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Tausende fordern Freilassung von Gouverneur

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Demonstration im Osten Russlands - Tausende fordern Freilassung von Gouverneur

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Im ost-russischen Chabarowsk haben wieder Tausende gegen die Festnahme des Provinz-Gouverneurs Furgal demonstriert. Sie kritisieren das Vorgehen der Behörden in Moskau.

Proteste gegen die Festnahme von Provinz-Gouverneur Furgal.

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Tausende Menschen haben im Fernen Osten Russlands abermals gegen die Festnahme des Gouverneurs Sergej Furgal demonstriert. Zwischen 15.000 und 50.000 Menschen sollen sich im Zentrum der Großstadt Chabarowsk versammelt haben und bis zum Rathaus marschiert sein, berichteten lokale Medien am Samstag.

Offizielle Zahlen sind nicht bekannt. Es habe jedoch keine Festnahmen in der Stadt mit rund 600.000 Einwohnern gegeben, hieß es. Auch in anderen Städten der Region an der chinesischen Grenze seien Hunderte Menschen auf die Straße gegangen.

Demonstranten fordern Freilassung Furgals

Hintergrund ist die Festnahme von Furgal vor zwei Wochen. Die Ermittler werfen dem Politiker der nationalistischen Partei LDPR vor, an einem Mord vor rund 15 Jahren beteiligt gewesen zu sein. Er bestritt alle Vorwürfe, muss aber für mindestens zwei Monate in Untersuchungshaft in Moskau bleiben.

Die Demonstranten forderten Furgals Freilassung sowie einen "fairen Prozess" vor Ort in Chabarowsk statt in Moskau, wie ein AFP-Reporter berichtete. Einige Protestschilder und Gesänge richteten sich direkt gegen Präsident Wladimir Putin.

Die Anhänger des Gouverneurs sehen Furgals Verhaftung als politisch motiviert und als einen Versuch des Kreml an, einen Gegner der Regierungspartei Geeintes Russland abzusetzen. "Er ist unser Gouverneur! Und wir werden ihn verteidigen", skandierten die Demonstranten.

Wir werden nicht mehr an den Wahlen teilnehmen, wenn Putin ihn nicht freilässt.
Anastasia Sokolowa, Demonstrantin

Kreml-Kritiker Nawalny solidarisiert sich mit Demonstranten

Der prominente Kreml-Kritiker Alexej Nawalny solidarisierte sich mit den Demonstranten. "Eine ganze Stadt - Chabarowsk - weigert sich, Putins endlosen Lügen über die 'Gerechtigkeit' seiner Gerichte und die 'Ehrlichkeit' seiner Wahlen zu glauben", schrieb Nawalny auf der Online-Plattform Instagram.

Es sind die größten Proteste seit Jahren, bei denen die Menschen vor allem den Einfluss Moskaus in den Regionen kritisieren. Furgal hatte vor knapp zwei Jahren den Kandidaten der Kremlpartei "Geeintes Russland" bei der Wahl überraschend geschlagen und den Posten des Gouverneurs übernommen.

Die anhaltenden Proteste machen vor allem die Behörden nervös. Der Bürgermeister mahnte die Bewohner vor dem Protest, wegen der hohen Ansteckungsgefahr durch die Corona-Pandemie zu Hause zu bleiben. Zudem warnte der Inlandsgeheimdienst FSB vor angeblicher Terrorgefahr. Er habe bereits einen Anschlag vereitelt.

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