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So kam es zur Eskalation am Reichstagsgebäude

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Eklat bei Corona-Demo - So kam es zur Eskalation am Reichstagsgebäude

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Triumphierende Demonstranten schwenken Reichsflaggen auf der Treppe des deutschen Parlaments. Wie konnte es dazu kommen? Eine Aktivistin hatte kurz zuvor dazu aufgerufen.

Polizisten stoppen Demonstranten vor dem Reichstag
Polizisten stoppen Demonstranten vor dem Reichstag
Quelle: Reuters

"Guckt euch um, die Polizei hat die Helme abgesetzt. Vor diesem Gebäude steht keine Polizei mehr und Trump ist in Berlin", ruft die schwarz gekleidete Aktivistin mit den langen blonden Dreadlocks auf der Bühne direkt vor dem Reichstagsgebäude. "Wir gehen da rauf. Und holen uns heute, hier und jetzt unser Haus zurück." Ihre Stimme überschlägt sich als sie schreit: "Wir haben gewonnen!"

Die Menschen vor der Bühne fallen sich jubelnd in die Arme. Und ziehen gröhlend zum Regierungsgebäude. Hunderte überrennen die Absperrungen der Polizei, schwenken Flaggen des Deutschen Reichs, erklimmen die Treppe. "Leute! Wir sind am Reichstag", brüllt ein Mann. Nur wenige Polizisten stellen sich den Demonstranten zunächst in den Weg, können jedoch verhindern, dass sie ins Gebäude gelangen. Die Bilder gehen um die Welt.

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Aktivistin ist Heilpraktikerin - und Reichsbürgerin

Angeblich zu den Demonstranten übergelaufene Polizisten, Donald Trump in der Stadt - wer ist die Aktivistin, die die Demonstranten mit Fake News zum Reichstag lotste? Tamara K. ist Heilpraktikerin aus der Nähe von Aachen und dort seit längerem bei den Gelbwesten aktiv. Auf ihrer Webseite bietet sie unter anderem "ganzheitlich orientierte Krebstherapie", "Triggerpunktbehandlung" und Therapie mit "Bachblüten" an.

Rechtsextreme rissen die Absperrungen vor dem Reichstagsgebäude nieder, drangen bis zur Tür des Bundestages vor und zeigten Symbole, die von Neonazis verwendet werden. Politiker sind entsetzt.

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Und Tamara K. sympathisiert nach Recherchen des "Tagesspiegel" und t-online mit der Reichsbürgerbewegung. Nur einen Tag zuvor forderte sie bei einer Demonstration Unter den Linden in einem Video, dass möglichst viele Menschen an der Demonstration am Samstag teilnehmen sollen, um u.a. einen Friedensvertrag für Deutschland zu fordern.

"Wir sorgen für die Abwicklung der BRD-Regierung und sind endlich frei", rief sie in die Menge, umgeben von schwarz-weiß-roten Reichsfahnen. Über Regierungs-Politiker sagte K: "Das sind für mich keine Menschen. Das sind Bestien."

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ZDFheute hat mit Tamara K. am Telefon gesprochen. Dass sie auf der Bühne vor dem Bundestag sprach, sei eine spontane Idee gewesen, die sie nicht bereue. Obwohl sie noch Tags zuvor dazu aufgerufen hatte, die Bundesregierung "abzuwickeln", habe sie angeblich nie gewollt, dass die Demonstranten das Reichstagsgebäude "stürmen": "Ich hatte gesagt 'wir setzen uns friedlich auf die Treppe'".

Besorgniserregende Bilder vom Wochenende: Hunderte Demonstranten, viele aus der "Reichsbürger"-Szene, versuchen das Bundestagsgebäude zu stürmen. Wie kann so etwas künftig verhindert werden?

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Demonstranten blieben nicht auf der Treppe

Doch die Treppe lag hinter den Polizeiabsperrungen, die zunächst überwunden werden mussten. Kaum einer der Demonstranten setzte sich dann tatsächlich dort hin, stattdessen drangen viele bis unmittelbar zu den Türen vor, wie Videos zeigen. Dort verteidigten zunächst nur einige wenige Polizisten das Gebäude. Als die Polizei dann mit Verstärkung den Bereich räumen wollte, kam es zu Rangeleien. Immer wieder waren "Widerstand"-Sprechchöre zu hören.

Nach der Randale ermittelt jetzt die Berliner Polizei wegen des Aufrufs. Nur eins ist sicher: Trump war an diesem Wochenende nie in Berlin. Das musste inzwischen auch Tamara K. zugeben: "Da haben mir mehrere Leute eine Falschinformation gegeben."

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