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Razzien in zehn Bundesländern : Seehofer verbietet Salafisten-Verein Ansaar

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Seit Jahren wird der Verein Ansaar verdächtigt, Spendengelder zur Terrorfinanzierung zu verwenden. Nun hat das Innenministerium die salafistische Vereinigung verboten.

Polizist vor dem Gebäude der Ansaar International in Düsseldorf.
Viel belastendes Material: Razzia bei Ansaar im April 2019
Quelle: Martin Gerten/dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat den salafistischen Verein Ansaar International und alle Ableger der islamistischen Vereinigung verboten. Das Verbot sei am frühen Morgen mit Durchsuchungen und Beschlagnahmungen in zehn Bundesländern vollstreckt worden, so das Ministerium.

Nach ersten Informationen hatten die Fahnder Objekte und Personen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen im Visier.

Wirkungskreis der jeweiligen terroristischen Vereinigung

Zur Begründung hieß, die Spendensammlungen von Ansaar seien in der Absicht erfolgt, diese an terroristische Vereinigungen im Ausland weiterzugeben - insbesondere an die Al-Nusra-Front in Syrien, an die palästinensische Hamas sowie an Al-Shabaab in Somalia. Das Geld komme diesen Vereinigung teilweise direkt zugute. Teilweise würden Hilfsprojekte unterstützt, "die jedoch unmittelbar zum Wirkungskreis der jeweiligen terroristischen Vereinigung zu zählen sind."

Seit Jahren streiten sich die Experten, welche Faktoren für die Radikalisierung junger Menschen hin zum islamistischen Extremismus verantwortlich sind. Ist es die Religion oder sind eher soziale und ökonomische Gründe verantwortlich?

Beitragslänge:
14 min
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Kinder werden ins Ausland geschickt

Die Missionierungsaktivitäten der Gruppe verstoßen nach Auffassung des Ministeriums zudem gegen die verfassungsmäßige Ordnung. Hier würden "fortlaufend Feinde einer Weltordnung geschaffen, welche die Menschenwürde Andersgläubiger schützt".

So würden Kinder aus Deutschland in von Ansaar im Ausland aufgebauten Einrichtungen geschickt, "um dort salafistisch-extremistische Inhalte zu verinnerlichen und zurück nach Deutschland zu tragen".

Seehofer erklärte:

Wer den Terror bekämpfen will, muss seine Geldquellen austrocknen.
Horst Seehofer

Spender betrogen

Ausgangspunkt für das Verbot war eine Großrazzia bei dem Netzwerk im April 2019 - dabei war umfangreiches Material beschlagnahmt worden. Ansaar International hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf, die Teilorganisation WWR-Help im nordrhein-westfälischen Neuss. Etwa die Hälfte der 90 Menschen und Objekte, die damals betroffen waren, befanden sich in NRW.

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Zu dem Geflecht von Vereinigungen, die nun verboten wurden, gehört den Angaben zufolge auch die nach dem deutsch-tunesischen Fußballspieler benannte Änis Ben-Hatira Foundation, zudem das Somalische Komitee Information und Beratung in Darmstadt und Umgebung e.V., der Verein Frauenrechte ANS.Justice, "Ummashop" und Helpstore Secondhand UG sowie Better World Appeal.

Durch die unwahre Angabe, die Gelder würden ausschließlich humanitären Zwecken zugute kommen, seien Spender betrogen worden, stellte das Innenministerium fest.

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