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Mehr als 570 Flüchtlinge an Bord - "Ocean Viking" sucht sicheren Hafen

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Dehydriert, erschöpft: 572 Flüchtlinge hat die "Ocean Viking" aus dem Mittelmeer gerettet. Die Helfer sprachen von "erschütternden" Erlebnissen - und fordern einen sicheren Hafen.

Ein kleines Boot und ein Schlauchboot mit Migranten treiben auf dem Mittelmeer, aufgenommen am 04.07.2021
Die in Seenot geratenen Menschen waren in den zurückliegenden fünf Tagen bei sechs Einsätzen in Sicherheit gebracht worden (Bild aufgenommen am 04.07.2021).

Das private Seenotrettungsschiff "Ocean Viking" mit 572 Flüchtlingen an Bord fordert die Zuweisung eines sicheren Hafens. Die Menschen an Bord seien entkräftet und benötigten dringend einen Ort, an dem sie an Land gehen können, erklärte die Organisation SOS Méditerranée, die das Schiff betreibt, am Dienstag.

Viele Minderjährige unter den Flüchtlingen

Die "Ocean Viking" hatte die Flüchtlinge und Migranten in den vergangenen fünf Tagen bei sechs Einsätzen im zentralen Mittelmeer gerettet. Einige Gerettete hätten von Folter, Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch in libyschen Internierungslagern berichtet.

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" hat innerhalb weniger Tage Hunderte Menschen im Mittelmeer an Bord genommen. Das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit.

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Das medizinische Team habe Fälle von Verbrennungen, Dehydrierung und extremer Erschöpfung behandeln müssen. Von den insgesamt 572 Geretteten an Bord sind nach Angaben von SOS Méditerranée 183 minderjährig.

Was wir in den vergangenen Tagen auf See erlebt haben, ist erschütternd.
Luisa Albera, Such- und Rettungskoordinatorin an Bord der "Ocean Viking"

Mittelmeer - gefährlichste Fluchtroute der Welt

Das Mittelmeer ist eine der gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bislang mindestens 866 Menschen gestorben, beim Versuch auf diesem Weg nach Europa zu gelangen.

Die "Ocean Viking" ist derzeit das einzige Schiff einer privaten Seenotretter-Organisation, das im zentralen Mittelmeer operiert. Die übrigen Schiffe verschiedener Organisationen werden entweder in Italien von den Behörden festgehalten oder auf einen kommenden Einsatz vorbereitet.

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Auch die libysche und tunesische Küstenwache nehmen immer wieder Menschen im zentralen Mittelmeer an Bord, bringen sie aber in die Länder zurück, aus denen sie aufgebrochen waren. Viele Organisationen kritisieren das mit der Begründung, dass den Geretteten zum Beispiel im Krisenland Libyen Gewalt drohe.

Rettungsaktionen der Organisationen umstritten

In kleinen, meist überfüllten Booten machen sich Flüchtlinge immer wieder zur gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer Richtung EU auf. In Italien wurden mit Stand vom vergangenen Freitag knapp 21.000 angekommene Bootsmigranten gezählt. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es demnach etwas mehr als 7.300.

Die Rettungsaktionen der Organisationen sind politisch umstritten. Kritiker meinen, dass vor allem die Schlepper daran verdienen und dass die Folge der Einsätze mehr Bootsmigranten und mehr Tote auf dieser Route seien. Hilfsorganisationen führen unter anderem an, dass das internationale Seerecht vorschreibe, gerettete Menschen so schnell wie möglich in den nächstgelegenen sicheren Hafen zu bringen.

Politik | auslandsjournal - Raus aus der Hölle 

Tausende sind schon bei der Fahrt über das Mittelmeer umgekommen. Doch Geflüchtete nehmen das Risiko auf sich, weil sie schon vorher Schlimmes erlebt haben. In den Camps in Libyen

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43 min
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