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Russland - Mutmaßlicher US-Spion zu Haft verurteilt

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Der in Russland inhaftierte US-Bürger Paul Whelan ist zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Die Verteidigung sieht keine Beweise und will das Urteil anfechten.

Mutmaßlicher US-Spion Paul Whelan. Archivbild
Mutmaßlicher US-Spion Paul Whelan. Archivbild
Quelle: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Ein russisches Gericht hat den seit fast anderthalb Jahren inhaftierten US-Bürger Paul Whelan wegen Spionage verurteilt.

Das Gericht in Moskau verhängte 16 Jahre Haft gegen den 50-Jährigen, wie die Agentur Interfax meldete. Whelan hatte seine Unschuld beteuert.

Das Gericht in Moskau sah die Agententätigkeit Whelans am Montag als erwiesen an, wie die Agentur Interfax meldete. Das Strafmaß blieb hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurück, die 18 Jahre Straflager gefordert hatte.

Verteidigung will Urteil anfechten

Whelans Anwalt Wladimir Scherebenkow hatte immer wieder kritisiert, dass es in dem Verfahren keine Beweise gegeben habe. Er will das Urteil anfechten, wie er am Montag sagte. In seinem Schlusswort vor Gericht hatte Whelan zuletzt betont, dass er unschuldig sei. Auch Zeugen hätten bestätigt, dass Whelan weder Informanten angeworben noch geheime Informationen gesammelt habe, sagte Scherebenkow. Whelan war im Dezember 2018 festgenommen worden.

Der Fall dürfte die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen Moskau und Washington weiter belasten. Im März hatte der US-Botschafter in Moskau, John J. Sullivan, nach einem Besuch bei Whelan die Haftbedingungen massiv kritisiert. Whelan werde ohne Beweise festgehalten und erhalte wegen einer potenziell lebensbedrohlichen Krankheit keine richtige Behandlung. Im Beisein seiner Botschafter-Kollegen aus Großbritannien und Irland hatte Sullivan ein faires und transparentes Verfahren gefordert. Whelan ist Staatsbürger dieser drei Staaten sowie Kanadas.

USA fordern sofortige Freilassung

Whelan soll nach Darstellung des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB als Spion auf frischer Tat ertappt worden sein. Er soll geheime Daten auf einem USB-Stick erhalten haben. Nach Darstellung der Verteidigung ging Whelan aber bei einem seiner vielen Besuche in Moskau vielmehr davon aus, dass es sich lediglich um private Inhalte gehandelt habe.

Die USA haben inzwischen die sofortige Freilassung von Paul Whelan gefordert. "Seine Verurteilung ist ein Hohn", sagte der US-Botschafter in Moskau, John J. Sullivan nach dem Richterspruch. "Dieser geheime Prozess, bei dem kein einziger Beweis vorgelegt wurde, ist ein ungeheuerlicher Verstoß gegen die Menschenrechte und die internationalen rechtlichen Normen."

Immer wieder gibt es zwischen den USA und Russland viel beachtete Spionagefälle. Ob es dabei stets um echte oder vielleicht nur vermeintliche Agenten geht, ist kaum überprüfbar. In der Vergangenheit einigten sich Russland und die USA aber auch auf einen Austausch von Gefangenen.

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