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UN-Bericht zu Rassismus - Schwarze weiter systematisch benachteiligt

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Die Existenz von strukturellem Rassismus wird oft bestritten. Doch ein UN-Bericht zeigt: Schwarze werden vielerorts systematisch benachteiligt. Vor allem in Europa und Amerika.

Eine farbige Frau bei einer Kundgebung für Rassengerechtigkeit in Atlanta Georgia
Der gewaltsame Tod an George Floyd entfachte die Debatte um strukturellen Rassismus gegen Schwarze
Quelle: Reuters

Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf wirft Ländern vor allem in Europa und in Nord- und Lateinamerika Rassismus gegen Menschen mit afrikanischen Wurzeln vor. Jahrhundertelange Gewalt und Diskriminierung hätten staatliche Strukturen hervorgebracht, in denen Schwarze durch Polizei und Ämter, Gesetze, Verordnungen und Einstellungen systematisch benachteiligt werden, hieß es in einem mit Spannung erwarteten Bericht.

Dieser strukturelle Rassismus werde bis heute weitgehend abgestritten. Länder müssten sich den Folgen des Sklavenhandels und des Kolonialismus endlich stellen und um Wiedergutmachung kümmern.

"Der jetzige Zustand ist unhaltbar", sagte die Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet.

Ich rufe alle Länder auf, Rassismus nicht mehr abzustreiten, sondern abzubauen.
Michelle Bachelet, Hochkommissarin für Menschenrechte

Kleine Anpassungen reichten nicht, Systeme müssten grundlegend reformiert werden.

Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig spricht bei Jochen Breyer über Rassismus und die Anfeindungen, die er in seiner Jugend und seiner Karriere erlebt hat.

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Tod von George Floyd Auslöser für Studie

Der Bericht geht auf einen Beschluss des UN-Menschenrechtsrats nach dem gewaltsamen Tod des schwarzen Amerikaners George Floyd zurück.

Floyd starb im Mai 2020 nach einer Festnahme, bei der ein Polizist mehr als neun Minuten auf dem Hals des am Boden liegenden Mannes kniete. Der Polizist wurde wegen Mordes zweiten Grades zu mehr als 22 Jahren Haft verurteilt. In zu vielen ähnlichen Fällen werde aber kaum jemand zur Rechenschaft gezogen, heißt es in dem Bericht.

US-Präsident Biden hat die Strafe wegen der Tötung George Floyds als angemessen bewertet. Ex-Polizist Derek Chauvin war zu 22 Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden.

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UN: Schwarze mit Chancenungleichheit

In vielen Ländern seien Menschen mit afrikanischen Wurzeln sozial, wirtschaftlich und politisch an den Rand gedrängt. Vor allem in Nord- und Lateinamerika und Europa lebten unverhältnismäßig viele von ihnen in Armut und hätten es schwer, grundlegende Menschenrechte wie etwa auf Bildung, Gesundheitsdienste, Arbeit, angemessenen Wohnraum und sauberes Wasser durchzusetzen.

Stereotype entstünden teils schon in der Kindheit, wenn Lehrerinnen und Lehrer Kindern mit afrikanischen Wurzeln weniger zutrauten als anderen und sie auf Bildungswege lenkten, die ihnen weniger Chancen einräumen. Wenn es um Leistung gehe, würden Schwarze oft nur in Bereichen wie Sport, Musik und Tanz erwähnt. Als herabwürdigend wird in dem Bericht eine Aussage von Ex-US-Präsident Donald Trump kritisiert, der Teilnehmer an Protesten gegen Rassismus als "kranke und geistesgestörte Anarchisten und Agitatoren" bezeichnet hatte.

Deutschland erkennt Völkermord an

Es gebe in verschiedenen Ländern Wiedergutmachungsinitiativen, aber nicht genug, heißt es in dem Bericht. Lobend erwähnt wird etwa, dass die Bundesregierung vor kurzem die Gräueltaten der deutschen Kolonialmacht an den Volksgruppen der Herero und Nama im heutigen Namibia als Völkermord anerkannt hat und offiziell um Vergebung bitten will. Deutschland will die Nachfahren in den kommenden 30 Jahren mit 1,1 Milliarden Euro unterstützen.

Eine Gedenktafel mit den Bildern und Namen der neuen Opfer des Anschlags von Hanau.

Nachrichten | Thema - Rassismus 

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