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Russlands Blick auf Afghanistan : Mit Argusaugen

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Moskau schaut kritisch auf die Entwicklung in Afghanistan. Seit dem Abzug der USA und der Machtübernahme der Taliban wächst die Sorge vor islamischen Extremisten in Russland.

Russland sieht durch die instabile Lage in Afghanistan seine Sicherheit bedroht. Ein Militärmanöver in Tadschikistan soll die Abwehr einer möglichen Aggression gewährleisten.

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"Sehen Sie her, dieses Funkgerät ist sogar wasserdicht", sagt der stolze Soldat und tunkt vor den Kameras der geladenen Medienvertreter einen schweren Fernsprecher in einen blitzeblankgeputzten Eimer Wasser.

Kein Raum für Zweifel, auch nicht bei solch kleinen Details, soll entstehen. Zweifel, der etwa an der Schlagkraft oder dem Organisationsgrad der russischen Armee hier in der kargen Berglandschaft Tadschikistan entstehen könnte.

Russische Machtdemonstration - "show of force"

Das Verteidigungsministerium hatte unser Team zu dieser "show of force" eingeladen. Das ist eine Reise, die Journalisten eigentlich ungern antreten. Ist doch meist der Blick nach rechts und links sehr eingeschränkt. So auch hier, 200 Kilometer südlich von Duschanbe.

Über Tadschikistan oder Usbekistan könnten sowohl Waffen als auch Terroristen nach Russland kommen. Für Moskau dürfte jetzt der Schutz davor höchste Priorität haben.

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In der Hauptstadt des 9-Millionen-Einwohner-Landes liegt Russlands größte militärische Basis außerhalb des Kernlandes. Filmen sollen wir nur die. Und das gemeinsame Manöver der russischen und der tadschikischen Armee, die schon lange innerhalb der "Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit" zusammenarbeiten.

Zukunft Afghanistans ungewiss

Afghanistan ist ein volatiles Land, seine Zukunft ungewiss. Bis zu 2.000 radikale Kämpfer, schätzt man in Moskau, halten sich am Hindukusch auf. Kämpfer, die nicht zu den Taliban gehören, sondern zu Gruppen wie dem "Islamischen Staat". Männer, die bereit sind, für ihren Traum vom Kalifat zu morden, zu entführen, zu foltern.

Was mit ihnen geschieht, jetzt, nachdem die Taliban (die in Russland ebenfalls als Terrororganisation gelten) die Macht übernommen haben, ist unklar. Die Strategen in Moskau aber wollen vor allem vermeiden, dass Drogen, Waffen oder Extremisten einsickern. Und: Sie wollen sich vor unkontrollierbaren Flüchtlingsströmen schützen.

Pufferzone gesucht

Deshalb betreibt man großen militärischen Aufwand in Tadschikistan. Die 201. Militärbasis ist Russlands größter Armeestandort außerhalb des eigenen Territoriums. Schon im Zweiten Weltkrieg diente sie als Basis der Roten Armee, heute ist sie Russlands wichtigster militärstrategischer Ort in Zentralasien.

Seit der Machtübernahme durch die radikal-islamischen Taliban droht Afghanistan eine humanitäre Krise. Vor allem die Kinder leiden an Hunger und Unterernährung. Internationale Hilfe ist die einzige Hoffnung – wenn die Taliban sie denn zulassen.

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Die Soldaten kauern hinter einem russischen Panzer. Rechts und links neben ihnen Explosionen. Flashbang-Granaten. Der Panzer bewegt sich nach vorne, nimmt die Angreifer ins Visier. Die Soldaten flankieren.

Militärisches Szenario

Das Szenario, das uns vorgestellt wird: Schwer bewaffnete Gruppen dringen über die Grenze nach Tadschikistan ein. Die Armeen Duschanbes und Moskaus fahren schweres Gerät auf. Panzer, Infanterie, Beschuss aus der Luft durch Helikopter und Kampfjets.

Unsere Kameras halten fest, dass viel militärisches Material eingesetzt wird. Selbst Kampfdrohnen zeigen uns die Militärs.

Weites Land mit weiter Grenze

Tadschikistan und Afghanistan verbindet eine rund 1.400-Kilometer lange Grenze. Sie komplett abzusichern, ist unmöglich. Aber weite Teile dieser Grenze befinden sich im Gebirge, sind kaum oder nicht passierbar.

Im Süden des Landes wartet die Bedrohung – das scheinen die Militärs zu glauben. Dort findet auch die Übung statt.

Karte, Afghanistan, Tadschikistan
Gemeinsame Grenze: Afghanistan und Tadschikistan.
Quelle: ZDF

Granaten und Depeschen

Am Ende unserer Reise ist klar: Russland spielt keine Spiele. In Moskau ist man bereit, Tadschikistan zu verteidigen. Weil man nur so auch die eigene Sicherheit gewährleistet sieht.

Sicher aber ist: Militärische Abschreckungen, Waffenschauen, werden nicht dazu beitragen, Afghanistan zu stabilisieren und seine Machthaber berechenbarer zu machen.

Es wird nicht reichen, Muskeln zu zeigen, wenn nicht am Verhandlungstisch Verträge, Abkommen, diplomatische Vereinbarungen folgen. An denen arbeitet man zwar parallel in Moskau. Konkrete Ergebnisse aber gibt es aus diesen Runden bislang nicht zu vermelden.

Trümmer nach einem Autobombenanschlag in Afghanistan.

Nachrichten | Thema - Afghanistan 

Die USA und ihre Verbündeten haben nach 20 Jahren Krieg ihr Militär aus Afghanistan abgezogen. Die radikal-islamischen Taliban haben das Land zurückerobert. ...

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