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Schwarzes Meer - London dementiert russische Warnschüsse

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Ein britisches Kriegsschiff dringt laut Moskau in russische Gewässer ein. Russland reagiert mit Warnschüssen. London dementiert beides.

Archiv: Der britische Zerstörer "HMS Defender" am 19.05.2010 vor der Küste Schottlands
Der britische Zerstörer "HMS Defender" (Archiv)
Quelle: epa

Russland hat laut eigenen Angaben zur Warnung eines britischen Kriegsschiffs Schüsse abgegeben und Bomben abgeworfen. Die britische Seite dementierte den Vorgang. Laut russischem Verteidigungsministerium sei das Schiff am Mittwochmittag im Schwarzen Meer unweit der Halbinsel Krim drei Kilometer weit in russische Hoheitsgewässer gefahren, wie es von der Staatsagentur Tass hieß.

Nach Aussage Moskaus drehte das britische Schiff nach dem gemeinsamen Beschuss durch die russische Schwarzmeerflotte und den Grenzschutz des Inlandsgeheimdienstes FSB ab. Es habe dem Vernehmen nach keine Verletzten gegeben.

London spricht von einer angekündigten Schießübung

Das Verteidigungsministerium in London dementierte diese Darstellung Moskaus. "Wir glauben, dass die Russen Schießübungen vorgenommen haben im Schwarzen Meer", hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums am Mittwoch auf Twitter. Diese seien vorab angekündigt worden. Es habe keine Schüsse gegeben, die auf den vor Ort eingesetzten Zerstörer "HMS Defender" gerichtet gewesen seien.

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Auch die Behauptung, dass Bomben auf dem Kurs des Schiffes abgeworfen worden seien, erkenne man nicht an. Die "HMS Defender" sei auf einer "harmlosen Durchfahrt" durch ukrainische Gewässer im Einklang mit internationalem Recht, so die Mitteilung weiter.

Augenzeugenberichte britischer Journalisten

Berichte britischer Reporter an Bord des Schiffs legen jdoch ebenfalls gezielte Warnschüsse nahe. So meldete ein Journalist der Zeitung "Daily Mail" an Bord, die russische Küstenwache habe Warnschüsse angedroht, falls die "Defender" nicht abdrehe.

Gut ein Dutzend russische Kampfjets seien über das Kriegsschiff hinweg gejagt und die Küstenwache habe Schüsse abgegeben.

Moskau spricht von Warnschüssen

Das Moskauer Ministerium hatte zuvor erklärt, die Besatzung der britischen "Defender" habe auf Warnungen zunächst nicht reagiert. Daraufhin habe ein Grenzpatrouillenschiff Warnschüsse abgegeben. Anschließend seien "präventiv" vier Fliegerbomben auf den Kurs der "Defender" abgeworfen worden.

Der Vorfall mit dem britischen Zerstörer "HMS Defender" vor der Küste der Halbinsel Krim sei ein "ernster Moment", sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow laut Agentur Interfax. Russland werde seine territoriale Integrität notfalls auch militärisch verteidigen.

Archiv: Ein russischer Kampfjet vom Typ "Su-24" am 22.10.2015 in Syrien

Vorfall im Schwarzen Meer - Stimmt die Version von Moskau oder London? 

Russland will ein britisches Kriegsschiff mit Schüssen und Bomben vor der Krim vertrieben haben und spricht von Provokation. Doch London schildert den Vorfall ganz anders.

Warnung vor Grenzverletzungen

Der Vizechef des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament, Juri Schwytkin, sagte, alle Versuche dieser Art, die Grenzen Russlands zu verletzen, würden entschieden abgewehrt.

Die Schwarzmeerflotte und der für den Grenzschutz zuständige Inlandsgeheimdienst FSB hätten im Einklang mit internationalen Regeln gehandelt.

"HMS Defender" auf dem Weg zu US-Militärübung

Es wurde vermutet, dass das britische Kriegsschiff an einer internationalen Militärübung unter US-Führung teilnehmen wollte. Zuvor hatte Russland die USA und ihre Verbündeten aufgefordert, dieses Manöver im Schwarzen Meer nicht abzuhalten.

"Das Ausmaß und die offensichtlich aggressive Art der militärischen Übungen entsprechen in keiner Weise den tatsächlichen Sicherheitsbedürfnissen in der Schwarzmeer-Region", teilte die russische Botschaft in den USA bei Twitter mit.

Zweiwöchiges Manöver "Sea Breeze"

Das zweiwöchige Manöver "Sea Breeze" (Seebrise) im Schwarzen Meer soll nach US-Angaben an diesem Montag beginnen. Mit 32 beteiligten Ländern aus sechs Kontinenten, 5.000 Soldaten, 32 Schiffen, 40 Flugzeugen sowie 18 Spezialoperationen und Tauchteams sei es die bisher größte derartige Übung.

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