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Tag 62 im Ukraine-Krieg : Deutschland liefert Gepard-Panzer an Kiew

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Deutschland will die Ukraine erstmals mit schweren Waffen unterstützen – die USA begrüßen die Entscheidung. Der aktuelle Überblick.

Rheinland-Pfalz, Ramstein: Lloyd Austin, US-Verteidigungsminister, gibt auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein ein Pressestatement ab.
US-Verteidigungsminister Austin hat allen Nationen gedankt, die Kiew bereits mit Waffen und Ausrüstung unterstützten.
Quelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

Wir fassen für Sie im Folgenden die wichtigsten Entwicklungen zu Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammen. Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Die Entwicklungen von Tag 62 im Ukraine-Krieg

  • Die Bundesregierung will nun eine Lieferung von Panzern aus Beständen der Industrie an die Ukraine erlauben. Deutschland will die Ukraine im Abwehrkrieg gegen Russland mit Flugabwehrpanzern und der Ausbildung von Soldaten unterstützen. Das kündigte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) am Dienstag bei einem hochrangig besetzten Treffen auf dem US-Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein an.  Dazu soll der Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) grünes Licht erhalten, um technisch aufgearbeitete Gepard-Flugabwehrpanzer aus früheren Beständen der Bundeswehr verkaufen zu können.

Nach wochenlanger Überlegung kündigte die Bundesregierung heute eine Lieferung von Flugabwehrpanzern in die Ukraine an. Zuvor hatte die Union auf eine Entscheidung gedrängt.

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  • Die USA haben eine monatliche Kontaktgruppe zur besseren Koordinierung der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine angekündigt. "Um sicherzustellen, dass wir unsere Fortschritte weiter ausbauen, werden wir dieses Forum über den heutigen Tag hinaus verlängern", sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin nach der Konferenz in Ramstein.
  • Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Vereinten Nationen (UN) zufolge im Grundsatz einer Beteiligung der UN und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz bei der Rettung von Zivilisten aus dem belagerten Asow-Stahlwerk in Mariupol zugestimmt. Ein UN-Sprecher erklärt nach einem Treffen von UN-Generalsekretär Antonio Guterres mit Putin in Moskau, es seien Anschlussgespräche zwischen dem russischen Verteidigungsministerium und dem Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der UN geplant.
  • Die Offensive der russischen Streitkräfte im ukrainischen Donbass ist nach Einschätzung eines britischen Regierungsmitglieds überstürzt und erleidet deshalb hohe Verluste. Der Parlamentarische Staatssekretär für die Streitkräfte, James Heappey, sagte am Dienstag im Fernsehsender Sky News, die russische Militärführung sei unter Zeitdruck und treffe deshalb "schlechte" militärische Entscheidungen. Grund sei der Wunsch von Präsident Wladimir Putin, am 9. Mai - dem Nationalfeiertag zum Sieg über NS-Deutschland im Zweiten Weltkrieg - einen Erfolg vorweisen zu können. Heappey sagte, die Offensive sei begonnen worden, bevor genügend Truppen dafür in Stellung gebracht worden seien.
  • Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat bei einem Treffen mit UN-Generalsekretär António Guterres mit Nachdruck vor Waffenlieferungen an die Ukraine gewarnt. "Wenn das so weitergeht, werden die Verhandlungen wohl kaum ein Ergebnis bringen", sagte Lawrow nach den Gesprächen mit dem UN-Chef in Moskau. Zwar betonte Lawrow, dass Russland weiter bereit zu Verhandlungen für ein Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine sei. Aber er sehe kein echtes Interesse in Kiew. Zur Frage eines möglichen Einsatzes von Vermittlern in dem Konflikt zwischen der Ukraine und Russland sagte Lawrow: "Dafür ist es zu früh."
  • Russland setzt seinen Beschuss an der gesamten Front in der ostukrainischen Region Donezk nach Angaben des dortigen Gouverneurs fort. An diesem Dienstag seien bislang zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden, teilt Pawlo Kyrylenko über den Online-Dienst Telegram mit.
  • UN-Generalsekretär António Guterres hat bei seinem Besuch in Moskau zu einer sofortigen Waffenruhe in der Ukraine aufgerufen. Die Vereinten Nationen seien extrem daran interessiert, die Bedingungen für effektiven Dialog, eine schnellstmögliche Feuerpause und eine friedliche Lösung zu schaffen, sagte Guterres zum Auftakt eines Treffens mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow.

Russlands Außenminister Lawrow sieht eine „reale Gefahr“ für einen dritten Weltkrieg. Westliche Waffenlieferungen an die Ukraine seien berechtigte Angriffsziele.

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  • Russland wird sich in seinem Krieg gegen die Ukraine aus Sicht von Kiews Außenminister Dmytro Kuleba inzwischen seiner Niederlage bewusst. Russland verliere die Hoffnung, der Welt Angst zu machen und spreche deshalb inzwischen von der Gefahr eines Dritten Weltkrieges, meinte Kuleba mit Blick auf Äußerungen seines Kollegen Sergej Lawrow. "Das heißt nur, dass Moskau seine Niederlage in der Ukraine spürt", schrieb Kuleba im Kurznachrichtendienst Twitter. Ähnlich äußerte sich dort auch Lettlands Außenminister Edgars Rinkevics, der mahnte, der russischen "Erpressung" nicht nachzugeben.
  • Zuvor hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow mit Blick auf die Ukraine vor der Gefahr eines Weltkrieges gewarnt. Nato-Staaten würden mit Waffenlieferungen "Öl ins Feuer gießen", sagte er. Daher seien diese Lieferungen ein legitimes Ziel für die russischen Streitkräfte. "Wenn die Nato über einen Stellvertreter de facto in einen Krieg mit Russland tritt und diesen Stellvertreter bewaffnet, dann tut man im Krieg, was man im Krieg tun muss", sagt Lawrow in einem Fernseh-Interview. Die Gefahr eines atomaren Konflikts "sollte nicht unterschätzt werden", so Lawrow.
Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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Die Situation in den ukrainischen Städten:

  • Noch immer harren Zehntausende Zivilisten in Mariupol aus. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat der russische Präsident Putin im Grundsatz einer Beteiligung der UN und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz bei der Rettung von Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk Asowstal zugestimmt.
  • Das russische Militär hat nach eigenen Angaben die Kontrolle über große Teile der Ost- und Südukraine erlangt. "Die russische Armee hat das gesamte Gebiet Cherson, Teile der Gebiete Charkiw, Saporischja, Mykolajiw sowie bedeutende Teile der Donezker und Luhansker Volksrepublik unter ihre Kontrolle genommen", erklärte Generaloberst Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium. Über die vollständige Kontrolle des Gebiets Cherson gibt es widersprüchliche Angaben. Am Morgen hatte der ukrainische Militärchef der Region, Oleksandr Wilkul, noch erklärt, die Verteidigungslinie befinde sich innerhalb des Gebiets Cherson und russischen Kräften sei es nicht gelungen, diese zu durchbrechen.

Reaktionen und Folgen des Angriffs-Kriegs:

  • Der russische Staatskonzern Gazprom stoppt ab Mittwoch alle Gaslieferungen nach Bulgarien. Das bulgarische Gasunternehmen Bulgargas sei am Dienstag darüber informiert worden, dass Gazprom die Erdgaslieferungen ab dem 27. April aussetzen werde, teilte das Wirtschaftsministerium in Sofia mit. Zuvor hatte bereits Polen den von Gazprom verkündeten Stopp russischer Gaslieferungen über die Jamal-Pipeline gemeldet.
  • US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat die Ankündigung Deutschlands ausdrücklich begrüßt. Deutschland sei "ein toller Freund und Verbündeter" der USA, sagte Austin nach einem internationalen Treffen auf dem US-Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein. Die USA und ihre Verbündeten stünden zusammen, um die Ukraine angesichts des russischen Angriffskriegs zu unterstützen, betonte Austin.

Nach dem Ukraine-Gipfel in Ramstein lobt US-Verteidigungsminister Austin die Entscheidung Deutschlands, die Ukraine mit schweren Waffen zu unterstützen.

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  • Ein Ölembargo gegen Russland ist aus Sicht von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck "handhabbar" geworden. Deutschland sei "einer Unabhängigkeit von russischen Ölimporten sehr, sehr nahe gekommen", sagte Habeck in Warschau. Es sei gelungen, die Abhängigkeit von 35 Prozent vor Beginn des Ukraine-Krieges innerhalb von acht Wochen auf 12 Prozent zu senken.
  • Polen verhängt Sanktionen gegen 50 russische Oligarchen und Unternehmen.  
  • Großbritannien verzichtet im Rahmen eines Freihandelsabkommens auf Zölle für ukrainische Waren. Die Maßnahme erfolgt auf Bitte des ukrainischen Präsidenten - und soll die Wirtschaft der Ukraine unterstützen. Die Zölle auf Waren aus der Ukraine betrugen bislang rund 22 Prozent.
  • Die New Yorker Met Oper will eine Konzertreihe mit ukrainischen Spitzenmusikern veranstalten. "Das Orchester wird vor kurzem Geflüchtete, ukrainische Mitglieder europäischer Orchester und einige der besten Musiker aus Kiew, Lwiw, Charkiw, Odessa und anderswo in der Ukraine umfassen", heißt es in einer Mitteilung. Dabei will die Met auch Auftritte in Deutschland organisieren.

Das ist an Tag 61 passiert:

Russland weist 40 deutsche Diplomaten aus, Russland attackiert Eisenbahnstationen der Ukraine und nach dem Besuch der US-Minister Blinken und Austin in Kiew sagen die USA der Ukraine weitere Hilfen zu. Lesen Sie hier, was an Tag 61 im Ukraine-Krieg passiert ist:

Russlands Außenminister Sergej Lawrow, aufgenommen am 15.03.2022 in Moskau (Russland)

Tag 61 im Ukraine-Krieg - Lawrow: Gefahr für dritten Weltkrieg "real" 

Lawrow sieht realistische Gefahr für dritten Weltkieg, Uno-Generalsekretär reist optimistisch nach Moskau, Russland weist 40 deutsche Diplomaten aus. Kriegstag 61 im Überblick.

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