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Fall Nawalny - Moskau wirft Berlin "Bluff" vor

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Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums wirft Berlin vor, Beweise für eine Vergiftung Nawalnys nur vorzutäuschen. Am Mittwoch werde der Botschafter zum Gespräch erwartet.

Maria Sacharowa, Sprecherin der russischen Außenministeriums
Maria Sacharowa, Sprecherin der russischen Außenministeriums
Quelle: Imago

Im Streit um die Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny erwartet Russland von Deutschland Belege. "Es ist an der Zeit, die Karten offen zu legen, weil es für alle klar ist: Berlin blufft, um einem schmutzigen politischen Getue dienlich zu sein", schrieb die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa auf Facebook.

Das betreffe die Ergebnisse der Untersuchungen in einem Labor der Bundeswehr und die Beweise des deutschen Außenministeriums, schrieb Sacharowa. Russland bestreitet, in den Fall verwickelt zu sein.

Deutscher Botschafter in Russland zum Gespräch erwartet

Der deutsche Botschafter werde zum Gespräch erwartet, so Sacharowa.
Das Gespräch soll am Mittwoch stattfinden, verlautete aus der deutschen Botschaft. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, dass es sich um einen lange geplanten Termin handele.

Alexej Nawalny war am 20. August auf einem Flug von Sibirien nach Russland bewusstlos geworden. Daraufhin wurde er in einem russischen Krankenhaus behandelt und später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt. Laut Bundesregierung konnte ein Labor der Bundeswehr nachweisen, dass Nawalny mit Nowitschok vergiftet wurde.

Russland bestreitet, in den Fall des Oppositionellen verwickelt zu sein. Mittlerweile ist Nawalny aus dem Koma erwacht.

Wer hat Kremlkritiker Alexej Nawalny vergiftet?

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2 min
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Außenminister Maas weist Vorwürfe zurück

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte bereits am Sonntag Vorwürfe
Russlands zurückgewiesen, die deutschen Behörden bremsten Ermittlungen im Fall des vergifteten russischen Oppositionellen Alexej Nawalny.

Maas sagte in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin", man habe bereits dem russischen Botschafter gesagt, dass man einem Rechtshilfeersuchen Russland zustimmen werde.

Er forderte Russland auf, zur Aufklärung des Falls beizutragen. "Wenn Russland keine Beiträge zur Aufklärung liefert oder weitere solche Nebelkerzen gestartet werden wie das schon seit Tagen der Fall ist, dann ist das ein weiteres Indiz dafür, dass man etwas zu verbergen hat", sagte der SPD-Politiker.

Russischer Botschafter in Berlin einbestellt

Schuldfrage im Fall Nawalny - "Politisierung vermeiden" 

Der russische Botschafter forderte im ZDF dazu auf, "vorläufige Einschätzungen" zu unterlassen.

Videolänge
1 min

Anfang September war der russische Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, ins Außenamt in Berlin einbestellt worden. Am Montag musste Russlands Botschafter in London Stellung zum Fall Nawalny beziehen.

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