Ukraine-Krieg: Kreml tauscht Militärführung aus

    Kreml tauscht Militärführung aus:Wer ist Russlands neuer Kommandeur Surowikin?

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    Der Kreml hat auf die jüngsten Niederlagen in der Ukraine reagiert und seinen Oberkommandeur ausgetauscht. Der Neue hatte die russischen Truppen bereits im Syrien-Krieg angeführt.

    General Sergej Surowikin, Archivbild
    Sergej Surowikin übernimmt das Kommando der russischen Truppen in der Ukraine.
    Quelle: ap

    Die russischen Truppen in der Ukraine haben nach zahlreichen Niederlagen bei ihrem Angriffskrieg nun einen neuen Kommandeur. Der 55 Jahre alte Armeegeneral Sergej Surowikin sei von Verteidigungsminister Sergej Schoigu eingesetzt worden, um die "militärische Spezialoperation" zu führen, teilte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Samstag in Moskau mit.

    Warum setzt Russland einen neuen Kommandeur ein?

    Nach Meinung von Kommentatoren kommt Schoigu seinen Kritikern entgegen, die angesichts von Niederlagen eine Neuaufstellung der Truppen in der Ukraine gefordert hatten. Die Lage war zuletzt von kremlnahen Militärbloggern als chaotisch und katastrophal beschrieben worden.
    Kriegsreporter, Feldkommandeure und die private Kampftruppe Wagner reagierten Medien zufolge begeistert auf die Ernennung des "verantwortungsbewussten" Soldaten Surowikin.

    Was zeichnet Sergej Surowikin aus?

    Surowikin gilt als Offizier mit breiter Erfahrung in Kriegen, darunter in der Vergangenheit auch in Syrien und davor in der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus. Auch in Syrien war Surowikin Kommandeur der russischen Truppen.
    2017 war der "Held Russlands" zum Befehlshaber der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte ernannt worden. In der Ukraine befehligte er bislang die Streitkräfte "Süd" der russischen Armee, wie aus einem Bericht des Verteidigungsministeriums im Juli hervorgeht.
    Der Name des bisherigen Kommandeurs im Angriffskrieg war nie offiziell genannt worden. US-Informationen und russischen Medienberichten zufolge war dies Alexander Dwornikow, der ebenfalls zuvor in Tschetschenien und in Syrien im Einsatz war.

    Was erhofft sich Russland von Surowikin?

    Vor Surowikin stehen angesichts der vielen Erfolge der ukrainischen Armee bei ihrer Verteidigungsoffensive und der Rückeroberung vieler Ortschaften große Herausforderungen. Die russische Armee hatte sich zuletzt aus dem Gebiet Charkiw zurückgezogen und musste auch die strategisch wichtige Stadt Lyman im Gebiet Donezk aufgeben. Das hatte die Kritik an der russischen Militärführung noch einmal deutlich verschärft.
    Kremlchef Wladimir Putin hatte angesichts dessen im September eine Teilmobilmachung angeordnet, die neben neuen Befehlshabern eine Wende bringen soll für Russland in der Ukraine. Es sollen etwa 300.000 Reservisten eingezogen werden, um die besetzten Teile der Gebiete Cherson, Saporischschja, Luhansk und Donezk zu halten und verlorene Regionen zurückzuerobern.
    Russland hatte sich die in großen Teilen besetzten Gebiete nach Scheinreferenden über einen Beitritt zu seinem Staatsgebiet unter internationalem Protest einverleibt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, alle besetzten Gebiete zu befreien - einschließlich der bereits 2014 von Moskau annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim.
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    Quelle: AP, AFP, dpa

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