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Rassismus - Wie Sie rassistische Aussagen kontern

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Ob auf der Straße, im Internet oder Job: Rassismus begegnet uns überall. Wie kann ich mich verhalten, wenn ich dem etwas entgegensetzen will?

Teilnehmer der #unteilbar-Demonstration
Demonstrieren als Zeichen gegen Rassismus. Wie hier auf der #unteilbar-Demo in Dresden.
Quelle: reuters

Oft fallen sie unvermittelt. Eine abwertende Randbemerkung über Frauen mit Kopftuch während des Elternabends oder als Witz inklusive N-Wort beim Feierabendbier mit Kollegen. Viele wollen rassistischen Aussagen wie diesen etwas entgegensetzen. Doch während sie über das "Wie" nachdenken, vergeht der Moment des Einspruchs und die Gesprächsrunde dreht sich womöglich schon um ein anderes Thema.

Von Rassismus nicht verunsichern lassen

"In solchen Situationen erleben wir Unsicherheiten auf allen Seiten", sagt Arpana Aischa Berndt. Gemeinsam mit Marijana Bogojević gibt sie Workshops, in denen die Teilnehmer Strategien erarbeiten, um von Rassismus betroffenen Menschen zu unterstützen.

Arpana Berndt
Arpana Aisha Berndt ist Autorin und Anti-Rassismus-Trainerin.
Quelle: cv.studio.berlin

Die Situationen, in denen Rassismus vorkomme, seien vielfältig und man müsse seine Verhaltensweisen darauf anpassen, erklärt Berndt. Deshalb gibt es einige Strategien und Argumente, um Rassismus zu begegnen.

Solidarisieren Sie sich mit Betroffenen

Um bei dem Beispiel zu bleiben: Ist bei dem Elternabend womöglich eine Frau mit Kopftuch anwesend, die die rassistische Aussage gehört hat? Zeigen Sie, dass sie mit der Aussage nicht einverstanden sind. Denn für die betroffene Person ist das Schweigen der Umstehenden oft genauso schlimm wie die Angriffe.

Wichtig ist, dass man auf die Bedürfnisse der von Rassismus betroffenen Person Rücksicht nimmt.
Arpana Aischa Berndt

Denn welche Form von Unterstützung sie sich in der Situation wünscht, läge bei jedem einzelnen und sei sehr individuell. "Brauchst du Hilfe?" oder "Kann ich dich unterstützen?", seien Fragen, die in solchen Momenten weiterhelfen können.

Suchen Sie sich Verbündete

Schauen Sie sich nach möglichen Unterstützern in der Nähe um: Wenn andere von dem Gespräch mitbekommen haben könnten, dann sprechen Sie diese direkt an und bitten Sie Position zu beziehen. So zeigen Sie dem Gegenüber: Die Mehrheit ist anderer Meinung.

Sagen Sie Ihre Meinung und bleiben Sie konkret

Trauen Sie sich zu widersprechen und machen Sie deutlich, dass sie rassistische Äußerungen nicht hören wollen.

Oft handelt es sich hier ja nicht nur um eine Meinung, sondern um erforschte Fakten, die die rassistischen Aussagen widerlegen.
Arpana Aisha Berndt

Berndt rät, sich Basiswissen anzueignen und den eigenen Lernprozess offenzulegen. Ein Satz wie: "Vor zwei Jahren dachte ich auch noch anders, dann habe ich darüber gelesen und es verstanden", mache das Thema zugänglicher. "Ich empfehle meinem Gegenüber in solchen Diskussionen Bücher wie 'Exit Racism' von Tupoka Ogette und 'Deutschland Schwarz Weiß' von Noah Sow."

Vertagen Sie die Situation

Wichtig ist natürlich, dass sich die Person auf die inhaltliche Diskussion einlassen will. Man sollte sich fragen: Will die Person überhaupt ins Gespräch kommen oder nur schlechte Stimmung machen? Sie müssen nicht auf jede rassistische Parole eingehen. In bestimmten Situationen reicht auch ein Widerspruch.

Manche Personen erreiche man außerdem in einem kleinen Kreis besser als vor großem Gesprächspublikum, erzählt Berndt. Und:

Wenn man mit einem Freund diskutiert, kann man bestimmte Informationen über Rassismus auch noch mal nachlesen und das als Gesprächsgrundlage nutzen.
Arpana Aisha Berndt

Stellen Sie Nachfragen

Nur die wenigsten haben mal eben die neuesten Zahlen aus der Kriminalstatistik parat, um rassistische Aussagen zu widerlegen. Wenn sich ein Argument falsch anhört, helfen oft schon Nachfragen wie: "Wo haben Sie diese Informationen her?" oder "Inwiefern gibt es da einen Zusammenhang?"

Weitere Informationen

Weitere Strategien gegen Rassismus finden Sie hier:

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