind auch in ihre Richtung drehen kann.
Wladimir Putin, russischer Präsident

Habeck: Weiter Unterstützung für die Ukraine

Die Teilmobilmachung bedeutet nach Putins Worten, dass Reservisten eingezogen werden. Sie würden den gleichen Status und die gleiche Bezahlung bekommen wie die jetzigen Vertragssoldaten und auch vor dem Fronteinsatz noch einmal militärisch geschult, versicherte er.

Vize-Kanzler Robert Habeck hat die angekündigte Teilmobilmachung der Streitkräfte kritisiert. Dies sei eine weitere Eskalation des völkerrechtswidrigen Krieges gegen die Ukraine, sagte der Grünen-Politiker. Habeck bezeichnete den Schritt als Fehler:

Ein schlimmer und falscher Schritt.
Robert Habeck (Grüne), Vizekanzler

Die Bundesregierung werde beraten, welche Antwort darauf zu geben sei. Jedenfalls werde die Ukraine weiterhin vollumfänglich unterstützt.

Putin reagiert auf die ukrainische Gegenoffensive im Osten mit Scheinreferenden. Schnell sollen die noch besetzten Gebiete ein Teil Russlands werden.

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Was bedeutet die Teilmobilmachung?

Der Militärexperte Carlo Masala glaubt, dass Putin mit der Teilmobilmachung einen Mittelweg geht. "Er aktiviert die Reserve und jene, die gedient haben", so Masala. "Das Schicken an die Front geht dadurch schneller."

Er holt sich die Männer, die ohnehin einen militärischen Hintergrund haben. Es geht nicht um den 20-Jährigen, der sowieso nicht in den Krieg will. Das ist ein Mittelweg.
Carlo Masala, Bundeswehr Universität München

Nach der erfolgreichen ukrainischen Großoffensive ist Putin unter Druck. Mit der Teilmobilmachung will er vermutlich einerseits die Frontlinien verstärken, analysiert Masala, und gleichzeitig die professionellen Militärs entlasten, die dort derzeit oft selbst kämpfen müssen.

Putins TV-Rede war zudem geprägt von Anti-Nato-Narrativen. Masala beobachtet, dass er verbal immer schärfer gegen das westliche Militärbündnis austeilt.

Er rückt das Nato-Narrativ in den Vordergrund, um nicht zugeben zu müssen, dass er gegen die Ukraine empfindliche Niederlagen einstecken muss.
Carlo Masala, Politikwissenschaftler

Putins Drohungen müssten ernst genommen werden, sagte die Staatssekretärin im britischen Außenministerium Gillian Keegan bei Sky News. Sie sprach von einer besorgniserregenden Eskalation.

Russland beziffert Verluste der Ukraine

Knapp sieben Monate nach Kriegsbeginn hat Russland die Zahl getöteter ukrainischer Soldaten jetzt mit mehr als 60.000 beziffert. Hinzu kämen fast 50.000 Verletzte, so dass die "Verluste" insgesamt bei mehr 100.000 lägen, sagte Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Morgen im Staatsfernsehen.

Damit habe die Ukraine mehr als die Hälfte ihrer einstigen Streitkräfte, die anfangs aus mehr als 200.000 Menschen bestanden haben sollen, verloren, behauptete Schoigu. Unabhängig überprüfen ließ sich das nicht. Die Ukraine selbst hatte die Todesopfer in den eigenen Reihen Ende August auf annähernd 9.000 Soldaten beziffert.

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Spott aus der Ukraine

Kiew reagierte mit Spott auf die von Putin angeordnete Teilmobilmachung. Der externe Berater des ukrainischen Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, fragte auf Twitter: "Läuft immer noch alles nach Plan oder doch nicht?" Der für "drei Tage" geplante Krieg dauere bereits 210 Tage. Die Russen, die eine Vernichtung der Ukraine forderten, hätten nun unter anderem die Mobilmachung, geschlossene Grenzen, blockierte Konten und Gefängnisstrafen für Deserteure erhalten.

Das Leben hat einen wunderbaren Sinn für Humor.
Mychajlo Podoljak, externer Berater im Selenskyj-Büro

Nach der Ankündigung einer Teilmobilmachung in Russland wächst dort Internet-Daten zufolge rasant die Nachfrage nach One-Way-Flügen. Statistiken von Google Trends zeigen einen sprunghaften Anstieg der Suchanfragen nach Aviasales, der beliebtesten russischen Website für den Kauf von Flügen.

Direktflüge von Moskau nach Istanbul und Eriwan in Armenien - beides Ziele, die Russen eine visumfreie Einreise ermöglichen - sind laut Aviasales am heutigen Mittwoch ausverkauft. Einige Strecken mit Zwischenstopps, darunter die von Moskau nach Tiflis, sind ebenfalls nicht verfügbar. Die billigsten Flüge von der Hauptstadt nach Dubai kosteten mehr als 300.000 Rubel (umgerechnet knapp 5.000 Euro) - etwa das Fünffache des durchschnittlichen russischen Monatslohns.

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