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Rauch und Hitze in Australien "immense Gefährdung"

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Arzt zu Buschbränden - Rauch und Hitze in Australien "immense Gefährdung"

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Millionen Hektar Land brennen in Australien. Der Rauch zieht auch in die Städte. Ein Arzt warnt vor "immensen" gesundheitlichen Gefahren.

Rauch steigt nach einem Brand in einem örtlichen Holzwerk auf, aufgenommen am 10.01.2020 in Eden (Australien)
Quelle: dpa

Die Gesundheit der von den Buschbränden in Australien betroffenen Bevölkerung dürfte aus Sicht eines deutschen Arztes nicht nur wegen des Rauchs leiden. Auch die extreme Hitze könnte den Menschen zu schaffen machen. Rauch plus Hitze sei "eine immense gesundheitliche Gefährdung", sagte der Lungenspezialist Leif Sander von der Charité in Berlin. "Extremtemperaturen sind eine zusätzliche Belastung, vor allem für chronisch kranke Patienten."

Extremtemperaturen sind eine zusätzliche Belastung, vor allem für chronisch kranke Patienten.
Lungenspezialist Leif Sander, Charité Berlin

Auch in Berlin mache man im Hochsommer die Erfahrung, dass sich die Beschwerden etwa von Asthmapatienten verschlimmerten. Ob die Rauchbelastung durch derartige Brände zu mehr Todesfällen führen kann - wie es etwa von Hitzewellen dokumentiert ist -, sei bisher aber nicht sicher, sagte Sander. Wahrscheinlich habe man in den Jahren nach den aktuellen Buschbränden neue Erkenntnisse.

Brände können "gesundheitliche Langzeiteffekte" haben

Die Feuer in Australien führten dazu, dass in der Küstenmetropole Sydney die berühmte Oper von Rauch umhüllt war. Die Luft war nach Angaben der Gesundheitsbehörden zum Teil bedrohlich schlecht. In der rund 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Canberra trugen die Menschen Schutzmasken. Die Rauchfahne erreichte Anfang der Woche sogar das 11.000 Kilometer entfernte Chile und Argentinien.

Über Sydneys Oper liegt dichter Rauch, 10.12.2019.
Über Sydneys Oper liegt dichter Rauch.
Quelle: ap

"Was man weiß, ist, dass sich während solcher Ereignisse mehr Menschen im Krankenhaus vorstellen, dass sich Beschwerden verschlimmern und dass solche Ereignisse gesundheitliche Langzeiteffekte haben können", sagte Sander. Letzteres gelte vor allem für ungeborene Kinder und Kleinkinder.

Rauchgasvergiftungen möglich

Rauchschwaden von einem Buschfeuer in Australien; Gippsland, Australien; 02.01.2020
Rauchschwaden von einem Buschfeuer
Quelle: dpa

Bei gesunden Erwachsenen gehe man davon aus, dass sich die Lunge nach einer akuten Rauchbelastung über die Zeit wieder regenerieren könne, sagte der Experte. Zu akuten Folgen zählten typischerweise Symptome der oberen und unteren Atemwege. "Die Schleimhäute können akut gereizt werden, weil im Rauch hohe Feinstaubkonzentrationen und giftige Gase enthalten sind", schildert Sander. Die Patienten litten an Husten und eventuell Atemnot, hätten eine laufende Nase und tränende Augen. Je nachdem wie intensiv der Brand und wie nah die Menschen dran sind, könne es auch zu Rauchgasvergiftungen kommen.

"Das Verbrennen von Holz und von Bäumen setzt Schadstoffe, wie Feinstaubpartikel, frei, die zu Gesundheitsschäden führen können", erläutert Sander. Aus Regionen der Welt, wo noch viel auf offenem Feuer gekocht wird, sei bekannt, dass die Menschen dort ähnliche Erkrankungen bekommen wie zum Beispiel Menschen, die sehr hohen Verkehrsbelastungen ausgesetzt sind oder die Zigaretten rauchen.

Menschen mit Vorerkrankungen besonders gefährdet

Als besonders gefährlich beurteilt der Mediziner Feinstaubpartikel mit einer Größe unter 2,5 Mikrometer: Diese könnten bis in die Lungenbläschen gelangen und womöglich auch ins Blut übertreten und langfristige Schäden hervorrufen. "Schwangeren und Menschen mit Kleinkindern würde ich empfehlen, falls möglich, sich ganz aus dem Gebiet zu entfernen", sagte Sander. Erwachsene, besonders jene mit chronischen Lungenerkrankungen, sollten am besten spezielle Atemschutzmasken tragen, die vor Feinstaub schützen.

Australien, Tahmoor: Rauch steigt südwestlich von Sydney auf.
Australien, Tahmoor: Rauch steigt südwestlich von Sydney auf.
Quelle: dpa

Schon allein durch die Rauchbelastung verschlechtere sich auch häufig der Zustand von Menschen mit vorbestehenden Lungenerkrankungen, sagte der Mediziner. Asthmatiker könnten etwa Asthma-Attacken mit Atemnot bekommen. Ebenfalls gefährdet in solchen Situationen seien Patienten COPD oder Lungenfibrose, aber auch Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Rauch und Dunst über Bergen im Bundesstaat New South Wales.
Rauch und Dunst über Bergen im Bundesstaat New South Wales.
Quelle: Sgt Murray Staff/Australia Department of Defence/Royal Australian Air Force/AP/dpa
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