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Unter 1.300 Euro brutto im Monat : Jedem dritten Beschäftigten droht Mini-Rente

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Einem Bericht zufolge droht vielen Arbeitnehmern im Alter eine Bruttorente von unter 1.300 Euro monatlich. Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisiert das als "inakzeptabel".

Banknoten und Münzen, auf denen die Buchstaben "Rente" gelegt sind.
Quelle: panthermedia/bitpics

Jedem dritten Beschäftigten in Deutschland droht nach 45 Berufsjahren in Vollzeit eine Bruttorente von unter 1.300 Euro im Monat. Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Silvesterausgaben) berichteten unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag, dass dies nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung netto etwa 1.160 Euro an Altersbezügen bedeute.

Wie laut den Zeitungen aus der Antwort weiter hervorgeht, müssen Beschäftigte beim derzeitigen Rentenniveau mindestens 2.800 Euro im Monat vor Abzügen verdienen, um auf eine gesetzliche Rente von 1.300 brutto zu kommen. Wer im Alter auf 1.500 Euro Rente kommen will, muss demnach nach derzeitigem Stand monatlich mindestens 3.200 Euro brutto in Vollzeit verdienen. Um 2.500 Euro brutto von der Rentenversicherung zu erhalten, sei aktuell ein Monatslohn von 5.350 Euro vor Steuern und Abgaben erforderlich.

Linken-Fraktionschef Bartsch fordert Anstieg des Rentenniveaus auf über 50 Prozent

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte den Funke-Zeitungen, es sei "inakzeptabel", dass einem Drittel der Beschäftigten nach 45 Jahren Vollzeitarbeit nur eine schmale Rente drohe. Im Osten sei sogar jeder zweite betroffen. Die Zahlen der Bundesregierung zeigten,

dass viele Arbeitnehmer nicht nur zu wenig verdienen, sondern auch zu wenig Rente für ihre Lebensleistung erhalten.
Dietmar Bartsch, Linken-Fraktionschef

Es untergrabe das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung, "wenn nach einem kompletten Arbeitsleben nur wenige hundert Euro über Hartz-IV-Niveau bleiben". Bartsch forderte, das Rentenniveau müsse mindestens auf über 50 Prozent steigen.

Das Niveau lag laut dem Rentenversicherungsbericht 2021 zuletzt bei 49,4 Prozent. Die Zahl zeigt das Verhältnis zwischen der Höhe der zu erwartenden Rente nach 45 Beitragsjahren und dem durchschnittlichen Einkommen eines Arbeitnehmers.

Ampel-Parteien wollen Rentenniveau bei 48 Prozent sichern

Das Bundesarbeitsministerium verwies in seiner Antwort darauf, dass die Auswertung der Zahlen keine direkten Aussagen zur Verdiensthöhe im Lauf eines gesamten Arbeitslebens zulasse. Hintergrund sei, dass es in Zukunft zu Lohnerhöhungen kommen kann, die für die aktuellen Erhebung aber nicht berücksichtigt werden konnten. Ferner betonte die Regierung, aus erworbenen Rentenansprüchen könnten "grundsätzlich keine Rückschlüsse auf den Lebensstandard im Alter gezogen werden", da etwa weitere Alterseinkommen außerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt werden müssten.

Um die Rentenbeiträge stabil zu halten, möchte die künftige Ampel-Koalition eine Aktien-Rente einführen. Dafür sollen zehn Milliarden Euro am Kapitalmarkt angelegt werden.

Beitragslänge:
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Es gibt seit Jahren Warnungen davor, dass das Rentenniveau durch die Überalterung der Gesellschaft in Gefahr ist. Der Koalitionsvertrag der "Ampel"-Parteien sieht vor, das Rentenniveau beim Stand von 48 Prozent zu sichern. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters wird ausgeschlossen. Erstmals soll es einen Einstieg in eine teilweise Kapitaldeckung für die gesetzliche Rentenversicherung geben.

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