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Debatte über Rentenalter - SPD-Chefin Esken gegen Rente mit 68

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Rente mit 68? Die Debatte ebbt nicht ab. Auch SPD-Chefin Esken ist dagegen: Vor allem Geringverdiener würden benachteiligt. Experten warnen allerdings vor steigenden Beiträgen.

Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD, bei einer Pressekonferenz im Willy-Brandt-Haus in Berlin.
Gegen die Rente mit 68: Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD
Quelle: Fabian Sommer/dpa

SPD-Chefin Saskia Esken hat sich gegen eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 68 Jahre ausgesprochen. "Die schrittweise Erhöhung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre bis 2031 fängt die steigende Lebenserwartung voll auf", sagte Esken den Funke-Medien.

Eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters lehne ihre Partei ab, so Esken. "Sie führt zu Ungerechtigkeiten und benachteiligt insbesondere Beschäftigte mit geringen Einkommen und sie ist unter dem Gesichtspunkt der Finanzierung auch nicht erforderlich."

„Das geht nicht gut“, sagt Wirtschaftswissenschaftler Professor Börsch-Supan im ZDF

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Rente ab 68: Kritik aus allen Lagern

Hintergrund: Der wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium hatte ein Konzept vorgelegt, das längeres Arbeiten im Alter und eine Begrenzung künftiger Rentenerhöhungen vorsieht. In der Vorlage ist von einem Renteneintritt mit 68 Jahren im Jahr 2042 die Rede. Der Vorstoß für eine Rente ab 68 stieß parteiübergreifend auf Kritik.

Wissenschaftler haben die Politik aufgefordert, vor den Problemen bei der Finanzierung der Rentenversicherung nicht die Augen zu verschließen. Axel Börsch-Supan, bei dem die Federführung des Gutachtens lag, sagte im ZDF-"heute journal", wie beim Klimawandel habe man sich lange gescheut, die Probleme ernst zu nehmen.

Müsste Mehrwertsteuer auf 27 Prozent steigen?

Auch das Ifo-Institut warnt vor einem massiv höheren Finanzierungsbedarf für den Bundeshalt. Demnach führten Mehrausgaben für die Rentenpakete wie die "Rente mit 63" oder die Grund- und Mütterrenten dazu, dass der volle Mehrwertsteuersatz von heute 19 Prozent auf fast 27 Prozent im Jahr 2050 steigen müsste, würde man alle bereits heute absehbaren Mehrausgaben über die Mehrwertsteuer finanzieren wollen.

So steht es in einer Ifo-Studie im Auftrag der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. Ohne die Rentenpakete der vergangenen Jahre müsste der Mehrwertsteuersatz bei etwa 25 Prozent liegen.

Ökonom: System steht vor dem Ruin

Der Ökonom Bernd Raffelhüschen warnte "Bild" zufolge: "Das Rentensystem steht vor dem Ruin." Und weiter:

Die Regierung kann jetzt nur noch zwischen Pest und Cholera wählen: Entweder hebt sie die Beitragssätze für die Rentenkasse (...) an. Oder der Bundeszuschuss muss extrem wachsen.
Bernd Raffelhüschen, Ökonom

Wie auch immer sich die Politik entscheide: "Am Ende wird uns das Rentensystem um die Ohren fliegen."

In Zukunft werden immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren müssen.

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Bartsch fordert Klartext von Laschet

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch forderte CDU-Chef Armin Laschet in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auf, "den Wählerinnen und Wählern reinen Wein einzuschenken, ob die Union das Renteneintrittsalter auf 68 anheben will".

Die Junge Gruppe in der Unionsfraktion wandte sich ebenfalls gegen den Expertenvorschlag. "Wer glaubt, man rettet die Rente, indem wir jetzt nur an der Altersschraube drehen, der irrt", sagte die Vorsitzende des Zusammenschlusses, Emmi Zeulner (CSU), den Funke-Zeitungen. Den Mitgliedern des Sachverständigenrats warf sie vor, diese seien "nicht auf der Höhe der Zeit". Die Idee, dass es "ein Renteneintrittsalter für alle" gebe, sei "völlig veraltet". Vielmehr brauche es hier mehr Flexibilität. Die Arbeitswelt werde immer unterschiedlicher.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte mehrfach betont, er sei seit jeher gegen eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters. Es bleibe bei der Erhöhung auf 67 Jahre.

Baden-Württemberg, Weingarten: Eine Seniorin hält ihren Rentenbescheid in der Hand.

Wegen steigender Lebenserwartung - Expertengremium schlägt Rente mit 68 vor 

Die Gesellschaft in Deutschland altert. Das muss Experten zufolge künftig auch beim Renteneintrittsalter berücksichtigt werden. Ein Gutachten rät jetzt zur Rente mit 68.

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