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Ein Weltraumbahnhof in der Nordsee?

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Ministerium prüft BDI-Konzept - Ein Weltraumbahnhof in der Nordsee?

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Starten künftig Kleinraketen in der Nordsee? Der Industrieverband will einen Weltraumbahnhof in Deutschland errichten - das Wirtschaftsministerium prüft nun dessen Konzept.

3D Illustration: Weltraumansicht
Quelle: imago/CHROMORANGE

Das Bundeswirtschaftsministerium will ein Konzept der Industrie für die Errichtung eines Weltraumbahnhofs in Deutschland prüfen. Das berichtete das "Handelsblatt". Am Freitagnachmittag habe es ein Treffen von Raumfahrtunternehmen und Beamten im Ministerium gegeben. Das Wirtschaftsministerium bestätigte dies am Montag. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) habe ein Konzept vorgelegt, dieses werde nun genau geprüft.

Startplatz für Kleinraketen

Das Konzept des BDI sieht einen Startplatz für Kleinraketen in der Nordsee vor - eine mobile Startplattform in Form eines privatwirtschaftlichen Betreibermodells mit staatlicher Unterstützung. Ein entsprechendes Strategiepapier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. "Eine deutsche Startplattform ist technisch machbar, strategisch und wirtschaftlich sinnvoll", heißt es. Die Realisierung sei eine politische Entscheidung und keine technische Frage. Ein deutscher Startplatz sollte allen europäischen und internationalen Partnern zur Nutzung offenstehen.

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Raumfahrt sei für die gesamte deutsche Industrie von zentraler Bedeutung, heißt es in dem Papier. Im digitalen Zeitalter sei sie Schlüssel für Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren und Industrie 4.0. Dank Miniaturisierung würden Satelliten immer kleiner, diese Entwicklung verändere auch den Bedarf an Trägerraketen. "Zukünftig wird es eine Mischung aus großen, mittleren und kleinen Raketen geben."

Private Firmen ohne vertraglichen Startplatz

Es gebe drei private Hersteller von sogenannten Microlaunchern in Deutschland, die 2021/22 auf den Markt kommen sollten. Keines der drei Unternehmen verfüge aber über einen vertraglichen Startplatz in Europa, heißt es. Die Machbarkeitsanalyse einer Firma komme zu dem Ergebnis, dass eine mobile Startplattform in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee für den Start von kleinen Trägerraketen in "polare- und sonnensynchrone Orbits" geeignet sei.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich bereits im vergangenen Jahr aufgeschlossen für die Errichtung eines deutschen Weltraumbahnhofs gezeigt.

Zeitung: Rund 30 Millionen Euro Kosten

Laut "Handelsblatt" würde ein Startplatz auf einer Plattform in der Nordsee den Bund rund 30 Millionen Euro kosten. Die größten Probleme würden laut Gesprächsverlauf vermutlich politische und regulatorische Frage aufwerfen. Unter anderem planten auch die EU- und Nato-Partner Schweden und Norwegen bereits solche Startrampen.

Grafische Darstellunge des Satelliten Aeolus der Europäischen Raumfahrtagentur esa

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von Jan Schneider
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