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Wie groß wird die Rentenreform?

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Fragen und Antworten - Wie groß wird die Rentenreform?

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Bis 2025 sind die Rentenfinanzen stabilisiert - eine Kommission der Bundesregierung berät seit zwei Jahren, wie es danach weitergeht. Ein Überblick.

Die Rentenkommission hat ihre Empfehlungen für die Entwicklung der Renten nach 2025 vorgelegt. Viel soll sich nicht ändern: Das Renteneinstiegsalter soll nicht angehoben werden, die gesetzliche Rente Kern der Alterssicherung bleiben.

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Nach knapp zwei Jahren hat die Rentenkommission der Bundesregierung einen Bericht herausgegeben. Darin steht, was die Experten in Zukunft für die Rentenregelung sinnvoll halten. Heiße Eisen wie ein noch längeres Arbeiten als bis 67 Jahre fassen aber auch sie nicht an. Fragen und Antworten zum Thema Rente:

Wo ist das Problem?

Millionen "Babyboomer", also die geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1969, drängen in die Rente. Zugleich haben viele Ältere immer länger etwas von ihren Ruhestandsbezügen. Und bei den Einnahmen der Rentenkasse wird es zusehends schwieriger. Kamen 2016 noch 48 Rentner auf 100 Beitragszahler, dürften es 2045 - nach einer Modellrechnung der Deutschen Rentenversicherung - 70 sein.

Eine Zusammenfassung des Berichts der Rentenkomission im Video:

Die Rentenkasse muss in Zukunft einiges stemmen, denn unsere Gesellschaft wird älter. Nun hat die Rentenkommission ihre Empfehlungen vorgelegt.

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Was schlägt die Kommission beim Rentenniveau vor?

Die Experten empfehlen weiterhin "Haltelinien". Da ist eine nach unten beim Rentenniveau. Dieses zeigt, wie sich eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren zum Entgelt eines Durchschnittsverdieners verhält.

Sinkt das Rentenniveau, heißt das also nicht, dass die individuell gezahlte Rente sinkt - sondern dass sie langsamer steigt als die Verdienste. Bis 2025 soll es bei mindestens 48 Prozent gehalten werden - danach aus Sicht der Kommission zwischen mindestens 44 Prozent und 49 Prozent.

Was ist mit den Beiträgen?

Eine "Haltelinie" sollte es auch bei den Beiträgen weiter geben, raten die Experten - aber nach oben.

Aktuell liegt der Satz bei 18,6 Prozent des Bruttolohns, wobei die Hälfte der Arbeitgeber trägt. Schon beschlossen ist, dass bis 2025 die 20-Prozent-Marke nicht überschritten werden soll. Für danach empfiehlt die Kommission nun einen Korridor von 20 bis maximal 24 Prozent.

Was soll sich bei der privaten Vorsorge tun?

Da private wie betriebliche Vorsorge stagnieren, sieht die Kommission ebenfalls Handlungsbedarf - aber im bestehenden Rahmen. Sie schlägt vor, Förderinstrumente zu verstärken. Für Riester-Verträge könnte eine staatliche Online-Plattform für provisionsfreie Angebote kommen.

Wie sind die Reaktionen?

Richtig zufrieden ist eigentlich kaum jemand, ob Gewerkschaften, Sozialverbände oder Arbeitgeber. Von einer "Farce" sprach Ulrich Schneider vom Paritätischen Gesamtverband. Die Vorschläge seien zaghaft, an wirklich kritische Punkte habe man sich nicht herangetraut, etwa ein Einbeziehen von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung.

Die Gewerkschaften forderten, die Haltelinie beim Rentenniveau müsse bei 48 Prozent bleiben, sonst drohten soziale Härten für Geringverdiener. Die Arbeitgeber wiederum warnten vor steigenden Beitragssätzen.

Wie geht es nun weiter?

Sozialminister Hubertus Heil (SPD) kündigte bis Herbst konkrete Vorschläge an und will noch bis zur Bundestagswahl 2021 Ideen für die Zeit nach 2025 einbringen. Die Union griff direkt auf, Verbesserungen bei der Privatvorsorge anzugehen.

Dazu kommt: Niemand weiß, welche Folgen die Corona-Krise hat. Rentenpräsidentin Gundula Roßbach nannte die Vorschläge der Kommission eine gute Basis für eine Sicherung der gesetzlichen Rente - auch wenn sich die Bedingungen für die Wirtschaft und damit für die Alterssicherung wegen aktueller Entwicklungen veränderten.

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