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Cyberattacke Bundestag - Lawrow: Keine Beweise für Hackerangriff

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2015 gab es einen Hackerangriff auf den deutschen Bundestag. Laut Kanzlerin Merkel gibt es Erkenntnisse über eine Beteiligung Russlands. Außenminister Lawrow weist das zurück.

Eine Person tippt auf der Tastatur eines Laptops mit Binärcode auf Bildschirm
Nach dem Hackerangriff auf den deutschen Bundestag weisen Spuren nach Russland. Außenminister Lawrow weist Vorwürfe zurück.
Quelle: dpa

Es gebe keine Beweise, dass Russland hinter dem Hackerangriff auf den Deutschen Bundestag stecke: Außenminister Lawrow reagiert, wie russische Politiker immer reagieren, wenn ihnen die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten vorgeworfen wird. Zwei Tage nachdem Kanzlerin Merkel von einem "ungeheuerlichen Vorgang" sprach und Moskau hybride Kriegsführung vorwarf, weist der russische Außenminister alle Anschuldigungen von sich.

Was war passiert?

2015 erreichte eine Email den Bundestag. Im Anhang: eine verdeckte Schadsoftware. Durch die Phishing-Attacke gelangten Hacker an Passwörter und Dokumente. Auch das Büro von Angela Merkel soll betroffen gewesen sein. Jetzt ist die Bundesanwaltschaft sicher: hinter dem Cyberangriff steckt der russische Militärgeheimdienst GRU.

Kanzlerin Merkel hat Russland im Zusammenhang mit dem Hackerangriff auf den Bundestag 2015 schwere Vorwürfe gemacht und mit Konsequenzen gedroht.

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Was ist der GRU?

GRU steht für Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije, also "Hauptverwaltung für Aufklärung". Der offizielle Name wurde zwar 2010 geändert, die Abkürzung wird aber weiterhin für Russlands Militärgeheimdienst verwendet.

Anders als der Inlandsgeheimdienst FSB und der Auslandsgeheimdient SWR ist der GRU keine Nachfolgeorganisation des KGB. Er wurde schon 1918 gegründet, im Nachgang der Oktoberrevolution.

Neben dem Netzwerk an Spionen gehören zum GRU auch eine militärische Eliteeinheit, sowie die Cyberabteilung. Diese wird von westlichen Geheimdiensten als besonders aggressiv und mit direktem Draht zum Präsidenten beschrieben. Der GRU wird allein in den letzten Jahren unter anderem vermutet hinter:

  • dem Hack der US-Demokraten im Vorfeld der Wahl 2016
  • dem Mordversuch an dem ehemaligen Doppelagenten Skripal in Großbritannien, 2018
  • dem Versuch, die Organisation zum Verbot chemischer Waffen (OCEW) in Den Hag sowie die Ermittler des Abschusses von MH 17 zu hacken.


Russland bestreitet die Vorwürfe.

Was weiß man über den Tatverdächtigen?

Dmitrij Badin wurde 1990 in Kursk geboren. Im Netz ist er mit dem Decknamen "Scaramouche" unterwegs. Der Russe wird schon seit Jahren vom FBI gesucht, weil er unter anderem an den Angriffen auf die Computer der US-Demokraten und der Welt-Anti-Doping-Agentur beteiligt gewesen sein soll.

Dass Badin der Hackergruppe des GRU, bekannt als APT28 oder 26165, angehört, leitet das investigative Recherchenetzwerk Bellingcat in diesem Artikel her. Auf die Spur des Russen führten Bellingcat unter anderem geleakte Daten über Badins Fahrzeugregistrierung: er hatte als Adresse den Sitz der Cyberabteilung des GRU in Moskau angegeben.

Wie geht es weiter?

Die Bundesanwaltschaft hat internationalen Haftbefehl gegen Badin erlassen. Er wird in Russland vermutet. Weitere Konsequenzen könnte die Ausweisung russischer Diplomaten sein. Das geschah zum Beispiel 2019, nach der Ermordung eines Georgiers im Berliner Tiergarten. Auch in diesem Fall wird in Richtung russischer Geheimdienste ermittelt.

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