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Schüsse in der Hauptstadt - Militär in Guinea putscht gegen Regierung

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Im westafrikanischen Guinea hat es offenbar einen Putschversuch gegeben. Ein Oberst der Armee verkündete die Absetzung der Regierung, diese spricht jedoch vom misslungenen Versuch.

Unruhen in Guinea 2020
Unruhen in Guinea 2020
Quelle: Sadak Souici/AP/dpa

Im westafrikanischen Guinea hat es am Sonntag offenbar einen Staatsstreich gegeben. Nach Informationen der Deutschen Welle wurde Präsident Alpha Condé von einer kleinen Gruppe Soldaten festgenommen.

Die Nachrichtenplattform "Verite224.com" berichtete, in der Hauptstadt Conakry seien Schüsse zu hören gewesen. Oberst Mamadi Doumbouya erklärte, die Verfassung habe keine Gültigkeit mehr und auch die Landesgrenzen seien geschlossen.

Die Lage war aber unklar: Das Verteidigungsministerium erklärte seinerseits, ein Angriff auf den Präsidentensitz durch die Spezialeinheit sei zurückgeschlagen worden.

Militär verspricht "eine Wiederherstellung der Demokratie"

"Die Personalisierung des politischen Lebens ist vorbei", erklärte der Oberst:

Wir werden die Politik nicht mehr einem Mann anvertrauen, sondern dem Volk.
Oberst Mamadi Doumbouya

Doumbouya, der eine Spezialeinheit des Militärs kommandierte, fügte hinzu, er handele im besten Interesse des Landes, und versprach eine Wiederherstellung der Demokratie. Die rebellierenden Soldaten gaben sich den Namen Nationales Komitee für Versammlung und Entwicklung.

Vereinte Nationen verurteilen möglichen Putsch

Das Verteidigungsministerium erklärte Stunden nach den Schüssen in Conakry zunächst, die Sicherheitskräfte hätten eine Gruppe von Angreifern zurückgeschlagen. Das staatliche Fernsehen in dem westafrikanischen Land ging in seinem Programm nicht auf die Schüsse ein, die den ganzen Morgen über durch den Stadtteil Kaloum hallten.

Unterdessen verurteilte UN-Generalsekretär Antonio Guterres "jede Übernahme der Regierung mit Waffengewalt". Guterres forderte am Sonntagabend auf Twitter die sofortige Freilassung dvon Condé:

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Dritte Amtszeit von Condé sorgte für Kritik

Condé sah sich wachsender Kritik ausgesetzt, seit er im vergangenen Jahr eine dritte Amtszeit anstrebte und behauptete, die Begrenzung auf zwei Amtszeiten gelte aufgrund eines von ihm eingebrachten Verfassungsreferendums nicht für ihn. Er wurde schließlich wiedergewählt, löste mit seiner Entscheidung aber gewaltsame Straßendemonstrationen aus, bei denen nach Angaben der Opposition Dutzende Menschen getötet wurden.

Condé kam 2010 in den ersten demokratischen Wahlen des Landes seit der Unabhängigkeit von Frankreich 1958 an die Macht. Viele sahen in seiner Präsidentschaft einen Neuanfang für das Land, das jahrzehntelang unter einer korrupten, autoritären Herrschaft gelitten hatte. Seine Kritiker erklärten jedoch, dass er es nicht geschafft habe, das Leben der Menschen in Guinea zu verbessern, von denen die meisten trotz der enormen Bodenschätze des Landes in Armut leben.

Bereits 2011 überlebte der Präsident nur knapp ein Attentat, nachdem Bewaffnete über Nacht sein Haus umstellt und sein Schlafzimmer mit Raketen beschossen hatten. Einer seiner Leibwächter wurde dabei getötet.

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