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Vorschlag an Washington - Atomsprengköpfe: Moskau zum Einfrieren bereit

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Wende bei der atomaren Abrüstung: Zwei Wochen vor der US-Wahl schlägt Russland eine Verlängerung des New-Start-Abkommens vor - allerdings nicht ohne Forderungen an die USA.

Ein russischer Marschflugkörper. Archivbild
Ein russischer Marschflugkörper - das New-Start-Abkommen ist das das letzte verbliebene nukleare Abrüstungsabkommen zwischen den USA und Russland.
Quelle: Pavel Golovkin/AP/dpa

Russland hat sich zum "Einfrieren" seiner Atomsprengköpfe für ein Jahr bereit erklärt, wenn die USA mit ihrem Atomwaffenarsenal genauso verfahren. Russland schlage die Verlängerung des New-Start-Abkommens zur atomaren Abrüstung um ein Jahr vor und sei dafür bereit, diese Verpflichtung einzugehen, erklärte das Außenministerium in Moskau.

New Start ist das letzte verbliebene nukleare Abrüstungsabkommen zwischen den USA und Russland und läuft nach jetzigem Stand am 5. Februar 2021 aus.

Erst vor einer Woche hatte Russland abgelehnt

Mit der Bereitschaft, seine Atomsprengköpfe ein Jahr lang ruhen zu lassen, vollzieht die Regierung in Moskau weniger als zwei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl eine Wende.

Erst vor rund einer Woche hatte Moskau eine entsprechende Forderung der USA als "inakzeptabel" abgelehnt.

Am vergangenen Freitag warb Russlands Staatschef Wladimir Putin dann erneut für eine einjährige Verlängerung des New-Start-Abkommens "ohne Vorbedingungen":

Die Atommächte und ihre Atomwaffen: Eine Geschichte von Demonstrationen und Unfällen.

New-Start-Verlängerung - Abrüstung: USA lehnen Putins Vorschlag ab 

Vier Monate läuft der letzte große atomare Abrüstungsvertrag zwischen den USA und Russland noch. Nun haben die USA einen Verlängerungsvorschlag von Präsident Putin abgelehnt.

Weitere Verhandlungen bei Verlängerung des New-Start-Abkommens

Der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Robert O'Brien, bekräftigte daraufhin die Forderung Washingtons nach einem beiderseitigen "Einfrieren" der Arsenale als Vorbedingung für eine Verlängerung des Abkommens.

Das Außenministerium in Moskau erklärte nun, ein Einfrieren seiner Atomsprengköpfe sei nur möglich, wenn die USA auf "weitere Forderungen" verzichteten. Zugleich betonte das Ministerium, dass eine einjährige Verlängerung des Abkommens umfassende Verhandlungen über eine Fortsetzung der Vereinbarungen in den kommenden Jahren ermöglichen würde.

Abrüstungsabkommen beinhaltet Reduzierung der Atomsprengköpfe

In dem 2010 geschlossenen Abrüstungsabkommen hatten sich Russland und die USA verpflichtet, die Zahl ihrer Atomsprengköpfe auf maximal 1.550 zu reduzieren.

Im Juni hatten beide Seiten eine erste Verhandlungsrunde über die Zukunft von New Start ohne greifbare Ergebnisse beendet. Die US-Regierung pocht auf eine Beteiligung Chinas an den Abrüstungsgesprächen:

USA aus "Open Skies"-Abkommen ausgestiegen

Die USA hatten im vergangenen Jahr den INF-Vertrag über die atomare Abrüstung im Mittelstreckenbereich aufgekündigt. Im Mai dieses Jahres kündigte Washington dann auch den Ausstieg aus dem "Open Skies"-Abkommen mit Russland an, das beiden Seiten Beobachtungsflüge im Luftraum des anderen Vertragspartners ermöglicht.

Der demokratische Wahl-Herausforderer von US-Präsident Trump, Joe Biden, hat sich im Wahlkampf für eine Verlängerung des New-Start-Abkommens ausgesprochen.

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